Zustimmung und Kritik

Grenztrail Waldeck-Frankenberg Chance für Tourismus in Bad Arolsen

Ob beschaulich oder sportlich: Der Grenztrail soll den Tourismus weiter ankurbeln. Herbstliche Radtour an der Warte oberhalb von Mengeringhausen.
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Ob beschaulich oder sportlich: Der Grenztrail soll den Tourismus weiter ankurbeln. Herbstliche Radtour an der Warte oberhalb von Mengeringhausen.

Für einen Beitritt zum Zweckverband Grenztrail Waldeck-Frankenberg votierte der Umwelt-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss. Damit verbunden sind Umlagen von insgesamt 1,4 Millionen Euro in den kommenden 40 Jahren für Bau und Betrieb.

Bad Arolsen – „Die Stadt Bad Arolsen ist gut beraten, sich an dem Grenzlandtrail Waldeck-Frankenberg zu beteiligen“, sagte Bürgermeister Jürgen van der Horst in der Sitzung des Ausschusses.

200 Kilometer neue Wege

Die Stadt hat bereits 2020 und 2021 insgesamt rund 53 000 Euro als Anteil für die Planung bereitgestellt. Planungs- und Projektjkosten betragen 3,2 Millionen Euro, finanziert von dem Landkreis und 13 weiteren Kommunen.

Nun geht es um den Beitritt zum Zweckverband. Über den werden der Bau und die Unterhaltung des Grenztrails finanziert. Das Wegenetz wird aus 200 Kilometern neugebauter Strecke und 200 Kilometer vorhandenen Wegen auf Flächen des Landes, der Kommunen und der Domanialverwaltung bestehen.

Fördermittel

Hinzu kommen eine Beschilderung, ein durch GPS gestütztes Navigations- und Informationssystem, ein Servicekonzept mit Ladestationen für E-Bikes, Anlaufstellen für die Pannenhilfe und Beratungsangebote. Dazu gehört auch ein Marketingkonzept.

Die Baukosten werden mit rund 18,4 Millionen Euro beziffert. Aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) fließen 65 Prozent als Fördergelder, daher verbleiben für den Zweckverband Kosten von 5,8 Millionen Euro.

Jährliche Umlagen

Als Umlage zur Deckung der Bau- und Betriebskosten soll die Stadt 40 Jahre lang eine Umlage von 35 600 Euro jährlich übernehmen. „Die steigende Mobilität mit Fahrrädern und der zunehmende Radtourismus sprächen für das Konzept“, sagte van der Horst. Anerkannte Experten hätten die Strategien bestätigt, die auch durch Studien untermauert und eine auf ganz Deutschland bezogene Marktforschung bestätigt werde. Die Landschaft biete sich für den Grenztrail an.

Die Eingriffe in die Waldareale seien naturverträglich. Erfahrungen aus anderen Regionen zeigten, dass eine gezielte Steuerung auf bestimmten Wegen besser sei, als die Radfahrer kreuz und quer fahren zulassen, so der Bürgermeister. Der Magistrat, die Verwaltung und eine Arbeitsgruppe befassten sich mit der Verbindung von Bad Arolsen zum Grenztrail.

Das sagen Stadtverordnete

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder votierte für den Beitrag zu dem Zweckverband mit allen finanziellen Verpflichtungen. Die Beteiligung von 1,4 Millionen Euro innerhalb von 40 Jahren „sollte uns das schon wert sein“, brachte es Carlos Vicente (CDU) auf den Punkt.

Schließlich könnten damit die Übernachtungszahlen in Bad Arolsen gesteigert werden, ergänzte Ralf Schüttler (CDU). Bedenken äußerte Martin Dietzel (CDU) aufgrund der vielen anzulegenden Wege.

Auch Ablehnung

„Voll und ganz für den Grenztrail“ äußerte sich Jürgen Säuberlich (FDP). Er sprach sich dafür aus, im Team mit den anderen Kommunen dem Zweckverband am 1. Juli 2021 beizutreten.

Bündnis 90/Die Grünen lehnt den Beitritt zum Grenztrail ab. In einem Antrag wird gefordert, die eingesparten Kosten für die Ausschilderung von Wander- und Radwegen und eines Mountainbike-Parcours sowie Planung und Bau von Radwegen für den Alltagsverkehr bereitzustellen und dazu Fördermittel zu beantragen. Das erklärte Annegret Böhringer im Ausschuss.

Alternativen gefordertz

Der Nutzen für den örtlichen Tourismus sei nicht erkennbar, die verplanten Umlagen ständen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Außerdem gebe es unnötige Eingriffe in die Natur. Dagegen könn mit den geforderten Maßnahmen der Tourismus gefördert und der heimischen Bevölkerung ein Mehrwert geboten werden.

Eine Verbesserung des Rad- und Wanderwegenetzes befürworten zwar auch die anderen Fraktionen an, doch dem Nein gegen den Grenztrail wollen sie sich nicht anschließen. „Die Forderungen sind vernünftig, aber die schließen den Grenztrail nicht aus“, erklärte Reiner Freudenstein.

„Auf gutem Wege“

„Wir sind mit der Verbesserung des Radwegenetzes im Raum Bad Arolsen über Twiste nach Korbach auf einem guten Wege“, sagte Elmar Kottenstede (OL/FWG). Mit dem Grenztrail solle „wildes Fahren“ im Wald gerade verhindert werden. (Armin Haß )

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