Elektrofanggeräte im Einsatz

Hainaer Wohrateiche: Das Abfischen hat begonnen

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Hier hält BFM-Chef Dr. Dirk Hübner einen dicken Karpfen in Händen, den Thomas Hennig (links) und Andreas Happich von der Edersee-Fischerei in einem Behälter vom Teich auf den Damm getragen haben.

Haina/Kloster. Die Biologen der Bürogemeinschaft für fisch- und gewässerökologische Studien Marburg (BFM) haben am Dienstag mit dem Abfischen der Hainaer Wohrateiche begonnen.

„Rotauge, Rotauge, Barsch, Rotauge“, sagt Biologe Joe Birkenstock und nimmt einen Fisch nach dem anderen aus einem Behälter und wirft ihn in den nächsten. Dort bestimmt Kollegin Theresa Graf die Größe der Tiere und Kollegin Sabrina Schreiter führt eine Strichliste. So werden alle Fische, die die Mitarbeiter der Bürogemeinschaft für fisch- und gewässerökologische Studien Marburg (BFM) aus dem unteren Hainaer Wohrateiche geholt haben, dokumentiert.

Am Dienstagmorgen haben elf BFM-Mitarbeiter sowie Thomas Hennig von der Edersee-Fischerei mit zwei Mitarbeitern begonnen, den fast leeren unteren Wohrateich bei Haina abzufischen. Im ersten Durchgang sind nur kleine Fische ins Netz gegangen. Das Team wartet deshalb, bis noch mehr Wasser abgelaufen ist. „Dann wird es einfacher, denn alle Fische sammeln sich im Restwasser“, sagte Dr. Dirk Hübner, der die Aktion leitet.

Gegen 11 Uhr steigen zwei Dreierteams erneut in die beiden Schlauchboote. Sie haben Elektrofanggeräte an Bord, mit denen Gleichstrom ins Wasser geleitet wird. Das zieht die Fische an, sie hüpfen quasi in die Kescher. „Die Tiere bekommen nur einen leichten Stromschlag. Wenn sie in den Wasserbehältern sind, ist die Wirkung schon vorbei“, sagt Hübner.

