Bürger haben entschieden:

Fusion Allendorf/Bromskirchen: Gutes Gefühl hat sich bestätigt

Mit der Fusion werden Bromskirchen und seine Ortsteile neue Ortsteile der Gemeinde Allendorf/Eder. So wie hier würden dann die Ortsschilder aussehen.
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Mit der Fusion werden Bromskirchen und seine Ortsteile neue Ortsteile der Gemeinde Allendorf/Eder. So wie hier würden dann die Ortsschilder aussehen.

Das Auszählen des Bürgerentscheids zur Fusion der Gemeinden Allendorf und Bromskirchen hat am Sonntagabend deutlich länger gedauert als geplant, doch am Ende stand ein positives Ergebnis: Die Gemeinden Allendorf und Bromskirchen schließen sich zum 1. Januar 2023 zur neuen Gemeinde Allendorf/Eder zusammen.

Allendorf/Bromskirchen - Das haben gut 72 Prozent der Allendörfer und 73 Prozent der stimmberechtigten Bromskircher mit ihrem Votum, parallel zur Kommunalwahl, entschieden.

Mit knapp 36 beziehungsweise 40 Prozent der Stimmberechtigten ist auch das „Quorum“ erfüllt. Eine Stimmabgabe von mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigen war erforderlich (siehe Hintergrund).

„Der Briefwahlvorstand hatte zu viel zu tun“, begründete Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn das späte Ergebnis des Bürgerentscheids, das am Sonntag erst gegen 22.45 Uhr vorlag. Wenn sich eine hohe Briefwahlbeteiligung abzeichne (hier waren es rund 1300 von 4251 Wahlberechtigten), müsse man künftig den Briefwahlvorstand personell aufstocken, sagte Junghenn. „Bei früheren Wahlen lag ja immer erst das Briefwahlergebnis vor und zeigte einen Trend – am Sonntag war es genau umgekehrt.“ Das Briefwahlergebnis bestätigte den Trend aus den übrigen Stimmbezirken.

Gut 70 Prozent Zustimmung aus beiden Kommunen bestätigten für Junghenn „das gute Gefühl, das ich vorher hatte“. Viele Einwohner der beiden Gemeinden seien der Überzeugung gewesen: „Ihr gehört doch eigentlich sowieso schon zusammen“, sagte Junghenn. Im Vorfeld des Bürgerentscheides sei „keine Kritik laut geworden“, weder in persönlichen Gesprächen noch in Leserbriefen oder in sozialen Medien wie Facebook oder Twitter.

Zurückhaltend äußerte sich Claus Junghenn auf die Frage, ob er sich nach der beschlossenen Fusion mit Bromskirchen auch einen Zusammenschluss mit Battenberg vorstellen könne – immerhin bilden Allendorf und Battenberg ein gemeinsames Mittelzentrum. „Die Konstellation hier war eine ganz andere“, erklärte Junghenn. Er schließe aber weitere Fusionen grundsätzlich nicht aus. Er werde das in seiner Amtszeit als Bürgermeister wohl nicht mehr erleben. „Aber der Grundstein ist gelegt.“

Vöpel: Mein Herz lacht

„Mein Herz lacht“, sagte Bromskirchens Bürgermeister Ottmar Vöpel am Montagmittag über den Bürgerentscheid, während im Nebenraum noch eifrig Stimmen für die Gemeinde- und Kreistagswahl ausgezählt wurden. Er habe in den vergangenen dreieinhalb Jahren auf ein positives Votum zur Gemeindefusion hingearbeitet.

Gleichwohl sei er „ein wenig in Sorge“ gewesen, weil mehrere geplante Bürgerversammlungen wegen Corona nicht stattfinden konnten. „Wer umfassend informiert war, konnten eigentlich nur für die Fusion stimmen“, sagte der Bromskircher Bürgermeister. Doch es habe ihn auch ein Mann in Allendorf gefragt: „Was wollen wir denn mit euch?“ Andere seien der Meinung gewesen, dass „ihr doch längst zusammen seid“, und hätten deshalb keine Notwendigkeit für eine Abstimmung gesehen.

Nun gehe es darum, den Zusammenschluss mit Leben zu füllen und „in Ruhe einen Grenzänderungsvertrag auszuarbeiten“. Er sehe dabei keine Probleme. „Wir haben ein super Verhältnis. Nicht nur Claus Junghenn und ich als Bürgermeister, sondern auch die beiden Parlamente.“

Die nun beschlossene Fusion sieht Vöpel als „richtungsweisend“ für viele andere kleine Kommunen. Es werde die Ansicht wachsen, dass die Aufgaben und Vorgaben für die Kommunen immer komplexer und arbeitsintensiver würden, sagte Vöpel. „Das ist in Zukunft von kleinen Kommunen nicht mehr zu bewältigen.“

Die Ergebnisse

So haben die Wähler beim Bürgerentscheid abgestimmt:

Allendorf:

Ja: 1525 (72,17 %)

Nein: 588 (27,83 %)

Wahlbeteiligung 50,34 %

Damit haben in Allendorf 35,87 % aller 4251 Wahlberechtigten für die Fusion gestimmt (25 % waren erforderlich)

Bromskirchen:

Ja: 612 (73,29 %)

Nein: 223 (26,71 %)

Wahlbeteiligung 54,87 %

Damit haben in Bromskirchen 39,97 % aller 1531 Wahlberechtigten für die Fusion gestimmt (25 % waren erforderlich).

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