Bereits 800 Krebse abgefischt

Wohrateiche: Vorbereitung für den Wasserablass sind in vollem Gang

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Edelkrebs in der Hand: Praktikant Yannick Hübner zeigt eines der Exemplare, die abgefischt wurden.

Haina/Kloster – Rund 800 Edelkrebse haben die jungen Biologen Jan Kappner und Frieder Wittmann bereits aus den beiden Wohrateichen oberhalb von Haina gefischt. 

Die Tiere werden an einen anderen Ort umgesiedelt. Es handelt sich um vorbereitende Arbeiten für das Ablassen des Wassers aus den Teichen, das kommende Woche beginnen soll.

Das teilte am Freitag der der Landeswohlfahrtsverband Hessen, Eigentümer des Geländes, auf HNA-Anfrage mit. Der LWV will, wie berichtet, die vor rund 100 Jahren errichteten Teiche zurückbauen. Dort soll sich die Wohra wieder durch das Tal schlängeln. Hintergrund: Die Deiche sind brüchig, Überschwemmungen in Haina werden befürchtet. Mit dem Umsiedeln von Krebsen, Muscheln und Fischen ist die Bürogemeinschaft für fisch- und gewässerökologische Studien Marburg (BFS) beauftragt worden. Vor zirka zwei Wochen haben die BFS-Biologen begonnen, Reusen zum Abfischen der Krebse in die beiden Teiche zu bringen. Sie hängen an mit Teichwasser gefüllten Plastikflaschen, die anzeigen, wo die Reusen liegen. „Wir werden die Flasche am Ende natürlich wieder mitnehmen“, sagt Jan Kappner. Täglich kontrollieren er und sein Kollege die Reusen, und füllen die darin gefangenen Krebse in einen Behälter mit Wasser um.

„Am Anfang waren die Reusen täglich gefüllt“, erläutert Frieder Wittmann. „Am unteren Teich wird die Menge der gefangenen Tiere jetzt aber merklich weniger.“ Wenn kommende Woche das Ablassen des Wassers beginnt, werden die Biologen sukzessive die noch in den Teichen lebenden Krebse einsammeln – ebenso die Teichmuscheln, erläutern die Biologen. Dann werde auch begonnen, die Fische abzufischen.

Immer wieder erkundigen sich nach Angaben der Männer Spaziergänger aus Haina nach den Arbeiten. „Wir erläutern ihnen, was wir konkret hier machen“, sagt Kappner. Wie berichtet, hat sich in Haina die Bürgerinitiative „Rettet die Wohrateiche“ gegründet. Ihren Ärger über die Entscheidung des LWV lassen sie die Hainaer aber nicht an den Biologen aus, wie die beiden berichteten.

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