Ausstellung in Haina: Tischbeins Weg in die Welt

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Tischbein-Ausstellung: Die Kasseler Kunstprofessorin Prof. Dr. Martina Sitt hat sie gestaltet.

Haina-Kloster. Dem in Haina-Kloster geborenen Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein widmet der Verein Freunde des Klosters Haina eine neue Ausstellung.

„Ein Glücksfall“, so hat Manfred Albus von den Klosterfreunden Haina das Engagement der Kasseler Kunsthistorikerin Dr. Martina Sitt für den Verein und für die Würdigung der Hainaer Malerdynastie Tischbein bezeichnet. Die Fachfrau hat honorarfrei die Ausstellung über den Goethemaler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829) in den umgebauten Räumen im Klosterkreuzgang gestaltet.

Zu den bereits vorhandenen Exemplaren aus dem seit Herbst geschlossenen Tischbeinhaus hat die Kunsthistorikerin aufgrund ihrer Kontakte weitere Exemplar von verschiedenen Museen als Leihgaben bekommen.

Und in ihrem Eröffnungsvortrag brachte sie die hundert Gäste mit Neuheiten aus der Tischbein-Forschung ins Staunen: Sie entdeckte, dass Tischbeins Autobiografie gekürzt wurde. Mit Hilfe des Hainaer Vereins und Kopien, die der verstorbenen Lehrer Willi Brandt einst vom Originaltext machte, wurde auf ihre Veranlassung im Archive des Landesmuseum Oldenburg noch mal gesucht und der ganze Text gefunden.

Ihn konnte die Expertin zu Hilfe ziehen, als sie zur Ausstellungseröffnung am Sonntag den Weg des jungen Tischbeins von Haina zu seinem Maler-Onkel nach Kassel, dann nach Hamburg, Amsterdam und später nach Rom nachzeichnete. Der Abschied von Haina schien Tischbein nicht schwer gefallen zu sein, denn er schrieb: „Je weiter in die Welt, desto besser, je ferner von Haina, desto klüger die Menschen.“

Die Professorin sieht die aktuelle Tischbein-Ausstellung nur als Appetit-Anreger, als Impuls für mehr: Denn Haina ist der Herkunftsort weiterer 16 Maler aus der Tischbeinfamilie. Wünschenswert sei, auch diese zu würdigen - und auch Originalwerke nach Haina zu holen. Denn die gibt es in der Ausstellung nicht.

Die Hainaer Klosterfreunde waren bei der Vernissage aber zunächst einmal froh, die Umgestaltung der Räume und den neuen Zugang zur Klosterkirche durch den Kreuzgang ge-stemmt zu haben - mit Unterstützung von Vitos Haina, von ehrenamtlichen Helfern, von Spendern und mit 15.000 Euro Eigenmitteln.

Mehr zu Tischbeins Leben und seinem Zusammentreffen mit Dichterfürst Goethe in der gedruckten Montagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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