Häusliche Gewalt: 41-Jähriger soll Ehefrau verletzt haben

Frankenberger Land. „Ja, ich bin schuld". Mit diesen Worten begann die Vernehmung eines Mannes aus dem Frankenberger Land, der angeklagt war, im September seine Ehefrau verletzt zu haben.

Nach nur 30 Minuten Verhandlung wurde der Mann, der nach eigenen Angaben ein Alkoholproblem hat, zu einer Geldstrafe von 2700 Euro verurteilt.

Dem 41-Jährigen wurde vorgeworfen, die Frau nach einem Wortstreit gewürgt und mit dem Kopf gegen eine Holztür geschlagen zu haben. Dabei soll sich die Frau eine Platzwunde zugezogen haben. Der vor Gericht resigniert wirkende Mann beteuerte mehrfach, dass er Schuld sei. Er will seine Frau aber nur geschubst haben. Bei der Tat war er stark alkoholisiert. Laut eines Gutachtens betrug sein Blutalkohol während der Tat zwischen 2,59 und 3,02 Promille. Der untersuchende Arzt vermerkte aber auch, dass kurz nach der Tat die Sprache des Mannes deutlich, das Bewusstsein klar und die Denkweise geordnet gewesen sei. Das spreche deutlich für einen Gewohnheitseffekt, erklärte Richterin Andrea Hülshorst. Der Mann gab sein Alkoholproblem freimütig zu. Er stelle sich diesem jedoch jetzt und besuche nun regelmäßig die Treffen des Freundeskreises Battenberg. Diese würden ihm sehr dabei helfen, mit seiner Sucht umzugehen.

Außerdem warf er seiner Frau vor, ihn ebenfalls schon mehrfach geschlagen zu haben. „Alles was fliegen kann, fliegt auch irgendwann in meine Richtung“, sagte der 41-Jährige. Auch sei er bereits einmal 14 Monate ohne Alkohol ausgekommen und trotzdem habe es häufig Streit gegeben. Die Richterin wies den Mann darauf hin, dass es sich auch in diesen Fällen um Körperverletzung handelt, die er zur Anzeige bringen muss, und dass er eine Trennung in Betracht ziehen sollte. Auch da es nicht der erste, sondern der zweite Vorfall dieser Art gewesen sei. Verurteilt wurde der 41-Jährige damals jedoch nicht und auch sonst war er strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten.

Hülshorst appellierte auch an die Liebe des mehrfachen Familienvaters zu seinen Kindern: „Es macht mir Angst, dass ihre Kinder lernen, dass Gewalt ein geeignetes Mittel zur Konfliktlösung ist.“ Der Angeklagte wolle doch nicht, dass seine Kinder in zehn bis 15 Jahren in der selben Schleife aus Gewalt festhängen. Außerdem könne es sein, dass sich das Jugendamt einschalte und die Kinder aus dem gewalttätigen Umfeld entferne.

Aufgrund der klaren Sachlage und des Geständnisses des Angeklagten wurde auf die Vernehmung der Zeugen verzichtet. Nach nur etwa 30 Minuten wurde das Urteil gesprochen: 60 Tagessätze à 45 Euro. Damit folgte die Richterin der Forderung des Staatsanwaltes nach einer Geldstrafe und blieb weit unter der gesetzlichen Höchststrafe von fünf Jahren. (mia)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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