Kosten für Strom und Heizung erneut gestiegen

Klosterfreunde: Tischbeinhaus nicht mehr zu bezahlen

Tischbeinhaus: Das Geburtshaus des Goethe-Malers Tischbein in Haina-Kloster ist nicht mehr zu besichtigen. Der Verein der Klosterfreunde hat es an Vitos Haina zurückgegeben. Archivfoto: Biedenbach

Haina-Kloster. Der Verein der Freunde des Klosters Haina hat die in Leserbriefen geäußerte Kritik an der Schließung des Tischbein-Hauses auf dem Klostergelände zurückgewiesen.

Den Verfassern dieser Zuschriften seien die Hintergründe der Entscheidung, die den Verantwortlichen nicht leichtgefallen sei, offenbar nicht bekannt, erklärte der Vereinsvorsitzende Peter Lein jetzt in der Jahresmitgliederversammlung des Vereins.

Die Kosten für Strom und Heizung im Tischbein-Haus seien im vergangenen Jahr erneut gestiegen, außerdem hätte eine weitere Offenhaltung wegen der aufgetretenen Feuchtigkeitsschäden auch wieder eine teure Renovierung erforderlich gemacht.

Schatzmeister Wilhelm Helbig wies ferner darauf hin, dass die Zahl der Besucher in dem kleinen Fachwerkgebäude im vergangenen Jahr erneut um zehn Prozent auf 682 Besucher zurückgegangen sei. Davon hätten nur 472 auch die Ausstellung besucht.

Zur Betreuung dieser Gäste habe man aber zwei Personen beschäftigen müssen, und das sei „nicht zu bezahlen“.

Das Tischbein-Haus war der Sitz eines Teils der Künstlerfamilie Tischbein, aus der eine ganze Dynastie von mehr als drei Dutzend Malern, Architekten und Kunsthistorikern hervorgegangen ist. Der bekannteste war Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829), ein Freund Johann Wolfgang Goethes, der diesen 1786 in seiner Wohnung in Rom beherbergt hatte. Aus dieser Zeit stammt Tischbeins weltberühmtes Porträt des Dichterfürsten mit weißem Mantel und großem Hut vor antiken Ruinen, das im Frankfurter Städel hängt.

Das Wirken der verschiedensten Angehörigen dieser Malersippe und ihre Abstammung vom einstigen Hainaer Hospital-Bäcker Johann Heinrich Tischbein soll künftig in einer eigenen, mit modernen Darstellungsmitteln bestückten Ausstellung gewürdigt werden, die von Studenten der Universität Kassel völlig neu gestaltet wird.

Sie soll am 10. Mai eröffnet werden und hat ihren neuen Platz in einem mit Mitteln des Vereins und unter tatkräftiger Mithilfe von Mitgliedern restaurierten Nebenraum der frühgotischen Kirche.

Auf diese Weise werde den weitaus zahlreicheren Besuchern der Kirche und der angrenzenden Klostergebäude künftig ein Besuch der Tischbein-Ausstellung möglich sein, ohne dass sie das in einiger Entfernung liegende Tischbein-Haus aufsuchen müssen, meinen die Verantwortlichen. „Wir haben damit um tausend Prozent gewonnen“, sagte der Vereinsvorsitzende. (nh/mab)

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