Kegelclub Schluckauf gewinnt den Boßelwettkampf in Haina

Strafschnaps: Den mussten Matthias Noll, Martin Völker und Frank Kirchhainer (von links) trinken, da die Kugel den Feldweg um mehr als drei Meter verlassen hatte. Volker Stielow (rechts) trägt dafür Sorge.

Haina-Kloster. Zwanzig Männer, Frauen und Kindern entlockt der Wurf mit der 1,1 Kilogramm-Kugel ein Raunen der Anerkennung. Boßelwettkampf ist in Haina angesagt.

Die Sonne scheint. Es ist etwas windig. Sechs Grad Celsius zeigt das Thermometer. Eine hellgrüne Kugel zischt durch die Luft, landet auf dem ausgebauten Feldweg und rollt. Und rollt und rollt. Schließlich bleibt sie am Rand der geteerten Fläche liegen und verfängt sich im Gras. Glück gehabt. 50 bis 60 Meter ist die Kugel geflogen und nicht mehr als drei Meter vom Weg entfernt liegen geblieben. Ein Strafschnaps für die ganze Mannschaft wird deshalb nicht fällig.

Erfolgreicher Boßelwerfer: Bodo Bornscheuer wirft die hellgrüne Kugel mit viel Geschick. Seine Mannschaft, der Kelgelclub Schluckauf, konnte am Ende den Sieg für sich verbuchen. Fotos: Ochs

Der „ostfriesische Nationalsport“ hat in der Klostergemeinde Einzug gehalten und diese trägt den zweiten Boßel-Wettkampf aus. Drei Mannschaften mit je vier Teilnehmern kämpfen, wie Volker Stielow als Organisator, sagt, um Ruhm und Ehre. Sie alle sind nach einem kurzen Fußmarsch auf der Sehlener Höhe angekommen. Dort startet der Feldkampf im Boßeln auf dem Verbindungsweg zur Herbelhäuser Straße. Und so tritt jede Mannschaft mit ihren Mitspielern gegen die anderen an. Am Ende schließlich gewinnt die Mannschaft, die die geringste Zahl an Würfen bis zum Ziel benötigt hat. Von der Sehlener Höhe führt der Querverbindungsweg in Richtung Herbelhausen und von dort wieder zurück in die Klostergemeinde. Insgesamt ist eine Strecke von 3,9 Kilometern zu absolvieren.

Nach fast drei Stunden ist es endlich geschafft. Alle kommen durchgefroren aber fröhlich am Vereinsheim des TSV Haina an, denn schließlich musste doch der ein oder andere Strafschnaps für die ganze Mannschaft getrunken werden.

Der TSV Haina mit den Organisatoren Volker Stielow, Uli Pfingst und Koch Hilmar Buchwald freuen sich über die gelungene Veranstaltung. „Auch im nächsten Jahr werden wir wieder einen Boßelwettkampftag anbieten“, freut sich Stielow.

Gewinner: 

1. Kegelclub Schluckauf mit Bodo Bornscheuer, Matthias Noll, Martin Völker und Frank Kirchhainer.

2. Coolest Kids der Jugendfeuerwehr Haina

3. TSV Frohsinn Haina

Hintergrund

Der „ostfriesische Nationalsport“ wird unter anderem als Feldkampf mit je vier Werfern ausgetragen und zieht sich über Stunden und lange Strecken hin. Es wird abwechselnd immer von der Stelle aus geworfen, an der die Boßelkugel des vorherigen Werfers der eigenen Mannschaft liegen geblieben ist. Gewonnen hat am Ende die Mannschaft, die vorne liegt. Beim Boßelwurf ist es essentiell, dass die Boßelkugel mit einer hohen Geschwindigkeit losgelassen wird, um damit einen weiten Wurf zu erzielen. Dabei kommt es darauf an, die Flugbahn nicht zu steil werden zu lassen, damit die Kugel nach der Landung auf der Straße noch möglichst weit rollt.

Von Jutta Ochs

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