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Glatteis in Waldeck-Frankenberg: Bisher keine größeren Schäden oder Unfälle

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Von: Jörg Paulus

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Glatteis: Ein Streufahrzeug streut Salz im Frankenberger Wohngebiet Orstgrund
Ein Streufahrzeug streut am Montagmorgen Salz im Frankenberger Wohngebiet Orstgrund. © Biedenbach, Martina

Waldeck-Frankenberg ist beim Glatteis am Montagmorgen bisher glimpflich davongekommen. An den meisten Schulen im Landkreis fiel zwar der Unterricht aus und viele Menschen kamen nicht oder verspätet zur Arbeit, größere Unfälle oder Schäden sind nach ersten Informationen aber ausgeblieben.

Waldeck-Frankenberg – Regen und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt haben am Montagmorgen, 19. Dezember 2022, für spiegelglatte Straßen in Waldeck-Frankenberg gesorgt. Busse konnten nicht fahren, viele Pendler kamen kaum von ihrem Hof. Statt Schule und Arbeit gab es in vielen Familien Homeschooling und Homeoffice.

Bereits am Sonntagabend hatte der Landkreis auf seiner Homepage mitgeteilt, dass an vielen Schulen in Waldeck-Frankenberg der Unterricht am Montag vor Ort ausfallen werde. Der Kreis gab aber keine generelle Empfehlung zur Schließung der Schulen oder zum Aussetzen des Präsenzunterrichts. „Die Schulen entscheiden dies eigenverantwortlich“, heißt es von der Kreisverwaltung. Eine Übersicht, wie welche Schule im Einzelnen am Montag vorgeht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), steht auf der Homepage des Landkreises.

Statt Unterricht in der Schule bieten die meisten Schulen am Montag Distanzunterricht an, also Aufgaben für zuhause oder Online-Unterricht. Einige Schulen ermöglichen eine Notbetreuung für Kinder, die nicht zuhause bleiben können, weil die Eltern arbeiten müssen „Zudem gilt grundsätzlich, dass selbstverständlich auch Eltern entscheiden können, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken, falls der Schulweg zu gefährlich sein sollte“, erläuterte die Kreisverwaltung.

Glätte in Waldeck-Frankenberg: Winterdienst im Dauereinsatz

Die Straßenmeistereien von Hessen-Mobil und der Winterdienst der Städte und Gemeinden war am Morgen im Dauereinsatz, um Salz zu streuen. Auf den glatten Straßen haben sich am Montagmorgen auch einige Verkehrsunfälle ereignet. Nach ersten Informationen wurde beispielsweise in Bottendorf eine Person zwischen einem Auto und einer Hauswand eingeklemmt.

Insgesamt ist Waldeck-Frankenberg dabei aber offenbar mit einem blauen Auge davongekommen. Bei der Frankenberger Polizei waren bis Montagmittag acht witterungsbedingte Unfälle bekannt. „Dabei sind Autos in andere, parkende Fahrzeuge gerutscht. Es gab aber nur Blechschäden. Verletzt wurde niemand“, sagte der Dienstgruppenleiter der Frankenberger Polizei auf Anfrage. Besonders betroffen waren demnach der Frankenberger Obermarkt und andere Flächen mit Kopfsteinpflaster.

Bis zu minus 16 Grad in Waldeck-Frankenberg

Es sei „verhältnismäßig ruhig“, sagte Harry Kirschner, der Leiter der Straßenmeistereien Korbach und Frankenberg, am späten Montagvormittag. Gegen 2 Uhr in der Nacht habe – wie angekündigt – Regen eingesetzt, der die Straßen nach den eisigen Temperaturen in den vergangenen Wochen spiegelglatt gemacht habe. In einigen Bereichen des Landkreises – beispielsweise in Schmittlotheim – war es in den vergangenen Tagen bis zu minus 16 Grad kalt.

Doch die Mitarbeiter der Straßenmeistereien hatten vorgesorgt. Schon am Sonntagabend habe man bei den Räum- und Streufahrzeugen Ketten aufgezogen, berichtete Kirschner. Und ebenfalls bereits am Sonntagabend seien die Hauptverkehrsstraßen „präventiv“ gestreut worden. In jeder Straßenmeisterei des Landkreises seien „sechs bis sieben Fahrzeuge“ im Einsatz gewesen. „Inzwischen sind wir beim dritten Umlauf“, sagte Kirschner am späten Montagmorgen.

Mit Salz und Salzsole werde die Eisschicht auf den Fahrbahnen angetaut, erklärte der Chef der Straßenmeistereien. Wenn dann genügend Fahrzeuge über die angetauten Flächen fahren würden, blieben die Straßen frei. „Bei wenig Verkehr friert es immer wieder nach“, sagte Kirschner. Viele Straßen in Waldeck-Frankenberg seien „weiß vom Salz“ gewesen. Dadurch sei die Eisglätte teilweise gar nicht bis zu den Asphaltsschichten gelangt.

Besonders problematische Bereiche – etwa zwischen Löhlbach und Hundsdorf, die Sackpfeife oder das Upland bei Willingen – seien ihm nicht bekannt, sagte Kirschner. Seine Mitarbeiter hätten auch nicht von größeren Staus oder Unfällen berichtet. „Wer nicht unbedingt fahren musste, ist nach den ergangenen Warnungen wohl auch zu Hause geblieben“, sagte Kirschner. „Das war dann sicher das Beste für alle Beteiligten.“ Die Besatzungen der Streufahrzeuge, die schon in der Nacht im Einsatz waren, wurden um 12 Uhr von Kollegen abgelöst.

Im Laufe des Montags soll sich die Lage auf den Straßen wieder beruhigen, weil die Temperatur steigen und der Regen aufhören wird. Deshalb macht beispielsweise die Gesamtschule in Battenberg für Montagmorgen zwar Distanzunterricht, das geplante Schulkonzert am Montagabend in der Sporthalle soll aber stattfinden.

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