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Trotz Corona: Institut der deutschen Wirtschaft sieht gute Entwicklung im Kreis

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Von: Julia Janzen

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Viessmann-Werke in Allendorf/Eder: „Offensichtlich konnten also doch viele Unternehmen erfolgreich wirtschaften“, sagt Hanno Kempermann, Geschäftsführer des IW-Tochterunternehmens IW Consult mit Blick auf zwei Jahre Corona.
Viessmann-Werke in Allendorf/Eder: „Offensichtlich konnten also doch viele Unternehmen erfolgreich wirtschaften“, sagt Hanno Kempermann, Geschäftsführer des IW-Tochterunternehmens IW Consult mit Blick auf zwei Jahre Corona.  © Viessmann/red

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat untersucht, wie Corona in den vergangenen zwei Jahren die Wirtschaft im Land verändert hat. Alle Landkreise und kreisfreien Städte haben die Wissenschaftler unter die Lupe genommen. Ein Ergebnis: Waldeck-Frankenberg steht ziemlich gut da.

Das sogenannte IW-Regionalranking 2022 zeigt die „regionalen Auswirkungen der Corona-Pandemie hinsichtlich des Wohlstands, der wirtschaftlichen Entwicklung und der gesellschaftlichen Teilhabe“, so heißt es in der Erläuterung. Neben dem Niveauranking, das den Erfolg einer Region anhand des status quo zeigt, gibt es das Dynamikranking, das ein Urteil erlaubt anhand der beobachtbaren Entwicklung.

Im Vergleich der 400 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland landet Waldeck-Frankenberg im Niveauranking auf Platz 168, bei der Bewertung der Dynamik sogar auf Rang 78. Beim Blick in die Nachbarschaft zeigt sich, dass der Landkreis damit gut dasteht. So kommt beispielsweise der Landkreis Kassel bei der Dynamik auf Rang 281, beim Niveau auf Platz 243. Die Stadt Kassel belegt zwar beim Dynamikranking Platz 14, landet bei der Niveauplatzierung aber nur auf Position 315. Der Werra-Meißner-Kreis liegt bei der Dynamik auf Platz 82, beim Niveau auf Position 351.

Hanno Kempermann, Geschäftsführer des IW-Tochterunternehmens IW Consult, hebt einige besonders positive Aspekte aus Waldeck-Frankenberg hervor: „Die Beschäftigung in wissensintensiven Dienstleistungen wie Ingenieurbüros, Forschung und Entwicklung, Steuerberatung und Agenturen ist weiter stark angestiegen in den letzten zwei Jahren. Hier liegt der Landkreis auf Rang 16 aller 400 Kreise und kreisfreien Städte.“ Zudem habe die gemeindliche Steuerkraft zugelegt. „Ein bedeutender Teil davon wird von den Gewerbesteuereinnahmen getragen. Offensichtlich konnten also doch viele Unternehmen erfolgreich wirtschaften“, sagt er mit Blick auf zwei Jahre Corona.

Außerdem sei die private Überschuldung „überdurchschnittlich stark gesunken, was auch für eine gute Wirtschaft spricht“. Ein deutliches Plus hingegen habe es bei der Nettozuwanderung gegeben. „Waldeck scheint also attraktiv für die Altersgruppe 25- bis 50-Jähriger zu sein“, so Kempermann.

Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Lebensqualität

Im Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft werden zunächst 55 Einzelindikatoren untersucht, 14 davon haben einen Einfluss auf die Platzierung einer Region. Neben wirtschaftlichen Aspekten wie der gewerblichen Steuerkraft und dem Gewerbesaldo spielen die Beschäftigungsrate von Frauen und der Anteil an hoch qualifizierten Beschäftigten eine Rolle. Vor allem aber geht es um Lebensqualität: naturnahe Flächen, Ärztedichte, Straftaten, private Überschuldung, Wanderungssaldo. Einblick in das Regionalranking gibt es online auf iwkoeln.de. 

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