Zahl der Patienten verdreifacht

Grippewelle im Landkreis sorgt für überfüllte Arztpraxen

Waldeck-Frankenberg. Ob in Schulen oder Betrieben - überall lichten sich die Reihen: Eine Grippe- und Erkältungswelle schwappt derzeit über den Landkreis Waldeck-Frankenberg und sorgt für überfüllte Hausarzt-Praxen.

„Wir haben eine typische Grippewelle“, sagt der Frankenberger Hausarzt Dr. Ralf Engelhard. Während Erkältungen und grippale Infekte schon seit Anfang Januar im Umlauf seien, konstatiere er seit zirka 14 Tagen zusätzlich zahlreiche Influenza-A-Fälle. „Die Gesamtzahl der Patienten in der Praxis hat sich gegenüber normalen Zeiten gefühlt verdreifacht“, schätzt er.

Konkrete Zahlen gibt es nicht. Laut Kreisgesundheitsamt sind gehäuft Verdachtsfälle einer Grippe aufgetreten. Aber gemeldet werden müssen nur Fälle mit schwerem Verlauf. Und nur dann veranlassen Ärzte Grippetests.

Nach den Beobachtungen von Hausarzt Engelhard sind insbesondere die 30- bis 60-Jährigen - also Berufstätige - betroffen. „Manche schleppen sich trotz Krankheit an die Arbeit, weil schon etliche Kollegen krank sind“, sagt er.

„Es ist der Wahnsinn“, bestätigt auch der Frankenberg Hausarzt Dr. Peter Kirschner das hohe Patientenaufkommen wegen Erkältungen und in geringeren Fällen der Grippe. Er habe von Betrieben gehört, in denen 15 Prozent der Belegschaft erkrankt seien.

Leere Bänke gibt es in den Schulen. Der Frankenberger Kinderarzt Dr. Erich Enders habe derzeit täglich fünf bis zehn Influenza-Fälle in seiner Praxis, schildert er. Alle drei Ärzte beobachten, dass der Verlauf der Influenza aber milde sei und kaum Komplikationen, wie etwa Lungenentzündungen, vorkämen.

Das bestätigt auch das Stadtkrankenhaus Korbach. Die Innere Abteilung sei zwar derzeit mehr belegt, aber das liege nicht an der Grippe, sondern sei typisch für die Jahreszeit. Diesen Trend bestätigt auch das Kreiskrankenhaus Frankenberg.

Wo gerade in Deutschland eine Grippewelle grassiert, das kann man beim Robert-Koch-Institut nachlesen: https://influenza.rki.de/

Rubriklistenbild: © dpa

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