NABU-Gruppe Lichtenfels hat nordhessische Apfelsorten gepflanzt

Erste Baumpaten schnell gefunden

Lichtenfelser NABU-Baumpatenaktion, von links Mathis Hartmann, Großvater Siegmar, Vater Gerald Hartmann, junger Baum, Pflanzung.
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Lichtenfelser NABU-Baumpatenaktion: Für den jüngsten Baumpaten, Mathis Hartmann, übernehmen Großvater Siegmar und Vater Gerald Hartmann die Pflanzung.

Rechtzeitig vor dem einsetzenden Frost haben Mitglieder der NABU-Gruppe Lichtenfels am vergangenen Wochenende weitere Apfelbäume angepflanzt. Zehn Bäume, alle hochstämmige nordhessische Lokalsorten wie „Prinzenapfel“, „Korbacher Edelrenette“ oder „Waldecker Nr. 1“ wurden auf dem „Langen Driesch“ gepflanzt.

Die mageren Wiesenflächen in der Nähe des ehemaligen Waldsportplatzes bei Goddelsheim hatte die Stadt Lichtenfels zur Verfügung gestellt. Hier hatte die NABU-Gruppe bereits vor Jahren Obstbäume angepflanzt und mehrere Heckenstreifen angelegt.

Lichtenfels-Goddelsheim – Wegen der Corona-Verordnungen erfolgte die Pflanzaktion über den Tag verteilt in kleineren Familiengruppen. Für die zehn Bäume hatten sich vorher schnell „Baumpaten“ gefunden. Sie wollen zunächst unter Anleitung die Pflege der neuen Bäume übernehmen und können dann in zwei oder drei Jahren die ersten Äpfel ernten. Im kommenden Frühjahr soll deshalb auch ein Schnittkurs für Obstgehölz in Goddelsheim angeboten werden.

Für ihre drei Enkelkinder und neue Baumpaten Ole, Finja und Lennart Hänsel übernehmen zunächst Elke und Hartmut Sachse die Patenaufgaben. Weitere Baumpaten sind: Wilma Wendel (Waldecker Nr. 1), Wendelin Wendel (Korbacher Edelrenette), Finja, Ole und Lennart Hänsel (Zuccalmaglios Renette, Linsenhofer Renette und Jonathan), Simone Kamm, (Gelber Edelapfel), Claudia Bangert (Baumanns Renette), Mathis Hartmann (Prinzenapfel), Bilke Hartmann (Ruhm aus Kirchwerder) sowie Jana Rothe (Prinz Albrecht von Preußen). Jeder Baumpate erhält eine Urkunde und jeder Baum wird beschriftet mit Sorte und Name des Paten. Finanziell unterstützt wird die Aktion von der Naturschutzbehörde des Landkreises, erklärt Kuhnhenne.

Baumpatenaktion ist eine Premiere

Erstmals hat die NABU-Gruppe Lichtenfels der Bevölkerung das Angebot gemacht, eine Patenschaft für Obstbäume zu übernehmen, die auf ihren Streuobstwiesen neu gepflanzt werden sollten. „Wir sind sehr zufrieden mit der Nachfrage“, sagt NABU-Vorsitzender Gerhard Kuhnhenne. Sie sei so gut, dass bei nächster Gelegenheit noch einmal zehn Obstbäume gekauft und gepflanzt werden könnten.

Die Idee sei aus der NABU-Gruppe gekommen, erklärt Gerhard Kuhnhenne. „Und wir haben gedacht, einen Versuch ist es wert“. Ein Ziel der Aktion sei, mehr Menschen für die Natur und ihre Kreisläufe zu interessieren. Besonders erfreulich sei, dass Familien mit kleinen Kindern und Jugendlichen Patenschaften übernommen hätten. Das sei eine gute Möglichkeit, gemeinsam den Jahreszyklus des Baumes zu beobachten – von der Blüte im Frühjahr, über das Reifen der Früchte im Sommer bis zur Ernte im Herbst, dem gemeinsames Kuchenbacken oder Saftpressen folgen könnten.

Da unterschiedliche Sorten gepflanzt wurden, könnten Früchte auch untereinander ausgetauscht werden. Wichtig sei der NABU-Gruppe, Unterstützung und Hilfestellung zu bieten, Wissen weiterzugeben, „deshalb bieten wir im Frühjahr auch den Schnittkurs an“, unterstreicht Gerhard Kuhnhenne. Bei der Pflege der Bäume bleibe niemand sich selbst überlassen.

„Wir hoffen so auch, die Streuobstwiesen und ihre Pflege für die nächsten Jahre erhalten und zu sichern“, sagt der Vorsitzende. Sie sind wertvoller Bestandteil der heimischen Kulturlandschaft und Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. (Marianne Dämmer)

Bis zum Frühjahr sollen bei passenden Wetterbedingungen weitere Bäume gepflanzt werden, zwei sollen in der Nähe des Hambergs bei Immighausen ihren Platz finden. Für diese kann noch eine Patenschaft übernommen werden. Interessenten können sich dazu beim NABU Lichtenfels, Telefon 05636/1001 melden.  

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