Großeinsatz in Kleingladenbach: Mann drohte, sich und Geisel zu töten

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Tatort: In diesem Haus im Kirchgarten im Breidenbacher Ortsteil Kleingladenbach hatte sich am Mittwochmorgen ein 56-Jähriger verschanzt und damit gedroht, sich und eine weitere Person umzubringen.

Breidenbach-Kleingladenbach. Im Breidenbacher Ortsteil Kleingladbach hat die Polizei am Mittwochmorgen einen Mann festgenommen, der gedroht hatte, sich und andere zu erschießen.

Der Mann hatte sich acht Stunden im Haus verschanzt.

Gegen 1 Uhr in der Nacht rief der 56-Jährige bei der Polizei in Biedenkopf an und sprach davon, sich und eine andere Person umbringen zu wollen. „Wir gingen von einer unklaren Bedrohungslage und möglicher Bewaffnung mit einer Schusswaffe aus, weil er in dem Anruf unter anderem von ,erschießen’ sprach“, berichtet Polizeisprecher Martin Ahlich.

Aktualisiert
um 15.25 Uhr.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an dem Haus in der Kirchstraße an. Aus Frankfurt kamen Spezialeinheiten. „Das ist Standard, wenn davon auszugehen ist, dass der Mann eine Gefahr für sich und andere darstellt“, so Ahlich. Dazu kamen mehrere Rettungswagen und der Notarzt.

Die Polizei konnte Kontakt mit dem Mann im Haus aufnehmen, wusste zu dem Zeitpunkt aber immer noch nicht, ob und wie er bewaffnet war oder wer sich noch mit ihm im Haus aufhält.

Um 9 Uhr morgens gab der 56-Jährige auf, die Polizei nahm ihm widerstandslos im Haus fest. Bei der Durchsuchung wurde eine Schreckschusspistole gefunden. Nach aktuellem Ermittlungsstand hat er damit aber niemanden bedroht, berichtet Oberstaatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg.

Fest steht dagegen, dass der Mann nicht allein im Haus war. Wer die Nacht mit ihm dort verbracht hat, wollte die Oberstaatsanwältin mit Rücksicht auf den Schutz der betroffenen Person nicht sagen. Die Ermittler gehen derzeit von innerfamiliären Konflikten als Hintergrund der Todesdrohung aus.

Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft. Der 56-Jährige wurde den Tag über noch vernommen. Ob er danach wieder nach Hause gehen kann oder in Gewahrsam bleibt, soll bis zum spätesten Nachmittag entschieden sein.

Der 56-Jährige ist im Ort bekannt als jemand in schwierigen sozialen Verhältnisse. Er habe ein Alkoholproblem und auch über „Frauengeschichten“ sei immer wieder gesprochen worden, berichtet ein Nachbar.

Obwohl das Polizeiaufgebot enorm und Kleingladenbach laut Martin Ahlich zeitweise „regelrecht von der Außenwelt abgeschnitten“ war, bekamen die Einwohner wenig davon mit. Das bestätigt Nachbar Klaus Wagner. Es sei vergleichsweise ruhig geblieben. Wohl auch, weil die Polizei ihre Fahrzeuge relativ weit weg vom Ort des Geschehens abgestellt hatte. Er selbst habe Fußgänger, die am Morgen unterwegs waren, umgeleitet, um sie aus dem Gefahrenumfeld herauszuhalten, erzählt Wagner. (bih/val)

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