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Green Trails: Naturschutz-Genehmigung für ersten Park auf Korbacher Eisenberg übergeben

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Von: Wilhelm Figge

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Die Green Trails sollen Radfahrern vom Kinder- bis Seniorenalter etwas bieten. Die erste naturschutzrechtliche Genehmigung für ein Teilprojekt wurde am Eisenberg (Bild) übergeben.
Die Green Trails sollen Radfahrern vom Kinder- bis Seniorenalter etwas bieten. Die erste naturschutzrechtliche Genehmigung für ein Teilprojekt wurde am Eisenberg (Bild) übergeben. © Green Trails

Die Green Trails sollen Mountainbiker durch Waldeck-Frankenberg führen. Die naturschutzrechtliche Genehmigung für das erste Teil-Projekt liegt vor.

Korbach-Goldhausen – Der Bau der ersten Teilstrecke der geplanten Green Trails am Korbacher Eisenberg darf starten: Die naturschutzrechtliche Genehmigung übergab Landrat Jürgen van der Horst an den Wildunger Bürgermeister Ralf Gutheil als Vertreter der 14 Kommunen, durch die das ambitionierte Bike-Projekt auf 400 Kilometern führen soll.

Die Arbeit in Goldhausen diene dabei als „Blaupause“, erklärte der Landrat – in den Städten und Gemeinden sollen einzelne Trailparks entstehen, die über vorhandene Wege verknüpft werden. Die Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde sei das Ergebnis intensiver Arbeit: „Es war wichtig, dass wir das Genehmigungsverfahren lernen. Das hat es so noch nicht gegeben“, hielt van der Horst fest.

Bei Planung der Green Trails sind viel Gespräche nötig

Der Anspruch sei, das europaweit größte Trail-Netz zu bauen: „Das Planungs- und Beteiligungsverfahren wird dem gerecht“, sagte der Landrat nach Gesprächen mit Ortsbeirat, Landwirten, Jägern, Waldbesitzern und Naturschützern. „Dass wir jeden zufriedenstellen, ist äußerst unwahrscheinlich“, erklärt er – aber ganzheitlich sei es ein Erfolg, der Naturschutz objektiv gut geregelt und mit Beteiligten wie Jägern und Förstern Probleme lösbar.

Horststandorte seltener Vögel und Vorkommen des Feuersalamanders wurden beachtet und vorher genutzte Waldstücke stillgelegt – der Radverkehr werde gelenkt. Durch das große Volumen der Ausgleichsmaßnahmen seien in sich geschlossene Projekte möglich, hielt der Landrat fest.

Auf die in den Wald modellierte Bike-Strecke freuen sich (vorne von links) Diddie Schneider, Matthias Schäfer, Ralf Gutheil, Karl-Friedrich Frese, Jürgen van der Horst, Klaus Friedrich, (hinten von links) Thomas Schlecking, Bernd Wecker, Marc Müllenhoff, Ralf Buchloh (Stadt Korbach) und Ulrich Kessler (Fachdienst Umwelt und Klimaschutz).
Auf die in den Wald modellierte Bike-Strecke freuen sich (vorne von links) Diddie Schneider, Matthias Schäfer, Ralf Gutheil, Karl-Friedrich Frese, Jürgen van der Horst, Klaus Friedrich, (hinten von links) Thomas Schlecking, Bernd Wecker, Marc Müllenhoff, Ralf Buchloh (Stadt Korbach) und Ulrich Kessler (Fachdienst Umwelt und Klimaschutz). © Wilhelm Figge

„Die kommunale Familie trägt das Projekt“, befand der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese. Er erinnerte daran, dass der Willinger Bürgermeister Thomas Trachte das damals noch „Grenztrail“ genannte Projekt vorgeschlagen hatte. „Eine geniale Idee für den Tourismus“, so Frese – aber auch für die Einheimischen und Menschen, die wegen der Freizeitinfrastruktur in den Kreis ziehen könnten.

Green Trails sollen Radfahrer von jung bis alt ansprechen

Was entstehe, sei schließlich keine sportliche Strecke wie schwarze Pisten in Winterberg, hob Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich hervor – sondern etwas, an dem sich auch Familien erfreuen können. Zudem heiße es nicht umsonst Green Trails, sondern füge es sich in die Natur: „Es ist Tourismus, der nicht stört, sondern ergänzt.“ In den einzelnen Trailparks liege es derweil an den Gemeinden, ihre Stärken herauszustellen. Korbach werde das Thema Gold in den Mittelpunkt stellen. Ralf Gutheil lobte, dass alle Städte und Gemeinden an einen Tisch geholt wurden – auch wenn im Südkreis einige nicht mitmachen. „Ich bin optimistisch, dass es funktioniert und die anderen dazukommen“, erklärte er. Die Option stehe offen, auch über die Kreisgrenzen hinaus. „Wenn Gastronomie und Beherbergungsbetriebe die Chance erkennen und mitmachen, bin ich fest überzeugt: Das Projekt ist goldrichtig.“

Ab Spätherbst soll am Eisenberg gebaut werden. Zeiten wie genaue Kosten – insgesamt zuletzt mit 20 Millionen Euro beziffert – seien bei dem so noch nie dagewesenen Projekt schwer zu nennen, so van der Horst. Derweil seien die Pläne einiger weiterer Trailparks schon weit, gerade in Willingen, Diemelsee und Lichtenfels, aber auch Waldeck, Volkmarsen und Diemelstadt, erklärte Bernd Wecker vom Büro Bioline – dieses plant zusammen mit Bike-Park-Betreiber Diddie Schneider und Thomas Schlecking vom Büro „Bike Projekt“. Der Landrat sagt klar: „Dieses Jahr wird es noch weitere Genehmigungen geben.“ Und 2023 solle Korbach nicht allein an den Start gehen. (wf)

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