Hainaer Wohrateiche: Wasser abgelassen, Tiere abgefischt

Wohrateiche Haina Haina/KlosterAbfischen der Krebse Praktikant Yannick Hübner vom Marburger Institut BFS mit einem der gefangenen Edelkrebse
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Wohrateiche Haina Haina/KlosterAbfischen der KrebseDie Biologen Jan Kappner (links) und Frieder Wittmann (rechts) mit Praktikant Yannick Hübner vom Marburger Institut BFS beim Leeren der ausgelegten Reusen auf dem oberen Wohrateich
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Hainaer Wohrateiche Haina Haina/KlosterWasser wird abgelassenoberer Wasserteich am 9.10.2019 nach dem Begomm des Ablassens am 8.10.19
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Hainaer Wohrateiche Haina Haina/KlosterWasser wird abgelassen unterer Wohrateich am 9.10.2019 nach dem Beginn des Ablassens am 8.10.19Mitarbeiter der Firma BFS mit dem Boot auf dem Teich, der schon um einen halben Meter abgesunken ist.
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Hainaer Wohrateiche Haina Haina/KlosterWasser wird abgelassen unterer Wohrateich am 9.10.2019 nach dem Beginn des Ablassens am 8.10.19Dr. Dirk Hübner von der Firma BFS zeigt Muschelschalen am Teichrand. Bisamratten haben die Muscheln gefressen.
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Hainaer Wohrateiche Haina Haina/KlosterWasser wird abgelassen unterer Wohrateich am 9.10.2019 nach dem Beginn des Ablassens am 8.10.19Dr. Dirk Hübner von der Firma BFS mit einer leeren Muschel am Teichrand. Den Schlamm suchen die 'Biologen regelmäßig nach lebenden Muscheln ab.
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Hainaer Wohrateiche Haina Haina/KlosterWasser wird abgelassen unterer Wohrateich am 9.10.2019 nach dem Beginn des Ablassens am 8.10.19Auf dem Damm werden Schienen verlegt für Yannick Hübner und Ari Voges be der Kontrolle der Reusen.
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Hainaer Wohrateiche Haina Haina/KlosterWasser wird abgelassenBerufsfischer Thomas Hennig vom Edersee wird die abgefischten Fische abholen
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Hainaer Wohrateiche Haina/Kloster unterer Teich am Freitag 11.10.19 nach dem Wasserablass seit Dienstag eingesammelte Teichmuschelnim Behälter
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Hainaer Wohrateiche Haina/Kloster unterer Teich am Freitag 11.10.19 nach dem Wasserablass seit Dienstag Ari Voges und Yannick Hübner (von links) mit Teichmuscheln
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Hainaer Wohrateiche Haina/Kloster unterer Teich am Freitag 11.10.19 nach dem Wasserablass seit Dienstag
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Hainaer Wohrateiche Haina/Kloster unterer Teich am Freitag 11.10.19 nach dem Wasserablass seit Dienstag
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Haina Wohrateiche Hainaer Abfischen am unteren TeichMitarbeiter dr Marburger Bürgogemeinschaft für fisch- und gewässeökologische Studien beim Sabrina SChreiter schiebt den Wagen mit dem Behälter zum Straßenrand
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Haina Wohrateiche Hainaer Abfischen am unteren TeichMitarbeiter dr Marburger Bürgogemeinschaft für fisch- und gewässeökologische Studien beim ElektrofischenInstitutschef Dr. Dirk Hübner mit einem großen Karpfen
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Haina Wohrateiche Hainaer Abfischen am unteren TeichMitarbeiter dr Marburger Bürgogemeinschaft für fisch- und gewässeökologische Studien beim ElektrofischenGroßer Fisch gefangen
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Haina Wohrateiche Hainaer Abfischen am unteren TeichMitarbeiter dr Marburger Bürgogemeinschaft für fisch- und gewässeökologische Studien beim Elektrofischen
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Haina Wohrateiche Hainaer Abfischen am unteren TeichMitarbeiter dr Marburger Bürgogemeinschaft für fisch- und gewässeökologische Studien beim Elektrofischen
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Haina Wohrateiche Hainaer Abfischen am unteren TeichBeim Bestimmen der abgefischten Fische , die dann in die Transportbehälter auf demWAgenm kommenJoe Birenstock und Theresa Graf von der Marburger Bürgogemeinschaft für fisch- und gewässeökologische Studien
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Haina Wohrateiche Hainaer Abfischen am unteren Teich
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Haina Wohrateiche Hainaer Abfischen am unteren Teich
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Haina Wohrateiche Hainaer Abfischen am unteren TeichMitarbeiter dr Marburger Bürgogemeinschaft für fisch- und gewässeökologische Studien Joe Birkenstock mit Netz
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Am Teichrand warten weitere Mitarbeiter. Sie nehmen die schweren Behälter mit Fischen und Wasser entgegen und tragen sie eine eigens angebrachte Holztreppe zur Deichkrone hinauf. Dort werden sie auf eigens verlegten Schienen zum Straßrenrand transportiert. Auch diese Tiere werden dokumentiert. Dann verfrachtet Edersee-Fischerei-Mitarbeiter Andreas Daude sie – sortiert nach Arten – , in die auf zwei Fahrzeugen bereitstehenden Transportbehälter. Sauerstoff wird zugeführt, so dass die Tiere sicher in die vorgesehenen Becken am Edersee gebracht werden können. Später werden sie in anderen Gewässer ausgesetzt.

„Da ist er, der große Hecht!“, rufen einige am Uferrand den Fischern zu. Die holen das Tiere ebenso aus dem Wasser wie einige große Karpfen. „Die müssen hier einmal eingesetzt worden sein und ziemlich alt sein. Nachwuchs haben sie keinen gezeugt“, sagt Dirk Hübner. Am Dienstagnachmittag haben die Biologen den unteren Teich leergefischt. Heute wird die Aktion am oberen Teich weitergehen.

„Es sind weniger Fische, als wir erwartet haben. Dafür haben wir viel mehr Krebse und Teichmuscheln herausgeholt“, zieht Hübner eine erste Bilanz. Sein Team werde auch in den nächsten Tagen noch den Teichboden im Blick haben, um eventuell noch vorhandene Muscheln oder Krebse herauszuholen. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn der Schlamm ist bis zu 1,50 Meter tief. „Da kann man leicht stecken bleiben. Wir gehen immer nur in Zweierteams los“, erläutert Hübner.

Wahrscheinlich bis Anfang nächster Woche wird sein Team noch in Aktion sein. Dann ist die Aufgabe, alle Fische, Krebse und Muscheln an andere Orte zu bringen, erledigt sein. Diese Arbeit musste, egal, ob die Teiche nun zurückgebaut oder die Dämme ertüchtigt werden, auf jeden Fall erledigt werden. Wie es nun weitergeht, das ist noch offen und wird in einem Planfeststellungsverfahren erörtert.

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