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Radwegnetz Gemünden, Haina, Frankenau: Keine Firma für die Beschilderung

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Von: Martina Biedenbach

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Der Elan, den die Bürgermeister (von links) Alexander Köhler (Haina), Björn Brede (Frankenau, mittlerweile aus dem Amt ausgeschieden) und Frank Gleim (Gemünden) im August 2019 bei der Ankündigung ihrer gemeinsamen Radwege-Pläne zeigten, wurde gebremst. Archi
Der Elan, den die Bürgermeister (von links) Alexander Köhler (Haina), Björn Brede (Frankenau, mittlerweile aus dem Amt ausgeschieden) und Frank Gleim (Gemünden) im August 2019 bei der Ankündigung ihrer gemeinsamen Radwege-Pläne zeigten, wurde gebremst. © Martina Biedenbach

Seit 2019 planen die Kommunen Gemünden, Haina und Frankenau ein interkommunales Radwegenetz auszuweisen. Doch es fehlt an Schildern und einer Firma, die sie anbringt.

Haina/Kloster– Freudestrahlend waren die Bürgermeister Alexander Köhler (Haina), Björn Brede (Frankenau) und Frank Gleim (Gemünden) zur Ankündigung ihres interkommunalen Radwegeprojektes im August 2019 auf ihre Fahrräder gestiegen. Gemeinsam verkündeten sie ihren Plan, ein Radwegenetz auszuweisen, das Radler von Gemünden im Süden, über Haina und Frankenau bis zum Edersee im Norden leitet. Doch bei der Verwirklichung gibt es Tücken.

Ein Radwegeverkehrskonzept – Voraussetzung für Fördergeld vom Land – legte im Folgejahr die Firma IKS Mobilitätsplanung aus Kassel im Auftrag der Kommunen vor. Doch die Umsetzung lässt auf sich warten: Es fehlt an Schildern und einer Firma, die die Beschilderung ausführt.

„Wir würden sehr gerne Radrouten ausweisen“, sagt Hainas Bürgermeister Köhler, unter dessen Federführung das Projekt läuft. Dem stimmen sowohl der Gemündener Kollege Frank Gleim als auch der neue Frankenauer Bürgermeister Manuel Steiner, Nachfolger von Björn Brede, zu. Die drei Kommunen wollen mit dem Radwegenetz „den touristischen Radverkehr in der Region beflügeln und einen Impuls hinsichtlich des Alltagsradverkehrs, verbunden mit dem Umstieg vom Auto auf das Rad, setzen“, erläutert der Hainaer Verwaltungschef.

Es geht nicht darum, neue Radwege zu bauen. „Bei den im Konzept vorgesehenen Routen handelt es sich in den meisten Fällen um bereits vorhandene, aufgrund der Beschaffenheit für den Radverkehr nutzbare Wirtschaftswege. Diese spannen sich in einem Netz über die gesamte Gebietskulisse – Frankenau, Gemünden, Haina – und verbinden alle Orts- und Stadtteile miteinander“, erläutert Köhler. Das Konzept ist auf den Homepages der Gemeinde einsehbar.

Radwegenetz: Beschilderungskonzept liegt seit 2021 vor

Für die Ausweisung der im Radverkehrskonzept vorgesehenen Routen erstellte ein Planungsbüro ein Beschilderungskonzept, das im zweiten Halbjahr 2021 vorlag. „Unmittelbar danach hat eine erste Ausschreibung zur Beschaffung und Aufstellung der Hinweisbeschilderung über die Hessische Ausschreibungsdatenbank stattgefunden. Es hat sich kein Interessent für die ausgeschriebenen Leistungen gefunden“, erläutert Köhler.

Eine neue Ausschreibung sei zwar geplant. „Da aber die derzeitige Marktsituation im Bereich des Baugewerbes keine deutliche Verbesserung der Interessentenlage erwarten lässt, haben wird mehrere Gespräche mit potenziellen, regionalansässigen Auftragnehmern geführt. Leider konnten wir noch immer keine Firma finden, die unseren Auftrag zum jetzigen Zeitpunkt vollumfänglich umsetzen würde“, bedauert Köhler.

Könnten die drei Gemeinden die Schilder, wenn sie hergestellt wurden, eventuell zumindest selbst aufstellen? „Es handelte sich um mehrere 100 Schilder. Die müssen nicht nur irgendwo angeschraubt werden, sondern es werden Pfosten aufgestellt, für die Fundamente ausgehoben werden. Firmen haben dafür Spezialmaschinen“, sagt der Bürgermeister.

Durch die Verzögerung erhöhen sich angesichts steigender Kosten gerade auf dem Bausektor auch die Kosten für die Beschilderung. Da das Projekt zu 80 Prozent mit Landeszuschüssen finanziert werden soll, sind die drei Kommunen laut Köhler zumindest erleichtert, dass das Land die Fristsetzung im Förderbescheid um ein Jahr verlängert habe.

„Das gibt uns mehr zeitlichen Spielraum. Ohne die monetäre Beteiligung des Landes wäre eine Umsetzung des Projektes eher unwahrscheinlich“, sagt Köhler. Er fügt jedoch hinzu: „Zunächst gilt es, im Zuge einer Ausschreibung eine bauwillige Firma zu finden.“

Nach den drei Gemeinden hat auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg ein Alltagsradwegekonzept für das ganze Kreisgebiet erstellen lassen, das er im Juni vorstellte. Darin sind die Pläne von Gemünden, Haina und Frankenau enthalten. Für die Umsetzung seines Projektes plant der Kreis zehn bis 15 Jahre. Foto: Susanna Battefeld

Service

Das Radverkehrskonzept der drei Kommunen finden Sie online auf: zu.hna.de/radwege

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