Nachfolger von Gerhard Biederbick – In digitaler Verbandsversammlung gewählt

Gordon Kalhöfer führt Waldeck-Frankenbergs Kreisfeuerwehr

Wechsel: Neuer Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Waldeck-Frankenberg ist Gordon Kalhöfer (links) als Nachfolger von Gerhard Biederbick.
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Wechsel: Neuer Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Waldeck-Frankenberg ist Gordon Kalhöfer (links) als Nachfolger von Gerhard Biederbick.

Gordon Kalhöfer ist neuer Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Waldeck-Frankenberg. Der 44-Jährige aus Bad Arolsen wurde während der Verbandsversammlung mit 104 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung gewählt.

Waldeck-Frankenberg – Kalhöfer tritt die Nachfolge von Gerhard Biederbick an, der für dieses Amt nicht mehr kandidierte. Dies war bereits im vergangenen Jahr geplant. Biederbick hatte den Vorsitz in Folge des plötzlichen Todes von Manfred Hankel im Jahr 2017 übergangsweise übernommen. Seinen Posten als Kreisbrandinspektor behält Gerhard Biederbick aber inne.

Die Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Waldeck-Frankenberg fand wegen der Corona-Pandemie aber nur digital statt. Rund 150 Delegierte und Gäste verfolgten diese erste digitale Versammlung. Darüber hinaus konnte die Versammlung über einen Livestream bei Youtube mitverfolgt werden. Auch hier waren rund 75 Interessierte zu Gast.

Durch das sogenannte Covid-Abmilderungsgesetz ist die Feuerwehr rechtlich in der Lage, auch digital gültige Abstimmungen vorzunehmen. Darüber hinaus wurde die eigene Satzung unter anderem wegen der pandemischen Sonderlage entsprechend abgeändert. Hierfür gab es 102 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen.

Mit dem gleichen Abstimmungsergebnis wurden auch der Haushaltsplan 2021 genehmigt und der bisherige Vorstand entlastet.

Die Versammlung am vergangenen Sonntag war eine Doppelveranstaltung: Die Verbandsversammlung 2020 war als Präsenzveranstaltung in Diemelsee-Adorf geplant. Diese musste wegen Corona abgesagt werden. Auch für 2021 war die Versammlung in Adorf geplant, die wiederum nicht als Präsenzveranstaltung möglich wurde.

Alternativ gab es Planungen einer Versammlung in Willingen. Letztendlich entschied sich die Feuerwehrspitze, bedingt durch die Inzidenzzahlen in Waldeck-Frankenberg, für diese digitale Versammlung 2020/2021.

Die Feuerwehr von Adorf steht auch für das kommende Jahr 2022 als Ausrichter einer Präsenz-Verbandsversammlung zur Verfügung. Die Feuerwehr Waldeck verschiebt ihre Bewerbung somit auf das Jahr 2023. Dies wurde entsprechend und einstimmig beschlossen.

Der neue Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Waldeck-Frankenberg, Gordon Kalhöfer, stellte sich den Mitgliedern in einer Beschreibung vor. Der 44-jährige Diplom-Verwaltungsfachwirt freut sich „auf einen kameradschaftlichen Austausch“ und strebt ein gutes Miteinander im Feuerwehrverband an. Neben der Förderung der Jugendarbeit möchte er sich in einer „bunten und vielfältigen Feuerwehrwelt“ beispielsweise der Entbürokratisierung im Feuerwehrwesen widmen. Kalhöfer: „In der heutigen Zeit, in der oftmals nur noch das Individuum zählt und Egoismus weit verbreitet ist, ist es wichtig, innerhalb einer Gemeinschaft Werte wie Teamwork, Toleranz und Respekt zu erleben und dafür einzustehen.“

Corona macht sich in der Ausbildung bemerkbar

Infolge der Coronalage mit den sich daraus ergebenden Lockdowns konnten im vergangenen Jahr von den vorgesehenen 32 Kreislehrgängen lediglich 13 umgesetzt werden, heißt es im Jahresbericht 2020. Dementsprechend ergibt sich eine geringe Teilnehmeranzahl an neu ausgebildeten Feuerwehrangehörigen.

Für diese Ausbildung waren insgesamt 1315 ehrenamtliche Ausbilderstunden erforderlich. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 13 Lehrgänge auf Kreisebene (einschließlich eines Vollzeit- Grundlehrganges) angeboten, die von 269 Teilnehmern besucht wurden.

In diesem Jahr konnten in der Atemschutzübungsanlage lediglich 11 Termine für die jährlich erforderliche Belastungsübung angeboten werden. Das entspricht 792 möglichen Teilnehmern. 670 Feuerwehrangehörige sind tatsächlich erschienen. Die Auslastung wird im Jahresbericht mit 84,60 Prozent positiv bewertet.

Zur Information der Führungskräfte wurden 4 Dienstbesprechungen (davon 2 Online-Sitzungen) für Stadt- und Gemeindebrandinspektoren durchgeführt. Ferner wurden 3 Besprechungen und Fortbildungsveranstaltungen für Kreisausbilder oder Führungskräfte veranstaltet und hierbei alle wesentlichen Punkte angesprochen.

