Vermieter sollen sich melden

Haina will Flüchtlinge in Privatwohnungen unterbringen

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Haina-Kloster. Um Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen, will die Gemeinde Haina Wohnungen anmieten und so Vermietern Bedenken nehmen.

Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen, die in Deutschland Schutz suchen, wird auch die Gemeinde Haina-Kloster weitere Unterkünfte zur Verfügung stellen müssen. „Die 33 Plätze in der Löhlbacher Sammelunterkunft werden nicht ausreichen“, schilderte Bürgermeister Rudolf Backhaus in der Hainaer Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend und erläuterte die Idee, dass die Gemeinde künftig Wohnungen von Privatpersonen anmietet und dort Flüchtlinge unterbringt.

Über dieses Marburger Modell, das bereits im Nachbarkreis Marburg-Biedenkopf praktiziert werde, verhandeln laut Backhaus die 22 Kommunen in Waldeck-Frankenberg gerade mit dem Landkreis. Wie berichtet, liegt bei dem Marburger Modell die Zuständigkeit für die Unterbringung der Flüchtlinge weiter beim Landkreis, die Kommunen bemühen sich jedoch eigenverantwortlich um geeigneten Wohnraum und melden diesen an den Kreis. Bei der Verteilung wird nicht allein die Einwohnerzahl zu Grunde gelegt, sondern man orientiert sich vor allem an den infrastrukturellen Voraussetzungen - also zum Beispiel daran, ob es Geschäfte, Freizeitmöglichkeiten und Busverbindungen in dem Ort gibt. Und da wo es Wohnungen gibt, dahin überweist der Kreis die Asylbewerber.

Für den Hainaer Bürgermeister hat dies folgenden Vorteil: Die Gemeinde werde nicht von heute auf morgen vor die Aufgabe gestellt, eine gewisse Anzahl von Flüchtlingen unterzubringen und dafür zum Beispiel eine Pension anzumieten oder Container aufzustellen - was derzeit drohe.

Vermieter sollen sich melden 

Zudem gibt es seinen Angaben nach zahlreiche leerstehende Wohnungen oder auch Häuser in der Großgemeinde. Die Gemeinde trete als Mieter auf, sorge für Überweisung der Miete „zu üblichen Preisen“ und komme für eventuell durch die Nutzer verursachte Schäden auf. Damit sollen den Vermietern Bedenken genommen werden, ihren Wohnraum Asylbewerbern zur Verfügung zu stellen. Die Wohnungen sollen nicht nur für einige Wochen angemietet werden, sondern längerfristig, zum Beispiel für ein Jahr.

Interessierte Vermieter werden gebeten, sich im Bürgerbüro der Gemeindeverwaltung zu melden, sagte Backhaus. (mab)

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