Gereizte Stimmung

Petitionsausschuss in Haina/Kloster: Schlagabtausch von Gegnern und Befürwortern des Rückbaus der Wohrateiche

Mit Plakaten für den Erhalt der Hainaer Wohrateiche ist die Landtagsabgeordnete Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (vorne Bildmitte) vom Petitionsausschuss des Hessischen Landtags am Montagnachmittag empfangen worden. Die Bürgerinitiative „Rettet die Wohrateiche“ hatte sich an das Gremium gewandt, um Unterstützung gegen Pläne des Landeswohlfahrtsverbandes zu erhalten. Der will die Teiche zurückbauen und die Wohra renaturieren. Die BI fordert hingegen die Ertüchtigung der Deiche. Auf dem Foto sind neben Gegnern des Rückbaus unter anderen auch Vertreter des LWV sowie der Oberen Wasser- und Oberen Naturschutzbehörde.
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Mit Plakaten für den Erhalt der Hainaer Wohrateiche ist die Landtagsabgeordnete Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (vorne Bildmitte) vom Petitionsausschuss des Hessischen Landtags am Montagnachmittag empfangen worden. Auf dem Foto sind neben Gegnern des Rückbaus unter anderen auch Vertreter des LWV sowie der Oberen Wasser- und Oberen Naturschutzbehörde.

Mit Plakaten für den Erhalt der Hainaer Wohrateiche ist die Landtagsabgeordnete Heidemarie Scheuch-Paschkewitz vom Petitionsausschuss des Hessischen Landtags in Haina empfangen worden. Die Bürgerinitiative „Rettet die Wohrateiche“ hatte sich an das Gremium gewandt, um Unterstützung gegen Pläne des Landeswohlfahrtsverbandes zu erhalten.

Haina/Kloster - Die Stimmung ist von Anfang an gereizt bis aggressiv: Rund 70 Menschen sind am Montagnachmittag zum Ortstermin mit dem Petitionsausschuss des Hessischen Landtags zu den Hainaer Wohrateichen gekommen. Von dem Gremium ist Landtagsabgeordnete Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Die Linken) als Berichterstatterin vor Ort, unterstützt von zwei Mitarbeitern.

Sie hat es schwer, die Diskussion zwischen den beiden Parteien in geregelten Bahnen zu halten: auf der einen Seite Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet die Wohrateiche“, weitere Gegner eines Rückbaus der Teiche, Vertreter des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und des Naturschutzbundes (Nabu) und auf der anderen Seite Vertreter des Landeswohlfahrtsverbandes, insbesondere der für die Teiche zuständige Kämmerer Dieter Schütz, sowie Vertreter der Oberen Wasserbehörde (OWB) und Oberen Naturschutzbehörde (ONB) des Regierungspräsidiums Kassel (RP). Auch Vertreter der Gemeinde und Gemeindevertretung sowie die Landtagsabgeordneten Dr. Daniela Sommer (SPD) und Claudia Ravensburg (CDU) sind anwesend.

Ausgetrocknet: Horst Tolloch vom BUND kritisiert, dass die Ersatzteiche zu spät gebaut worden seien und nun ausgetrocknet sind.

Horst Tolloch vom BUND-Kreisverband eröffnet die Debatte mit Kritik an den neugeschaffenen und längst ausgetrockneten Ersatz-Wasserflächen, die keinesfalls die Wasserflächen der beiden trockengelegten Teiche ersetzen könnten und viel zu spät angelegt worden seien. ONB-Vertreterin Anna Maria Pohl sagte, es seien nur Ersatzlaich-Teiche. Dass sie im Sommer trocken fallen, sei geplant. Sie räumte aber ein, dass es Verbesserungspotenzial gebe.

Weiter oben, am unteren Wohrateich verteidigt Dr. Martin Marburger die Haltung der OWB, die vor Dammbruch und möglichen Überschwemmungen in Haina warnt. Er räumt ein, dass die Dämme nicht gepflegt wurden, zuletzt aber einige Aktionen, wie Rückbau von Bäumen, erledigt wurden. Er findet kaum Gehör und schon gar keinen Glauben bei den Gegnern einer Renaturierung der Wohra. Sie bezweifeln auch, dass die geplante Renaturierung des Flussbetts Hochwasserschutz bieten werde. Bekannte, viel diskutierte Argumente für und wider den Rückbau werden erneut ausgetauscht.

Dieter Schütz vom LWV betonte auf HNA-Anfrage: „Ich habe keinen Grund, die Einschätzung der Fachleute vom RP zu bezweifeln.“ Es bleibe bei der Entscheidung der LWV-Verbandsversammlung, die Deiche zurückzubauen. wenn das Plangenehmigungsverfahren es zulasse.

Herbert Ruhwedel vom Nabu beklagte die enormen Nachteile, den der Verlust der Teiche für seltene Fledermausarten darstelle. Dazu wird auch in Kürze das Gutachten des Fledermaus-Experten Dr. Dietz erwartetet.

Nach dem Diskurs in der Öffentlichkeit folgte eine nichtöffentliche Anhörung im DGH. Scheuch-Paschkewitz wird nun dem Petitionsausschuss Bericht erstatten. Wann eine Entscheidung falle, stehe noch nicht fest.

Martina Biedenbach

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