Kritik an Vitos-Wohnpflegheim

Vermisster Mann tot im Feld gefunden: Neue Details zur Todesursache

Ein Heimbewohner wurde zunächst vermisst und dann tot im Wald gefunden. Aufgrund des Todesfalls gab es viel Kritik für das Wohnpflegeheim der Vitos in Haina. Der Verstorbene wohnte dort. (Symbolbild)
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Ein Heimbewohner wurde zunächst vermisst und dann tot im Wald gefunden. Aufgrund des Todesfalls gab es viel Kritik für das Wohnpflegeheim der Vitos in Haina. Der Verstorbene wohnte dort. (Symbolbild)

Ein Mann wurde tagelang vermisst, dann wird seine Leiche in einem Feld entdeckt. Die Staatsanwaltschaft nennt neue Details.

Haina - In Haina wurde ein Mann zunächst 14 Tage lang vermisst und dann tot im Feld gefunden. Jetzt liegt die Obduktion des 65-Jährigen vor, der Bewohner des Wohnpflegeheims der Vitos begleitenden psychiatrischen Dienste in Haina war. Wie Timo Ide, Sprecher der Staatsanwaltschaft Marburg, auf am Donnerstag (18.11.2021) auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, gebe es keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden. Das war auch die Einschätzung der Kripo, nachdem der Leichnam am 14. November im Feld zwischen Haina und Herbelhausen von einem Jäger entdeckt worden war.

Die Obduktion habe laut Ide gezeigt, dass es mehrere Ursachen gab: eine Bronchitis, innere medizinische Probleme und der Aufenthalt im Freien. Untersuchungen zum Todeszeitpunkt dauerten noch an.

In den Sozialen Medien gibt es Beschuldigungen, dass Mitarbeiter des Wohnpflegeheims bei der Betreuung des Mannes ihre Aufsichtspflicht verletzt hätten. Dies weist Vitos Haina zurück. „Der Bewohner lebte freiwillig im Wohnpflegeheim. Es gab keine Hinweise auf eine Desorientierung. Insofern konnte sich der Mann frei in und außerhalb der Einrichtung bewegen“, sagt Vitos-Sprecher Rouven Raatz.

Vermisster Mann tot im Feld gefunden: Das sagt Vitos zu Vorwürfen

Er erläutert weiter: In dem Wohnpflegeheim leben chronisch psychisch kranke Menschen, die zusätzlich pflegebedürftig sind. Die von den Fachkräften erbrachte Unterstützung beziehe sich auf die Lebensbereiche Wohnen, Arbeit und Freizeit und werde je nach Bedarf durch eine pflegerische Versorgung ergänzt. Das Ziel der Pflege sei es, die Menschen in ihren Aktivitäten zu unterstützen, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern sowie die Teilhabe am öffentlichen Leben und ihre Selbstbestimmung zu fördern.

Die Bewohner hätten sich die Einrichtung aufgrund dieser Konzeption ausgesucht. Wie jeder Bürger könnten sie ihren Aufenthaltsort und die Gestaltung ihres Lebens frei und eigenständig wählen – analog zu einem Pflegeheim, in dem pflegebedürftige Menschen ohne psychische Erkrankung leben.

Vermisster Mann tot im Feld gefunden: Vitos habe Suchmaßnahmen unterstützt

Neben Gemeinschaftsräumen haben alle Klienten ihre eigenen Apartments, zum Teil mit eigener Küche, und eigener Terrasse. „Die Leistungen der Fachkräfte beziehen sich auf die individuelle Unterstützung der Klienten. Es besteht keine Aufsichtspflicht“, betont Raatz.

Bereits eine Stunde nach dem letzten Kontakt mit dem Vermissten am 1. November, dem Tag seines Verschwindens, habe die Einrichtungsleitung die Polizei informiert. Die schnelle Reaktion wurde damit begründet, dass für den Bewohner ein Fernbleiben ohne Absprache untypisch war.

Vitos habe die umfangreichen Suchmaßnahmen unterstützt. Dass, wie kritisiert wird, die Feuerwehr nicht eingeschaltet worden sei, kommentiere Vitos nicht. Denn die Einsatzleitung habe bei der Polizei gelegen. (Martina Biedenbach)

In Kassel lag ein Mann wochenlang tot in seiner Wohnung im betreutem Wohnen im Seniorenhaus.

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