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Unabhängige Bürger Kellerwald: Mehr Hilfe für ländliche Kommunen

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Von: Martina Biedenbach

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Ländliche Strukturen: Die herrschen in der Gemeinde Haina mit ihren zwölf Ortsteilen, darunter so kleine wie Hüttenrode (hier in einer Luftaufnahme von 2006). Über eine bessere Versorgung der Menschen auf dem Land will die Bürgerliste Kellerwald am 14. Oktober mit Landespolitikern diskutieren.
Ländliche Strukturen: Die herrschen in der Gemeinde Haina mit ihren zwölf Ortsteilen, darunter so kleine wie Hüttenrode (hier in einer Luftaufnahme von 2006). Über eine bessere Versorgung der Menschen auf dem Land will die Bürgerliste Kellerwald am 14. Oktober mit Landespolitikern diskutieren. © HNA/Benjamin Scharwey

Ländliche Kommunen wie Haina/Kloster brauchen mehr Unterstützung. Das fordern die Unabhängige Bürger Kellerwald vom Land Hessen.

Battenhausen – „Warum sieht niemand der politisch Wirkenden die schwierigen Bedingungen insbesondere auf dem Land?“ Diese provokante Frage stellen die Unabhängigen Bürger Kellerwald (UBK) an Vertreter der Landespolitik in einer Einladung zu einer öffentlichen Fraktionssitzung am Freitag. 14. Oktober, im DGH Battenhausen.

Die heimischen Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg (CDU) und Dr. Daniela Sommer (SPD) haben bereits zugesagt. Ebenso der FDP-Kreistagsabgeordnete Bastian Belz. Eine Antwort vom Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rein und vom Kasseler Regierungspräsidenten Mark Weinmeister auf die Einladung hat die Bürgerliste noch nicht erhalten. Mit deren Zusage habe sie auch nicht ernsthaft gerechnet, sagt der UBK-Fraktionsvorsitzende Stefan Hecker scherzhaft.

Der Titel des Abends „Für ein Leben auf dem Land“ ist allerdings sehr ernst gemeint. Die UBK führen in ihrem Einladungsschreiben einige der „Hauptprobleme“ auf, die ländliche Kommunen haben: Es gebe immer weniger Ärzte in der Region. Man höre von Plänen, dass 50 Prozent aller Krankenhäuser schließen sollen. „Wie soll unsere überalterte Bevölkerung in der Region zukünftig gesundheitlich versorgt werden?“, fragt die UBK.

Porträtfoto: Stefan Hecker, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Bürger Kellerwald.
Stefan Hecker UBK-Fraktionsvorsitzender © Benjamin Scharwey

Landwirte und Metzgereien demonstrierten seit Jahren, doch die „Flut an kostspieligen Auflagen“ werde immer mehr und das alles stehe unter dem „Pseudo-Argument des Tierwohls und der Ökologie“. „Im Ergebnis hört ein Betrieb nach dem anderen auf“, kritisieren die UBK.

Ein weiteres Problem seien die leeren kommunalen Kassen. „Wir schaffen es kaum, unsere Pflichtaufgaben, wie zum Beispiel die Gebäudeinfrastruktur unserer Feuerwehren, zu erhalten. Junge Menschen verlassen uns und drängen in überteuerte und übersiedelte Regionen.“

Das Einladungsschreiben endet mit der Bitte an die Gäste: „Lassen Sie die obenstehende provokante These nicht einfach so stehen und beteiligen Sie sich an einem öffentlichen fairen Austausch.“

Hainas Bürgermeister Alexander Köhler steht voll und ganz hinter diesem Engagement der UBK und nimmt auch an der Diskussion teil, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. In Haina mit seinen zwölf, zum Teil sehr kleinen Ortsteilen zeigten sich die Probleme des ländlichen Raums sehr deutlich. Ob beim Erhalt der Wasser- und Abwasserleitungen und der Straßen oder bei der Versorgung mit Ärzten oder Supermärkten – kleine Kommunen bräuchten mehr Unterstützung, sagt er. „Die Probleme sind bekannt. Macht etwas und macht mehr!“. Das solle das Signal an die Parteien und an Wiesbaden sein, sagt Köhler der HNA.

Zu der Fraktionssitzung ist auch die Öffentlichkeit eingeladen. Beginn am Freitag, 14. Oktober, ist um 19.30 Uhr im DGH Battenhausen.

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