Frankenau wird nicht gefördert

Dorfentwicklung: Hatzfeld erhält Fördergelder bis 2025

Dirk Junker, Bürgermeister von Hatzfeld

Hatzfeld/Frankenau. Diese Nachricht hörte Dirk Junker gerne in seinem Urlaub: Die Stadt Hatzfeld ist mit ihren Stadtteilen in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen worden. Sie wird ab sofort bis zum Jahr 2025 mit Fördergeld bei Projekten unterstützt.

„Das bedeutet, dass die Fortschritte in der Vergangenheit durch ein langjähriges Programm – unter Bürgerbeteiligung – gefestigt werden können“, sagte der Bürgermeister auf HNA-Nachfrage. „Jetzt haben wir die Gelegenheit, mit Unterstützung durch die Förderung, unsere Zukunft nachhaltig zu gestalten.“ Und Junker betonte: „Die Aufnahme in das Förderprogramm war nur durch das bürgerliche Engagement in allen Stadtteilen möglich.“

In Hatzfeld kann jetzt die Arbeit von Stadt und Bürgern für ein „Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) beginnen, für das kommunale Projekte der nächsten Jahre erarbeitet werden. In dem Dorfentwicklungsprogramm – allerdings noch nicht jetzt – haben zudem die Bürger die Möglichkeit, für private Projekte Fördergeld zu bekommen, zum Beispiel für eine Fassadensanierung, für energetische Erneuerungen oder den Umbau einer Scheune zu Wohnraum.

Des einen Freud, des anderen Leid: Die Aufnahme Hatzfelds bedeutet, dass Frankenau, das sich ebenfalls beworben hatte, nicht gefördert wird. Frankenaus Bürgermeister Björn Brede akzeptierte die Entscheidung aus Wiesbaden: „Dann ist es eben so“, sagte er, als er durch die HNA von der Nichtberücksichtigung erfuhr. „Hatzfeld hat es genauso verdient wie andere Kommunen“, so Brede.

Er werde den politischen Gremien in Frankenau vorschlagen, dass sich die Stadt für das nächste Jahr erneut für das Dorfentwicklungsprogramm bewirbt. „Und parallel wollen wir uns verstärkt für das alternative Programm Dorfmoderation bewerben“, kündigte Brede an. Um dieses neue Förderprogramm des Landes Hessen ging es auch in der Frankenauer Stadtverordneten-Sitzung am Dienstagabend. Es sei „immens wichtig“, findet Brede, dass sich jeder einzelne Stadtteil der Zukunft stelle und Leitbildziele entwickele.

„Das Programm ermöglicht Kommunen, die verschiedenen Bereiche des dörflichen Lebens zielgerichtet nach möglichen Verbesserungen hin unter die Lupe zu nehmen. Gleichzeitig werden Bürger in den moderierten Entwicklungsprozessen gehört und ihre Vorschläge einbezogen“, sagte Dr. Beatrix Tappeser, Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, als sie das Förderprogramm vergangene Woche in Wiesbaden vorstellte.

Themen sind laut Staatssekretärin Tappeser beispielsweise die Überalterung der Dorfbevölkerung, erschwerte Mobilität auf dem Lande, fehlende Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen sowie die Integration von Flüchtlingen. Eine professionelle Moderation von Diskussionsprozessen und externe Beratung kann den Gemeinden dabei helfen, für ihre Herausforderungen sachgerechte Lösungsansätze zu entwickeln und gleichzeitig die Dorfgemeinschaft zu stärken“, erklärte Tappeser. 

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