Die Feuerwehrleistungsübungen auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene wurden im Jahr 2020 abgesagt. Somit entfiel sowohl die Verleihung von Hessischen Feuerwehrleistungsabzeichen und der Leistungsabzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes Waldeck-Frankenberg.

Es wurden 68 (2019: 78) Anträge auf das Silberne und 43 (49) für das Goldene Brandschutzehrenabzeichen bearbeitet.

Zahl der Aktiven ist fast konstant geblieben

Während der digitalen Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes gab es eine Übersicht über den Personalbestand – Stand 31. Dezember 2020. Die Zahlen von 2019 sind in Klammern gesetzt. In Waldeck-Frankenberg bestehen insgesamt 175 (175) Einsatzabteilungen bei den Städten und Gemeinden mit 4511 (4512) aktiven Mitgliedern; davon 3899 (3901) Feuerwehrmänner und 612 (611) Feuerwehrfrauen, 2 (2) Werk- und 4 (4) Betriebsfeuerwehren mit 231 (231) Einsatzkräften und 134 (134) Jugendfeuerwehren mit 1423 (1505) Mitgliedern; davon 869 Jungen (940) und 554 (565) Mädchen. Inzwischen sind in Waldeck-Frankenberg 48 Kindergruppen mit 716 (716) Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren aktiv. Davon sind 415 Jungen (414) und 301 (302) Mädchen.

„Die Zahl der aktiven Einsatzkräfte ist erfreulicherweise gegenüber dem Vorjahr fast konstant geblieben“, bilanzierte der Vorstand.

Die Anzahl der Mitglieder der Jugendfeuerwehren ist laut Vorstand aber nicht aussagekräftig: „Nicht alle Jugendfeuerwehren haben die Daten zum Jahresschluss komplett erfasst. Die Mitgliederzahl dürfte höher als angegeben liegen.“

Auch die Anzahl der in der Statistik erfassten Kinder scheine nicht komplett zu sein, hieß es.

Erheblich weniger Einsätze

Die Einsatzzahlen sind im Berichtsjahr erheblich zurückgegangen. Die Freiwilligen Feuerwehren in Waldeck-Frankenberg wurden insgesamt zu 1391 (2019: 1809) Einsätzen gerufen, heißt es im Jahresbericht 2020. Diese teilten sich auf in 380 (360) Brände und 278 (297) Brandmeldeanlagen, 707 (962) Hilfeleistungen und 26 (190) Brandsicherheitsdienste.

Bei den Gesamteinsätzen wurden 116 (137) Personen verletzt oder unverletzt gerettet. 10 (11) Personen konnten nur noch tot geborgen werden. Bei den Einsätzen wurden 7 (8) Feuerwehrangehörige verletzt.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind für den Digitalfunk derzeit 33 Basisstationen in Betrieb und erlauben im überwiegenden Kreisgebiet den digitalen Sprechfunkverkehr. Weitere Netzverdichtungsmaßnahmen sind seitens des Landes Hessen geplant und teilweise bereits angelaufen, berichtete der Vorstand.

Zusätzlich erfolgt eine Verdichtung durch Repeater. Ein Repeater (englisch wörtlich für „Wiederholer“), auch Regenerator genannt, ist in der Kommunikationstechnik ein elektrischer oder auch optischer Signalverstärker oder -aufbereiter zur Vergrößerung der Reichweite eines Signals.

Aktuell sind in unserer Region für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz 3366 Pager programmiert und an die Nutzer ausgegeben. Unter einem Pager ist ein Funkmeldeempfänger – auch Personenrufempfänger oder Funkrufempfänger – zu verstehen. Es ist ein kleiner tragbarer Funkempfänger, der im Rahmen eines Funkdienstes üblicherweise zu Alarmierungszwecken sowie zur Nachrichtenübermittlung an Personen eingesetzt wird.

Die analoge Alarmierung von Rettungsdienst und Feuerwehr gehört der Vergangenheit an. 2077 Sprechfunkgeräte sind in Waldeck-Frankenberg in Betrieb genommen worden.

Die Brandschutzerziehung wurde von den örtlichen Feuerwehren übernommen. Derzeit arbeiten 149 (149) Brandschutzerzieher, teilweise in Doppelfunktion, im Kindergarten- und Grundschulbereich.

Zur Person

Der neue Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Waldeck-Frankenberg, Gordon Kalhöfer, wurde im Juni 1976 geboren und ist in Willingen-Usseln aufgewachsen. 1991 zog er mit seiner Familie nach Bad Arolsen. Seit 1993 ist er aktives Mitglied der Einsatzabteilung der Feuerwehr in der Barockstadt. Von 1994 bis 2001 war er Jugendfeuerwehrwart. Von 1999 bis 2008 war er als Schriftführer im Vorstand der Feuerwehr tätig. Seit 2003 engagiert sich Kalhöfer als Kreisausbilder Truppmann/Truppführer. Nach den erforderlichen Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule wurde er zum Hauptbrandmeister befördert. Von 2007 bis Anfang 2019 führte er als Wehrführer der Feuerwehr Bad Arolsen die Geschicke der Einsatzabteilung in der nordwaldeckischen Stadt. Gordon Kalhöfer ist verheiratet.

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