Dorfladen, Café, Büros und Vereinsräume

Edertalzentrum: Neuer Dorftreff in Reddighausen soll 2022 fertig sein

Noch ist das Edertalzentrum in Reddighausen eine Baustelle: (vorne von links) Investor Francisco Manriquez-Affeld und Projektleiter Bodo Specht mit Unterstützern und Vertretern beteiligter Behörden und Planungsbüros.
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Noch ist das Edertalzentrum in Reddighausen eine Baustelle: (vorne von links) Investor Francisco Manriquez-Affeld und Projektleiter Bodo Specht mit Unterstützern und Vertretern beteiligter Behörden und Planungsbüros.

Wenn alles wie geplant läuft, hat Reddighausen 2022 einen neuen Dorftreffpunkt. Aus der ehemaligen Suchtklinik am Weinberg soll das Edertalzentrum werden – mit Dorfcafé, Dorfladen, Vereinsräumen, Büros, Restaurant und Mietwohnungen.

Reddighausen - Jetzt haben Eigentümer Francisco Manriquez-Affeld und Organisator Bodo Specht über den aktuellen Stand berichtet. Mit dabei: Vertreter der Behörden und Büros, die das Vorhaben unterstützen. „Wir wollen bis nächstes Jahr fertig sein. Das ist sportlich“, sagte Bodo Specht.

Der Umbau der ehemaligen Fachklinik für Suchtkranke bedeutet nicht nur viel Arbeit, die bereits begonnen hat, sondern auch eine hohe Investition. Die Planung gehe von mindestens einer Million Euro aus. 500 000 Euro kommen über die Dorfentwicklung vom Land Hessen. Das sei die maximale Fördersumme, sagte Specht und bedankte sich bei Theresia Schneider und Dr. Jürgen Römer vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises und bei Stefanie Koch vom Planungsbüro Bioline, die den Förderantrag maßgeblich vorbereitet und unterstützt hätten.

Dankbar sind die Projektverantwortlichen auch für die große Zustimmung aus dem Dorf. Bei einer Umfrage hätten sich 98 Prozent für das Projekt ausgesprochen, 63 Prozent sogar ihre aktive Hilfe zugesagt. „Wir bringen wieder etwas zurück nach Reddighausen“, sagte Specht und erinnerte daran, dass vor fünf Jahren innerhalb kurzer Zeit beide Banken und der Edeka-Markt in Reddighausen geschlossen wurden. Zudem ist die Stadt derzeit bemüht, das DGH in Reddighausen zu verkaufen, berichtete Bürgermeister Dirk Junker.

Für größere Veranstaltungen gibt es noch die Festhalle in Reddighausen, kleinere könnten zukünftig in den Kulturräumen im Obergeschoss des Edertalzentrums stattfinden, etwa Chorproben, Treffen der Landfrauen und Kindergeburtstage. „Man kann die Räume kostenlos nutzen“, sagte Bodo Specht.

Im Erdgeschoss sollen ein Dorfladen, ein Dorfcafé mit Terrasse und Biergarten und eine Fahrrad-Station entstehen. Man sei derzeit „in guten Gesprächen“ mit einem „fähigen Betreiber“, berichtete Specht. Auf der anderen Seite des Gebäudes sind ein Büro der Außenstelle der Stadtverwaltung und Co-Working-Räume vorgesehen, also Büros, die Selbständige, Start-Ups oder Firmen vorübergehend zum Arbeiten nutzen können.

Mietwohnungen und Restaurant

Auch drei Mietwohnungen sind in dem Gebäudekomplex vorgesehen, die aber nicht durch die Dorfentwicklung gefördert werden. Im Restaurantbereich gibt es noch eine große Küche. Dort könnten sich künftig Senioren zum Mittagessen treffen, auch ein Lieferservice – auch an Firmen oder Behörden – ist angedacht.

„Das wird eine Bereicherung für das Dorf“, sagte Ortsvorsteher Werner Keller, „wie ein kleiner Segen“, fand Landrat Dr. Reinhard Kubat. Im überregionalen Vergleich sei das Projekt „ziemlich einmalig“, schätzte Dr. Jürgen Römer. Bürgermeister Dirk Junker sprach von einem „engagierten, selbstbewussten Projekt“, das einen Impuls für Hatzfeld bringen werde. „Ob es funktioniert, liegt an den Menschen hier“, sagte Francisco Manriquez-Affeld.

„Wir wollen etwas zurückgeben“

Francisco Manriquez-Affeld, der Vertreter der Familien und der Ideengeber für das Edertalzentrum, erklärte bei dem Pressetermin die Motivation für das Projekt. Dahinter stehen die Familien Durcudoy und Manríquez, die ihre Wurzeln in Deutschland haben. Ihre Vorfahren waren um 1890 nach Chile ausgewandert, 2017 kamen die Familien zurück.

Seine Familie habe den deutschen Einwanderern in Chile so viel zu verdanken. „Jetzt wollen wir hier etwas zurückgeben“, sagte Francisco Manriquez-Affeld, der als Investor vor einigen Jahren unter anderem bereits bei der Ofen-Firma von Bodo Specht in Reddighausen eingestiegen war. „Wir fühlen uns hier wohl“, berichtete Manriquez-Affeld und betonte, dass man mit dem Edertalzentrum nichts verdienen wolle. „Es soll sich allein finanzieren.“

Er hat auch schon weitere Ideen für Reddighausen, zum Beispiel einen Schwimm- und Campingplatz an der Eder. „Wir träumen etwas schneller, als dass es möglich ist“, sagte er. Die große Zustimmung aus dem Dorf für das Edertalzentrum zeige ihm aber, „dass unsere Ideen richtig waren. Wir glauben an diesem Traum.“

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