Für die Beobachtung der Fledermäuse

Einer der Hainaer  Wohrateiche wird  teilweise wieder aufgestaut

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Wohrateich: Dieser untere der beiden Wohrateiche bei Haina soll ab Ostern wieder zu einem Drittel mit Wasser aufgestaut werden.

Haina/Kloster – „Über die Osterfeiertage soll damit begonnen werden, den unteren Stauteich der Wohra-Teiche bei Haina auf ein Drittel der vormaligen Wasserfläche wieder einzustauen.“ Das teilte das Regierungspräsidium Kassel (RP). 

Der Teil-Wiedereinstau sei bis Ende August 2020 befristet. Wie berichtet, war im Herbst aus beiden Wohrateichen oberhalb Hainas das Wasser abgelassen worden. Wegen der Gefahr, dass die hundert Jahre alten Dämme bei Starkregen brechen könnten, will der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) als Besitzer des Geländes die Stauteiche in einen naturnahen Fließgewässerabschnitt der Wohra zurückbauen. Um dafür die Genehmigungen zu bekommen, muss unter anderem ein bereits im Herbst erstelltes Fledermaus-Gutachten für eine artenschutzrechtliche Bewertung erweitert werden.

„Nur über der Wasserfläche kann ab Mai die wichtige Phase der Jungenaufzucht der dort vorkommenden Fledermausarten für das erforderliche Gutachten des Instituts für Tierökologie untersucht werden“, teilte RP-Sprecher Michael Conrad mit.

Die Frage der Nutzung der Teiche durch Fledermäuse müsse geklärt und die Erkenntnisse bei der Renaturierungsplanung berücksichtigt werden. Hierfür sind jetzt weitergehende Untersuchungen, auch in Form von Netzfängen, geplant.

Die Außergefahrsetzung der Stauteiche habe aus Sicht der Oberen Wasserbehörde beim RP nach wie vor Priorität. Der auf die Wochenstubenzeit der Wasserfledermäuse befristete und deutlich niedrigere Teil-Wiedereinstau erhöhe das Risiko eines Dammbruchs nicht.

Laut Bürgerinitiative Rettet die Wohrateiche hätte die Teilbefüllung schon längst beginnen müssen, damit die Fledermäuse Insekten als Nahrung fänden. „Die Zeit drängt, sind doch die Fledermäuse bereits heftig am Ausschwärmen und nach der Winterruhe dringend auf Nahrungssuche“, sagt Karl-Heinz Wenz. Der LWV hält dem entgegen: „Es ist nichts verspätet. Wir sind in der Zeit.“

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