Hainaer Ausschuss sagt Nein zu Gemündens Plänen

Trinkwasser: Hier fließt das Wasser. Die Änderung der Wasserversorgung in der Bunstruth stockt jedoch noch. Foto: dpa

Haina/Gemünden. Die Diskussion um die Wasserversorgung in Gemünden und der Bunstruth geht weiter. Der Hainaer Ausschuss hat Gemündens Pläne abgelehnt.

Der Hainaer Haupt- und Finanzausschuss hat am Montagabend einstimmig die geplante und von den Gemündener Stadtverordneten bereits beschlossene Umorganisation des Wasserleitungszweckverbandes Bunstruth (WLZV) abgelehnt. Damit ist auch von der Hainaer Gemeindevertretung, die am Donnerstag tagt, eine Ablehnung zu erwarten.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses schlossen sich der Meinung des Hainaer Gemeindevorstandes an. Vor einer Satzungänderung soll geprüft werden, ob es sinnvoll sei, auch alle Hainaer Ortsteile dem Zweckverband anzuschließen (HNA berichtete). Bisher versorgt der Verband neben Gemündener Stadtteilen die Ortsteile Halgehausen und Bockendorf.

Gemünden profitiere einseitig

Von der bisher geplanten Änderung profitiere einseitig die Stadt Gemünden: Sie würde ihre komplette Wasserversorgung an den Zweckverband auslagern, durch den Verkauf des Wasserleitungsnetzes noch zirka 350.000 Euro erzielen und hätte damit auch ihr Ziel erreicht, in allen Stadttteilen den gleichen günstigen Wasserpreis von 2,12 Euro anbieten zu können, fasste Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus die Vorteile für Gemünden zusammen.

Rudolf Backhaus

Die Wohrastadt wäre damit das Problem des defizitären Wasserhaushaltes ohne Anstrengung los. Die Gemeinde Haina habe hingegen in der Vergangenheit ihre Hausaufgabe erledigt und in den zehn der zwölf Ortsteile den Wasserpreis sukzessive auf 3,05 Euro erhöht. Nur Halgehausen und Bockendorf profitierten von den günstigeren Preise des WLZV, so Backhaus.

Gemündens Bürgermeister Frank Gleim, der als Gast an der Ausschusssitzung in Haina teilnahm, hielt entgegen, dass die Gemeinde Haina aber auch keinen Nachteil durch die Neuregelung habe.

Neue Variante? 

Hainas Verwaltungschef Backhaus bedauerte, dass der Wasserleitungszweckverband, der mehrheitlich mit Gemündener Vertretern besetzt ist, im vergangenen Jahr die Variante abgelehnt hatte, bei der der Verband nur noch das Wasser an die beiden Kommunen liefere und diese selbst die Weiterleitung und die Abrechnung übernehmen.

Backhaus und die Ausschussmitglieder wollen nun die Umsetzung einer neuen Variante prüfen: Durch die Einbeziehung aller Hainaer Ortsteile und Gemündener Stadtteile könnte ein größeres überkommunales Gebilde mit eigener Geschäftsführung entstehen. Backhaus hält dies „für eine zukunftsorientiertere Lösung“.

Er richtet aber auch versöhnliche Töne an Gemünden. Trotz verschiedener Interessen sei das Tuch zwischen den beiden Kommunen nicht zerschnitten, sagt er.

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