Glucke spielt jetzt Ersatzmutter

Haina: Nachbars Huhn brütet Laufentenküken der Familie Kessler aus

Leihmutter: Irene Kessler mit dem Huhn, das sieben Entenküken ausgebrütet hat und jetzt als Glucke über den Nachwuchs wacht.
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Leihmutter: Irene Kessler mit dem Huhn, das sieben Entenküken ausgebrütet hat und jetzt als Glucke über den Nachwuchs wacht.

Irene Kessler hält seit mehr als 15 Jahren Enten in ihrem Garten und hat schon mehrfach Nachwuchs gezogen – aber die Küken, die vor zwei Wochen geschlüpft sind, sind etwas ganz Besonderes für die Hainaerin: Die sieben kleinen Laufenten wurden von einem Huhn ausgebrütet, und die Glucke spielt jetzt Ersatzmutter.

Haina/Kloster – Die tierische Leihmutterschaft ergab sich durch eine glückliche Fügung. „Obwohl unsere Enten jede Menge Eier legen, wollte partout keine brüten“, berichtet Irene Kessler. Ihr Nachbar, der Hühner hält, hatte ein gegenteiliges Problem: eine seiner Hennen setzte sich ständig zum Brüten hin.

Natürliche Mutter: Laufente der Familie Kessler.

Da kam Irene Kessler die Idee, die Glucke auszuleihen und ihr ein paar Enteneier unterzulegen. „Ich habe das dann einfach mal ausprobiert und es hat wahrhaftig geklappt“, sagt sie. Das Huhn sei brav sitzen geblieben, obwohl das Brutgeschäft bei Hühnern eigentlich nur 21 Tage dauert und Entenküken hingegen erst nach 28 Tagen schlüpfen. „Deswegen war ich zunächst skeptisch“, so die Hobbyzüchterin.

Aber das Experiment ist geglückt: Aus sieben Eiern schlüpften sieben Laufenten. Verständigungsprobleme gibt es offensichtlich keine zwischen Glucke und Küken: „Wenn das Huhn lockt, kommen die Enten angelaufen. Und wenn es ihnen zu kalt ist, schlüpfen sie unter seine Federn“, sagt Irene Kessler. Auch den Warnlauten des Huhns, wenn zum Beispiel ein Greifvogel am Himmel kreist, folgen die kleinen Laufenten: „Dann suchen sie Schutz bei der Glucke oder gehen in Deckung“, berichtet Irene Kessler. „Die Entenküken werden jedenfalls zweisprachig erzogen“, sagt sie lachend.

Glucke: Das Zwerg Wyandotten Huhn sieht die Entenküken als eigene Kinder an. Die kleinen Laufenten verkriechen sich auch unter ihrem Gefieder.

Die Laufenten – drei weibliche Tiere und ein Erpel – zeigen bislang wenig Interesse an dem Nachwuchs, der ja eigentlich von ihnen produziert wurde. Irene Kessler hofft allerdings darauf, dass eine der Enten doch noch selbst anfängt zu brüten. „Wir halten sie vor allem, weil sie die Schnecken im Garten vertilgen“, sagt Irene Kessler, die für ihre Enten in der Vergangenheit deshalb schon mehrfach Abnehmer gefunden hat. Auch die Gärtnerei von Vitos Haina habe schon mal ein Stämmchen bekommen. „Die Patienten sind ganz begeistert von den Tieren“, so Kessler.

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