Einmalige Tradition

Zu Ostern laufen seit Jahrzehnten zwei Osterhasen durch Hatzfeld

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Der Brauch ist derselbe geblieben, die Kostüme haben sich verändert: Das Foto zeigt einen der beiden aktuellen Hatzfelder Osterhasen in einem der neuen Kostüme, die vor vier Jahren vom Kinderfreundeverein gekauft wurden.

Hatzfeld. Man muss schon zwei Mal hinsehen, wenn man zu Ostern durch die Straßen von Hatzfeld läuft. Und man muss Glück haben. Sind das wirklich zwei Osterhasen, die da mit zahlreichen Kindern im Schlepptau zum Bürgerhaus abbiegen?

Ja, die Augen trügen nicht. Jedes Jahr am Ostermontag macht sich traditionell ein Hasenpaar auf den Weg durch die Stadt. Von zwei verschiedenen Startpunkten aus laufen sie durch den Ort und verteilen Süßigkeiten und bunte Eier. Quer durch Hatzfeld folgen ihnen die Kinder bis zum Bürgerhaus. Dort finden dann weitere kleine Veranstaltungen statt. Jährlich im Wechsel und immer gepaart mit kleinen Überraschungen. Seit den 80er-Jahren verfährt man schon nach diesem Muster. Einmal wird gebastelt. Im anderen Jahr kommt zum Beispiel ein Theater zu Besuch.

Am Leben erhält die Tradition der Hatzfelder Kinderfreundeverein, der auch den gesamten Ablauf organisiert. Und diese bunte Hasenschau ist einmalig. Nirgendwo sonst in der Region außer in Hatzfeld ist so ein Brauch bekannt. Das weiß man natürlich und nutzt den Vorteil für sich. Wenn in diesem Jahr am Ostermontag um 13.30 Uhr die Hasen von der Friedhofstraße (Zahnarztpraxis) und der Kreuzung zum Tretbecken gestartet sind, warten bei ihrer Ankunft am Bürgerhaus bereits die „Hessische Puppenbühne“ und bunte Überraschungen. Daneben wird auch das „Café Kultur“ geöffnet haben.

Wann die Osterhasen das allererste Mal durch Hatzfeld zogen, weiß heute keiner mehr genau zu sagen. Fest steht laut Thomas Otto vom Kinderfreundeverein aber, dass „der Brauch mindestens seit den 1950er-Jahren existiert“. Das bezeugen auch alte Fotoaufnahmen und Aussagen von anderen Hatzfeldern, die sich erinnern, dass das Hasenpaar in deren Kindheit „noch von der Burgruine“ gelaufen kam, wie Ursula Nowak von der Gruppe Ortsbild zu berichten weiß.

Die alte Aufnahme stammt aus den 1950ern oder frühen 60ern und zeigt die beiden Hasen bei ihrem Gang durch Hatzfeld.

Seit vier Jahren hat der Verein neue Kostüme für die beiden Hasen. Thomas Otto, der, wie er sagt, „selber 15 Jahre als Hase gelaufen ist“, freut sich über die neuen Ganzkörper-Kostüme. Im Gegensatz zu den alten, noch selbstgebastelten Hasenköpfen „sieht man jetzt wenigstens, wo man hinläuft“. Eine Investition, die sich also gelohnt hat. Denn mit 400 Euro sind es nicht die billigsten Hasen, die der Kinderfreundeverein gekauft hat. Nebenbei auch der älteste Verein in der Stadt, für den der Osterhasenlauf nur eine von zahlreichen Veranstaltungen für die Hatzfelder Kinder ist.

Und die bedanken sich jedes Jahr auf ihre Weise, wenn sie sich zu Dutzenden dem Hasenlauf anschließen. Der Lauf wird seit jeher von allen sehr gut angenommen. Auch die Eltern kommen auf ihre Kosten. Wenn sie nämlich Jahr auf Jahr rätseln, wer sich unter den Kostümen verbirgt.

Früher liefen die Hasen übrigens noch von Haus zu Haus und am Ostersonntag. Inzwischen hat sich das Ganze auf den Montag verschoben. Schon allein, weil am Samstagabend erfahrungsgemäß viele Leute beim beliebten Osterfeuer sind.

Und egal, welches Wetter ist: die Hasen laufen.

Ein Interview mit einem der beiden Osterhasen, die am Ostermontag durch Hatzfeld laufen, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA. Mitten in ihren Vorbereitungen zum jährlichen Hasenlauf beantwortete uns der schwer beschäftigte Hoppler einige Fragen – vor allem dazu, wie Kinder, Hunde und auch Jäger auf ihn und seinen Hasenpartner reagieren.

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