Von Bankaufstellen bis Dorffeiern

Warum ein kleiner Ort wie Haina-Hüttenrode einen Ortsbeirat braucht

Neuer Ortsbeirat von Hüttenrode: (von links): Sören Paar, Ortsvorsteher Johannes Vaupel und seine Stellvertreterin Julia Mette haben als erste Aktion eine neue Bank oberhalb des kleinen Hainaer Ortsteils (im Hintergrund) aufgestellt.
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Neuer Ortsbeirat von Hüttenrode: (von links): Sören Paar, Ortsvorsteher Johannes Vaupel und seine Stellvertreterin Julia Mette haben als erste Aktion eine neue Bank oberhalb des kleinen Hainaer Ortsteils (im Hintergrund) aufgestellt.

Der Hainaer Ortsteil Hüttenrode hat keine 50 Einwohner. Warum er dennoch einen Ortsbeirat braucht, erläutert der Ortsvorsteher.

Hüttenrode – Johannes Vaupel bleibt Ortsvorsteher von Hüttenrode, dem kleinen Hainaer Ortsteil im Kellerwald. Der 38-jährige Elektrotechnikermeister startet damit in seine zweite Amtszeit. Dem Ortsbeirat des Dorfes mit knapp 50 Einwohnern gehören auch Julia Mette als stellvertretende Ortsvorsteherin und Sören Paar als Schriftführer an. Für beide ist es die erste Amtsperiode.

Sie lösen Markus Wickert und Holger Schmidt ab. Wickert war von 2006 bis 2021 im Ortsbeirat tätig, erst als Schriftführer, seit 2011 als stellvertretener Ortsvorsteher. Schmidt gehörte dem Gremium eine Periode lang an.

Kaum hatte sich der neue Ortsbeirat konstituiert, schritten die Mitglieder auch schon zur Tat. Sie stellten eine neue Ruhebank am Waldrand in Ortsnähe auf. Die Materialien waren von Einwohnern gespendet worden, informierte der Ortsvorsteher.

„Es ist wichtig, dass auch ein so kleines Dorf wie Hüttenrode einen Ortsbeirat hat. Es gibt ja sonst keine Vereine im Ort. Jemand muss die Initiative ergreifen“, so Vaupel.

Der Ortsbeirat kümmere sich nicht nur um Bau- und Instandsetzungsarbeiten, sondern organisiere mit den ansässigen Familien auch gesellige Veranstaltungen wie Dorffeiern und Nikolausbesuche. In dem kleinen Dorf leben immerhin zwölf Kinder.

Ein Thema im Ortsbeirat ist derzeit der Bustransfer zur Schule nach Haina, welcher momentan leider nur zu den Gemündener Schulzeiten möglich sei, bedauern die Hüttenroder.

Ein anderes Thema ist die Sanierung der Bushaltestelle im Ort, deren Dach defekt war. „Da ist schon einiges in Eigenleistung geschehen. Für die Verputzarbeiten ist noch die Gemeinde gefragt“, sagt der Ortsvorsteher.

Johannes Vaupel stammt aus Hüttenrode und ist – nachdem er zehn Jahre woanders gelebt hatte – gerne wieder in seinen Heimatort zurückgekehrt. „Wir leben da, wo andere Urlaub machen“, sagt er. Gerade in der Coronazeiten wisse man das zu schätzen. „Wir haben viel Platz.“ Zudem kenne jeder jeden und man unterstütze sich gegenseitig.

Dennoch läuft die Kommunikation in dem Dörfchen nicht nur über den Gartenzaun, sondern auch übers Internet. Ortvorsteher Vaupel hat bereits vor vier Jahren einen Newsletter angelegt, über den er alle, die sich angemeldet haben, über neueste Entwicklungen im Ort informiert.

Von Martina Biedenbach

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