Mit Findlingen und Urnenwand

Gemeinde Haina bietet neue Bestattungsformen an, bei denen die Grabpflege entfällt

Findlingsgrabstätte: Diese und weitere neue Bestattungsformen bietet die Gemeinde Haina nun an. Das Foto zeigt Bürgermeister Alexander Köhler an einem Findlingsstein auf dem Friedhof Löhlbach. 
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Findlingsgrabstätte: Diese und weitere neue Bestattungsformen bietet die Gemeinde Haina nun an. Das Foto zeigt Bürgermeister Alexander Köhler an einem Findlingsstein auf dem Friedhof Löhlbach. 

Die Gemeinde Haina bietet neue Bestattungsformen an, bei denen die Grabpflege entfällt. Dazu gehören Findlingsgrabstätten und Urnenwände.

Haina/Kloster – In zentraler Lage auf dem Löhlbacher Friedhof liegt ein dicker Felsbrocken. Es ist ein Findling, der vor Jahrzehnten beim Straßenbau in Löhlbach entdeckt und an den Waldrand gebracht worden war. Nun hat er eine neue, würdevolle Aufgabe. Er kennzeichnet eine Findlingsgrabstätte. Es ist eine der neuen Bestattungsformen in der Gemeinde Haina.

Bürgermeister Alexander Köhler stellte im Gespräch mit der HNA die neuen Beerdigungsmöglichkeiten vor, die die Friedhofssatzung von Ende 2018 ermöglicht, und die nun auf den größeren Friedhöfen der Gemeinde umgesetzt sind oder noch werden. Die Gemeinde, zu der zwölf Ortsteile gehören, hat zehn Friedhöfe. Der Friedhof im Ortsteil Mohnhausen gehört der evangelischen Kirchengemeinde. Der 31-Einwohner-Ort Haddenberg hat keinen eigenen Friedhof.

An allen zehn gemeindlichen Friedhöfen gibt es Reihengrabstätten für Erdbestattungen, Urnenreihen-Grabstätten und ein Feld für anonyme Urnenbeisetzung und anonyme Erdbestattungen. Das ist nicht neu. Neue Bestattungsformen sind:

Baum- oder Findlingsgrabstätten: In eine Rasenfläche an besonderen Bäumen oder Findlingssteinen können biologisch abbaubare Urnen bestattet werden – bis zu zwei Urnen übereinander. Es gibt keinen Grabstein. Name, Geburts- und Sterbedaten des Verstorbenen stehen auf einer kleinen Tafel, die an dem Findling oder einer größeren Tafel an einem Baum angebracht werden. Die Grabstelle im Rasen ist nicht sichtbar. Aber die Gemeinde vermerkt die genaue Position in einem Lageplan. So kann, wenn zum Beispiel der zweite Ehepartner verstirbt, seine Urne auf die des zuerst verstorbenen Partners gesetzt werden. Der Rasen wird von der Gemeinde gepflegt. Grabschmuck und andere Gegenstände dürfen nicht auf der Grabstätte abgelegt werden, sondern nur an einer ausgewiesenen Stelle. Solche Baum- und Findlingsgrabstätten sind vorgesehen oder schon vorhanden auf den Friedhöfen in Bockendorf, Dodenhausen, Haina, Hüttenrode und Löhlbach. Welcher Findlingsstein genommen wird, entscheiden die Ortsbeiräte. In Haina ist es der Stein, der beim Bau des DGH gefunden wurde und lange neben dem Bürgerhaus stand.

Urnenreihen-Rasengräber: Das sind Urnengräber in einer Rasenfläche, die nur mit einer Marmor-/Granit- oder Basaltplatte versehen sind, auf denen Namen, Geburts- und Sterbedatum vermerkt sind. Die Platten müssen mit der Erdoberkante abschließen, damit die Rasenpflege maschinell erfolgen kann.

Urnenwände: Sie enthalten Grabkammern für je zwei Urnen und werden für 30 Jahre bereitgestellt. „Nach Ablauf der Ruhezeit werden die Aschenreste und ihre Behältnisse in einer Gemeinschafts-grabstätte dem Erdboden einverleibt“, heißt es in der Friedhofsatzung. Solche Urnenwände gibt es bisher in der Gemeinde noch nicht, sie sollen aber ab 2021 auf den größeren Friedhöfen geschaffen werden, sagt Bürgermeister Köhler. In der Nachbar-Kommunen Frankenau würden sie gerne angenommen.

Hintergrund für die Schaffung der neuen Bestattungsformen laut Köhler: Immer weniger Angehörige können oder wollen die aufwendige Grabpflege leisten. Manche Verstorbene haben keine Angehörigen mehr oder diese wohnen nicht vor Ort. Bei den neuen Formen ist lediglich Rasenpflege nötig. Diese übernimmt die Gemeinde. Von Martina Biedenbach

haina.de/rechtsgrundlagen/2/30180/friedhofsordnung

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