Einige Branchen profitieren mehr

Halbzeitbilanz im Weihnachtsgeschäft: Einzelhandel in Korbach bislang zufrieden

Ein beleuchteter Weihnachtsbaum in der Korbacher Fußgängerzone. Im Hintergrund der Blick in die Bahnhofstraße.
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Einkaufen trotz Corona: Weihnachtsbäume und weihnachtliche Beleuchtung sorgen für festliche Stimmung in der Korbacher Fußgängerzone.

Die Pandemie stellt den Einzelhandel vor neue Herausforderungen – vor allem in der Vorweihnachtszeit. Wir haben uns bei Händlern in Korbach umgehört.

Korbach – Für den stationären Einzelhandel ist nichts so bedeutsam wie das Weihnachtsgeschäft. Ein Fünftel des Jahresumsatzes wird in dieser Zeit abgewickelt. Doch im Vergleich zum Vorjahr ist der Kundenschwund bundesweit deutlich, berichtet der Handelsverband Deutschland (HDE). So spüre eine Mehrheit aller Handelsunternehmen deutliche Umsatz- und Frequenzrückgänge gegenüber der Weihnachtszeit 2019.

Im Vergleich zum Bundestrend äußern sich Korbachs Einzelhändler aber überraschend positiv. „Angesichts der Maßnahmen sind wir ganz zufrieden mit den Umsätzen“, sagt beispielsweise Heidi Ueberson vom Modehaus Manhenke. Zwar fehlten insbesondere die Tagesgäste und Urlauber, „dafür kaufen unsere Stammkunden gezielter ein und genießen die entspanntere Einkaufsatmosphäre.“

Das Einkaufsverhalten habe sich zudem auf den Vormittag und den frühen Nachmittag verlagert. Gut nachgefragt werde derzeit insbesondere Mode aus dem Bereich Outdoor und Casual, also lässige Sachen für den Alltag. Für festliche Kleidung ist hingegen die Nachfrage gesunken. Kein Wunder, finden doch zurzeit keine Veranstaltungen statt.

Einkaufstrends vor Weihnachten: Korbacher machen ihr Zuhause schön

Vor allem das Geschäft mit Haushaltswaren, Heimwerkerbedarf, Spielwaren, Einrichtungsgegenständen und Lebensmitteln läuft für viele Händler derzeit zufriedenstellend, teilweise auch sehr gut. „In Anbetracht der Umstände hat das Weihnachtsgeschäft gar nicht so schlecht begonnen“, sagt Robert Kettschau von Picco & Pedalo. „Viele Kunden sind zwar wegen der Corona-Pandemie verunsichert, viele wünschen sich aber auch ein Stück Normalität und ein schönes Weihnachtsfest.“

Neben Klassikern wie Lego und Playmobil sei derzeit vor allem Beschäftigung für drinnen gefragt: „Die Kunden kaufen Puzzles und Gesellschaftsspiele, aber auch Bastelsets für Traumfänger, Armbänder und Ketten, Experimentierkästen von Kosmos oder Holzbausätze“, sagt Ralf Müller, Spielwaren-Experte bei Picco & Pedalo. Schon das ganze Jahr über sei die Nachfrage nach Fahrrädern riesig, ergänzt Kettschau.

„Insgesamt ist in der Fußgängerzone weniger los als in den Vorjahren“, zieht Wilhelm Deuster von Foto und Parfümerie Deuster Halbzeitbilanz. Trotzdem sei das Weihnachtsgeschäft zufriedenstellend angelaufen. „Modelleisenbahnen werden gut nachgefragt, alles aus dem Bereich Fotografie und Duftsachen.“

„Alles, was mit Kochen und Backen zu tun hat, läuft wie verrückt“, sagt Harald Henkel vom Ideenfachgeschäft Henkel. Auch Wohnaccessoires und Dekoartikel fragen die Kunden nach. „Und plötzlich wird auch wieder Geschirr gekauft. Die Leute können nicht zum Essen ausgehen, sie haben Zeit zum Kochen und Backen und machen es sich zu Hause schön.“

Im Corona-Boom sind auch die Möbelhäuser: „Es sieht sehr gut aus“, sagt Möbelkreis-Geschäftsführer Fritz Klug. Viele Menschen hätten während des Lockdowns ihre Wohnung renoviert und in neue Möbel investiert. Davon hat vor allem der mittelständische Möbelhandel profitiert – mit Effekt auf Arbeitsplätze: „Wir haben aufgrund der gestiegenen Nachfrage mehr Personal eingestellt, ich habe soviele Arbeitsverträge unterschrieben wie nie zuvor“, sagt Klug. (Lutz Benseler)

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