Ausbau der Sackpfeife sorgt für ungewohnte Ruhe in Eifa

Ausbau mit mehreren Baustellen: Zwischen Eifa und Biedenkopf wird derzeit an der neuen Trasse der B 253 gearbeitet. Dafür wurden bereits Bäume gefällt und Brücken gebaut. Ab Eifa ist die Bundesstraße voll gesperrt. Foto:  Paulus

Eifa. Durch den Hatzfelder Stadtteil Eifa fahren an normalen Tagen rund 6000 Fahrzeuge, darunter viele Lastwagen. Seit dem 8. Juni ist es - was den Straßenverkehr betrifft - erst mal vorbei mit normalen Tagen.

Mittwochmorgen, kurz nach neun am Ortseingang von Eifa. Vögel zwitschern, Bienen summen, der Wald rauscht leise. Eine Idylle, die vielen Menschen gar nicht auffällt, wenn sie im Auto oder Lastwagen durch das Dorf am Fuße der Sackpfeife fahren. Seit dem 8. Juni können auch die Einwohner des kleinen Hatzfelder Stadtteils diese Ruhe für einige Monate genießen: An der Bundesstraße 253 in Richtung Biedenkopf wird gebaut, der Verkehr wird weiträumig umgeleitet.

„Es ist schon ruhiger geworden“, sagt eine Anwohnerin, die gerade mit ihrer Enkeltochter an der fahrzeugleeren Bundesstraße im Ort spazieren geht. „Am Anfang sind einige Autos durch den Ort gefahren. Auch einige Lastwagen fahren immer wieder durch und müssen oben wieder drehen“, berichtet die Frau.

Auch Larissa Schreiner genießt die Ruhe im Dorf. „Man kann sich jetzt auch mal mit dem Nachbarn über die Straße hinweg unterhalten oder rübergehen“, sagt sie. „Sonst hat man hier ja keine ruhige Minute.“ Die junge Frau wohnt direkt an der Bundesstraße. Sie hängt gerade Wäsche neben dem Haus auf. „Wir können jetzt sogar auf dem Hof mal Kuchen essen. Wir haben extra die Gartenmöbel auf den Hof gestellt“, erzählt sie. „Und man kann jetzt nachts mit offenem Fenster schlafen.“

Wenn die Sackpfeife nicht gesperrt ist, fahren täglich etwa 6000 Fahrzeuge durch Eifa, darunter viele Lastwagen, die aus dem Oberen Edertal in Richtung Biedenkopf und Dillenburg oder weiter zur A45 ins Ruhrgebiet fahren.

Das Hatzfelder Parlament hatte deshalb vor zwei Jahren beschlossen, eine Ortsumgehung für den Bundesverkehrswegeplan anzumelden. Den Stadtverordneten war aber schon damals klar: Eine Umsetzung - wenn überhaupt - würde 20 bis 30 Jahre dauern. Nun ist sogar davon auszugehen, dass der Verkehr mit dem dreispurigen Ausbau der Bundesstraße zwischen Eifa und Biedenkopf zunehmen wird.

Ausbau der Sackpfeife

Zumindest bis zum kommenden Winter haben die Eifaer etwas Ruhe im Dorf. Der Verkehr wird schon ab Battenberg über Münchhausen, Wetter und Lahntal nach Biedenkopf umgeleitet. Allerdings versuchen immer wieder Autos, Motorräder und Lastwagen durch die Baustelle zu kommen. „Manche kommen her und wissen nicht, wo sie hinmüssen“, erzählt eine Anwohnerin.

Über die Wintermonate wird die Vollsperrung erstmal wieder aufgehoben, ehe von Frühjahr bis Herbst 2016 - erneut unter Vollsperrung - am südlichen Teil der Strecke ab dem Abzweig nach Dexbach in Richtung Biedenkopf weitergearbeitet wird.

Über die Landesstraße aus Richtung Hatzfeld nähert sich ein Auto. Vor dem Schild „Durchfahrt verboten“ biegt es nach links in Richtung Laisa ab. Dann hört man wieder nur das Zwitschern der Vögel. Eine Frau geht mit einem Hund über die Straße.

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