Baureste wurden entsorgt und das Gelände eingeebnet

Bordell-Ruine in Löhlbach platt gemacht: Gemeinde riss „Häschenbar“ ab

Brandruine: So sah der Zustand des abgebrannten Bordells „Häschenbar“ bei Löhlbach vorher aus. Foto: nh

Löhlbach. Fast elf Jahre gammelte die Bordellruine "Häschenbar" vor sich hin. Weil der Besitzer sie nicht abriss, übernahm dies nun die Gemeinde Haina.

Über die „Häschenbar“ kann nun Gras wachsen. Die Gemeinde Haina hat eine Lösung für die Ruine des 2005 abgebrannten Bordells nahe der B 253 am Ortseingang von Löhlbach gefunden. Sie hat die Baureste entsorgt und das Gelände eingeebnet.

Seit Jahren hatte, wie berichtet, Bürgermeister Rudolf Backhaus den Besitzer und ehemaligen Bordellbetreiber Rolf Rohner aus Bad Wildungen vergeblich aufgefordert, die Brandruine zu räumen. Dem heute 74-Jährigen fehlte nach eigenen Aussagen das Geld dafür. Er hatte einen langen Rechtsstreit um die Brandursache geführt. Aber sogar der Bundesgerichtshof in Karlsruhe stellte fest, die Brandversicherung muss nicht zahlen, weil ein nicht ordnungsgemäß aufgestellter Kaminofen die Brandursache gewesen sei. Rohner hingegen ist der Meinung, dass eine defekte Elektroheizung in Brand geraten sei. Die Versicherung forderte 74 000 Euro von Rohner für eine Bankhypothek, die sie abgelöst hatte.

„Ich bin ein armer Rentner, bekomme 188 Euro im Monat“, sagte Rohner 2014 der HNA. Die „Häschenbar“, die er vor dem Brand verpachtet hatte, hätte seine Altersversorgung sein sollen. Seine Pläne, dort ein Wohnwagen-Bordell zu betreiben oder das Gelände zu verkaufen, scheiterten.

Die Bordellruine wurde abgerissen.

Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus versuchte mehrfach vergeblich, zwischen Rohner und der Versicherung zu vermitteln, denn er wollte, dass der „Schandfleck“ wegkommt, zumal der Bereich als Wasserschutzzone II ausgewiesen worden war. Allerdings sollte vermieden werden, dass die Gemeinde die Entsorgungskosten von geschätzt 20.000 Euro trägt.

Mit der Zwangsversteigerung des Geländes sah der Bürgermeister nun endlich eine Chance. Die Gemeinde bot mit und erhielt für 3000 Euro den Zuschlag, erläuterte Backhaus. Bauhof und freiwillige Helfer aus Löhlbach - vor allem Vertreter von Ortsbeirat und Gemeindeparlament - machten sich an die Arbeit. In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde entsorgten sie laut Backhaus die Hausreste, füllten den Keller auf und brachten Erde auf. Nun gibt es dort eine ebene Fläche, die zum größten Teil mit Gras angesät wurde.

Zudem wurde ein Teil mit Schotter befestigt - als Parkplatz. Direkt in der Nachbarschaft steht das Schützenhaus. „Das ist jetzt eine saubere Sache“, sagte der Bürgermeister. Gebaut werden dürfe dort nicht mehr.

Was der ehemalige Bordellbetreiber Rohner dazu sagt, und einen Blick auf die Geschichte des Etablissements lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe der HNA.

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