Landwirt musste sie verkaufen

Kuh in der Güllegrube: Einst gerettet - wie geht es dem Tier heute?

Bis zum Kopf im Schlamassel: Diese Kuh war am 22. März 2016 in einem Hainaer Ortsteil in eine Güllegrube gefallen. Es ist unglaublich, aber sie wurde lebend aus ihrer Notlage befreit. privat

Haina/Kloster. Was macht eigentlich die Kuh, die im März 2016 bei Haina/Kloster in eine Güllegrube gefallen und gerettet wurde? Das fragten wir zum Jahresanfang.

Sie befand sich in einer lebensbedrohlichen Notlage. Die Kuh, die am Rande eines Hainaer Ortsteils in die Güllegrube gestürzt war. Sie steckte am 22. März 2016 bis zum Hals im Schlamassel. Hätte der Zufall ihr nicht hilfreiche Menschen vorbeigeschickt, wäre die Schwarz-Bunte in der Güllegrube umgekommen.

Mitarbeiter des Veterinäramts Waldeck-Frankenberg kamen, wie berichtet, zufällig zu einer Routine-Kontrolle auf den Milchviehbetrieb. Sie entdeckten das Tier in der Güllegrube und verständigten die Leitstelle. Bis die Wehrleute aus Haina und Halgehausen eintrafen, sorgten die Mitarbeiter des Veterinäramts mit einem Seil dafür, dass die Kuh den Kopf oben behielt und möglichst wenig von den giftigen Gasen aus der Güllegrube einatmete.

Die Wehrleute zogen das Tier mit Hilfe eines Stallschleppers und eines zweiten Stricks aus der Grube. Der Landwirt Gerald Metz aus Altenhaina, den die Männer vom Amt ebenfalls verständigt hatten, seine Söhne und ein Mitarbeiter reinigten die über und über mit Gülleschlamm bedeckte Kuh mit Wasser und Stroh.

Das Tier war zwar sichtlich erschrocken, aber unverletzt. Das stellte auch der Besitzer der Kuh später fest, nachdem er telefonisch verständigt worden und herbeigeeilt war. Der Vollererwerbslandwirt hatte am Vormittag aus Versehen die Tür des Stalles nicht richtig geschlossen, teilte er der HNA mit. Deshalb waren Tiere nach draußen gelangt. Die Güllegrube war nur zum Teil mit einem Zaun gesichert.

Und wie ging es danach weiter mit der Geretteten? Zunächst sehr gut, wie der Landwirt jetzt auf HNA-Anfrage erläuterte. Die Schwarz-Bunte war trächtig und brachte ein gesundes Bullenkalb auf die Welt.

Doch dann kam ein jähes Ende. Im Herbst stellte der Landwirt - angesichts der niedrigen Milchpreise - die Milchproduktion ein und verkaufte die Tiere - die meisten gingen an den Schlachter. „Wer will bei der derzeitigen Überproduktion an Milch noch Kühe kaufen?“, erklärte der Mann.

Auch unsere Kuh traf dieses Schicksal. Normalerweise hätte sie noch zwei, drei Jahre weiter Milch geben können. Ihr drittes Kalb, das im Sommer geboren wurde, lebt aber weiter - bei einem Bullenmäster.

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