Gewaltopfer finden künftig Schutz in der Kreisklinik

Waldeck-Frankenberg. Opfer von Gewalttaten sollen künftig im Kreiskrankenhaus in Frankenberg eine feste Anlaufstelle bekommen.

Dort wird eine Schutz-Ambulanz eingerichtet, in der beispielsweise Frauen nach einer Vergewaltigung Verletzungen dokumentieren und Befunde sichern lassen können.

Einstimmig hat das der Kreistag beschlossen. Die Ambulanz soll nicht nur Frauen, sondern allen Opfern physischer Gewalt, auch Kindern und Jugendlichen, helfen. Beantragt hatte die Einrichtung nach dem Vorbild eines Pilotprojekts (Artikel rechts) die Fraktion der Linken.

Der Hintergrund: Befunde könnten bei niedergelassen Gynäkologen in der Regel nicht gesichert werden, da dort Ausrüstung und Aufbewahrungsmöglichkeiten fehlten. Im Kreiskrankenhaus könnte man dagegen geschultes Personal, Ausrüstung und ständige Bereitschaft sicherstellen, erklärte Claudia Ravensburg (CDU). Ein Gespräch mit Klinikleitung, Ärzten und Polizei habe man bereits geführt, eine Ambulanz ist demnach sehr kurzfristig einzurichten, ergänzte Sigrid Engelhard (SPD).

Sie führte das Beispiel der Vergewaltigung von Frauen an: Bisher müssten Opfer für die Spurensicherung zur Polizei gehen. Dies ziehe automatisch eine Strafverfolgung nach sich. Die Frau sei daher in einer doppelten Belastungssituation, durch die Tat einerseits und die drohende Belastung eines Strafverfahrens. „Die Opfer trauen sich in der Situation nicht, jemanden anzuzeigen. Aber die Beweise müssen gesichert werden“, bekräftigte Claudia Ravensburg (CDU).

In der Ambulanz sollen daher auch ohne vorherige Anzeige Befunde gesichert werden. Diese sollen an die Gerichtsmedizin in Gießen gesendet und dort zwei Jahre gelagert werden. Auch mit dem Korbacher Stadtkrankenhaus will man beraten, ob es dort eine weitere Schutz-Ambulanz geben kann.

Rubriklistenbild: © dpa

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