Gefahr für Hunde und Katzen

Giftköder werden meist gezielt ausgelegt - auch im Landkreis

+
Warnung: Ein Zettel warnt vor Giftködern. Inzwischen gibt es auch eine App „Giftköder-Radar“ für Smartphones, die als mobiles Warnsystem funktioniert.

Waldeck-Frankenberg. In Brilon mussten in den vergangenen Wochen einige Katzen und Hunde vom Tierarzt wegen Anzeichen auf Vergiftung behandelt werden. Auch in Waldeck-Frankenberg gab es in der Vergangenheit vereinzelte Fälle ausgelegter Giftköder.

Aktuell seien aber keine Hinweise oder Anzeigen bei der Polizei eingegangen, erklärt Dirk Richter, Sprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg. 

Im Landkreis seien in den Jahren 2014 bis 2016 jeweils zwei bis vier Fälle pro Jahr von der Polizei erfasst worden. „Eine ähnliche Fallzahl wird auch für 2017 erwartet“, erklärte Richter. Es seien damit nur „sehr wenig Anzeigen“ eingegangen. Außerdem sei in den meisten Fällen „eher gezielt vorgegangen“ worden. „Das heißt, dass Giftköder eher nicht öffentlich, sondern gezielt ausgelegt wurden. Dies lässt auf „Tierhasser“ aus dem Umfeld der Tierbesitzer schließen“, betont Richter. 

Fälle in Kriminalstatistik

In der Kriminalstatistik seien dabei auch Fälle erfasst, bei denen es nur einen Verdacht gab, dass Giftköder oder ähnliches ausgelegt worden seien. „Die Schwierigkeit im Erkennen von solchen Straftaten ist unter anderem, dass die Tierhalter zum Beispiel Anzeige erstatten, weil ihr Tier Vergiftungserscheinungen aufweist, aber letztendlich nicht nachvollziehbar ist, ob, und gegebenenfalls wann und wo, zum Beispiel ein Hund einen Giftköder geschluckt haben könnte“, erklärt Richter.

 In seiner mehr als 30-jährigen Tätigkeit als Tierarzt hat Dr. Thomas Liedtke aus Korbach es nur einmal persönlich erlebt, Verletzungen durch mit Rasierklingen gespickte Fleischbällchen behandeln zu müssen. Hingegen komme die Behandlung von Vergiftungen häufig vor. Die Ursachen dafür lägen oft im häuslichen Umfeld: „Der Hund frisst zum Beispiel Schokolade, Schneckenkorn, Rattengift oder Tabletten des Besitzers.“ Mutwillige Vergiftungen durch externe Personen seien selten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.