Girls-Day: Schülerinnen lernten Männerberufe kennen

Zu Besuch bei der HNA: Auch die Redaktion in Frankenberg hatte zum Girls-Day zwei Schülerinnen zu Gast: (von links) Jule Paech, Redaktionsleiter Jörg Paulus und Julie Bremerich. Foto:  Biedenbach

Waldeck-Frankenberg. Sie waren in der Burgwaldkaserne, im Kreishaus, bei der Firma Osborn in Burgwald, bei der HNA, und viele Mädchen haben in Autohäusern in typische Männerberufe reingeschnuppert.

Der Girls-Day war in viele Firmen und Institutionen in Waldeck-Frankenberg ein Thema.

Reifen wechseln, Bremsen reparieren, Autos waschen: Sechs Mädchen der Cornelia-Funke-Schule Gemünden, der Frankenberger Ortenbergschule und der Gesamtschule Battenberg - alle aus Jahrgangsstufe 7 - durften beim Girls-Day im Frankenberger Fahrzeughaus Schmidt für einige Stunden in die Berufswelt des Kraftfahrzeug-Mechatronikers hineinschnuppern.

Schon mittags waren sie sich einig: „Eine Arbeit in einer Autowerkstatt können wir uns vorstellen.“ Auch vor der körperlich schweren Arbeit hatten sie keine Angst. „Ich will einmal an Lastwagen arbeiten“, sagte beispielsweise Nicole Allert. Sie ist allerdings familiär vorbelastet: „Mein Vater ist Berufskraftfahrer.“

Über die Motivation der künftigen Berufseinsteiger freute sich Fahrzeughaus-Chef Thomas Schmidt: Ziel des Girls-Days sei es schließlich, Mädchen für technische Berufe zu begeistern. In Schmidts Fahrzeughaus arbeiten aktuell zwei junge Mädchen als Auszubildende, die 21-jährige Nadja Hasenzahl aus Schreufa ist schon im zweiten Lehrjahr. „Es macht wahnsinnig viel Spaß, an den Autos zu schrauben und die gesamte Elektronik der Fahrzeuge kennenzulernen“, erzählte sie den jungen Besucherinnen.

Bewerbungen von Mädchen für den Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers seien inzwischen die Regel, erzählt Thomas Schmidt. Vor einigen Jahren seien solche Bewerbungen eher selten gewesen: „Ich habe mit Mädchen in diesem Beruf bisher nur sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Sein Autohaus habe jedes Jahr vier bis sechs Bewerbungen von Schulabgängerinnen. Alexandra Grusche als Assistentin der Geschäftsleitung riet den jungen Besucherinnen, sich vor allem rechtzeitig zu bewerben: „Die Eignungstests für die Einstellungen im nächsten Jahr finden schon in diesem September statt.“

Im Fahrzeughaus Schmidt durften sich die Mädchen die Autos nicht nur anschauen - vor allem durften sie in den sechseinhalb Stunden jede Menge Fragen stellen und auch das Lager kennenlernen. Auch eine gemeinsame „Manta-Platte“ stand auf dem Programm - Currywurst mit Pommes frites.

Für einen Tag in der Kfz-Werkstatt: Sechs Mädchen waren beim Girls-Day im Frankenberger Fahrzeughaus Schmidt zu Gast. Dort lernten sie den Beruf des Kraftfahrzeug-Mechatronikers kennen. Mit im Bild: Fahrzeughaus-Chef Thomas Schmidt (rechts), Alexandra Grusche (2. von links) als Assistentin der Geschäftsleitung und die Fahrzeughaus-Auszubildende Nadja Hasenzahl (vorne). Foto:  mjx

Bei der Firma Osborn in Burgwald, Hersteller von Industriebürsten, waren acht Mädchen zum Girls-Day zu Besuch. Sie waren zwischen 12 und 15 Jahren alt und kommen von Schulen in Frankenberg, Wetter und Battenberg. Michaela Theis von der Personalabteilung hat ihnen erklärt, dass Fächer wie Mathe und Physik wichtig seien für die Berufe des Industriemechanikers und des Elektronikers.

„Das Interesse besonders an diesen MINT-Fächern kann auch mit den Jahren noch kommen“, sagte Theis den Mädchen. Auch der Studiengang Maschinenbau sei interessant und kreativ.

Die Mädchen lernten die Abteilungen Maschinenbau, Instandhaltung, Forschung und Entwicklung kennen. „Wir haben besprochen, was eine Bürste alles kann. Die Mädchen waren sehr überrascht, wie vielfältig die Anwendung einer Bürste ist“, sagte Michaela Theis. (mjx/jpa)

Was Menschen in Frankenberg vom Girls-Day halten, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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