1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Hatzfeld (Eder)

Hatzfeld will Bürgerhaus für 2,66 Millionen Euro umbauen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jörg Paulus

Kommentare

Das Bürgerhaus in Hatzfeld
Das Bürgerhaus in Hatzfeld: Das Foto entstand vor der Stadtverordnetensitzung von der Empore des großen Saals aus. © Jörg Paulus

Die Zukunft des Hatzfelder Bürgerhauses war Thema in der Stadtverordnetenversammlung. Geplant ist der Umbau in ein Zentrum für Kultur und Bildung mit angeschlossener Gaststätte sowie Büroräumen.

Hatzfeld – Das Bürgerhaus in Hatzfeld soll umfassend saniert und zu einem „regionalen Zentrum für Nachhaltigkeit, Bildung und Kultur“ umgebaut werden. Geschätzte Gesamtkosten laut Architektenplanung: 2,66 Millionen Euro. Das Projekt soll zur Förderung im Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen angemeldet werden, hat die Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend einstimmig beschlossen. Abzüglich dieser und einer weiteren Förderung bleibt ein städtischer Eigenanteil von rund 1,33 Millionen Euro.

Das Bürgerhaus war in der Sitzung der einzige Tagesordnungspunkt neben den üblichen Regularien. Mit dem Antrag, der bis 19. August eingereicht werden musste, wollen die Hatzfelder noch beim dritten Auswahltermin des Dorfentwicklungsprogramms in diesem Jahr berücksichtigt werden, da beim vierten Termin im Herbst „wahrscheinlich nicht mehr genügend Mittel da sein werden“, sagte Bürgermeister Dirk Junker.

Hatzfeld stehe dabei in Konkurrenz mit anderen Kommunen in Hessen, die ebenfalls große Projekte hätten. „Unser Antrag ist ein Wunsch – das heißt nicht, dass er in Erfüllung geht“, sagte Junker in seiner 40-minütigen Rede in der insgesamt 55 Minuten dauernden Sitzung.

Höhere Förderquote nur noch in diesem Jahr

Für den Förderantrag drängte die Zeit, damit Hatzfeld noch von der in diesem Jahr höheren Förderquote von 75 statt der üblichen 60 Prozent profitieren kann. „Wenn wir verantwortungsvoll handeln wollen, müssen wir uns diese Option offenhalten“, so Junker. Als maximale Förderung aus der Dorfentwicklung sind 1,125 Millionen Euro möglich.

Der Bürgermeister fasste das Projekt Bürgerhaus und die bisherigen Planungen für die Stadtverordneten und die zwölf Zuschauer zusammen. Die Details waren in der Haupt- und Finanzausschusssitzung am Abend zuvor ausführlich erläutert worden. Demnach gibt es drei Optionen für das Bürgerhaus:

Bei einem Abriss des Bürgerhauses, der nicht gefördert werde, verliere die Stadt ihre zentrale Versammlungsstätte, erläuterte Junker. Wenn man das Bürgerhaus erhalten wolle, sei die Teilsanierung Pflicht, weil Statik und Brandschutz nicht auf dem geforderten Stand seien und eine energetische Sanierung von Heizung und Lüftung nötig sei. Allein die Herstellungskosten für Brandschutz und Statik liegen bei 1,275 Millionen Euro.

Kritik an mangelhafter Sanierung in den 80ern

Das Bürgerhaus ist rund 60 Jahre alt und wurde 1985 saniert und erweitert. Doch dabei seien grundlegende brandschutzrechtliche Auflagen nicht umgesetzt worden, es gebe „erhebliche brandschutztechnische Mängel“, heißt es in der Sitzungsvorlage. „Die 1,82 Millionen Euro für die Teilsanierung investieren wir in das, was wir jetzt auch haben – in nichts anderes“, machte Dirk Junker deutlich und warb dafür, über diesen Pflichtteil hinaus auch in die Zukunft des Bürgerhauses zu investieren und damit in die Attraktivität der Stadt im Dreieck Ederbergland, Biedenkopf, Bad Berleburg.

Es gehe bei der dritten Option darum, die Nutzung des Gebäudes deutlich zu erhöhen und weiterzuentwickeln – für Gäste, Touristen und insbesondere die Einwohner. „Das Bürgerhaus muss leben – das ist das Ziel“, sprach sich der Bürgermeister deutlich für diese dritte Option aus. Dem schlossen sich am Ende zehn der elf anwesenden Stadtverordneten an; nur Horst Kontorowitz (SPD) stimmte mit Nein.

Mit einem Plakat „Antrag? Nein danke“, das sie vor der Sitzung auf dem Parkplatz des Bürgerhauses zeigten, sprachen sich auch einige Zuschauer gegen das Projekt aus. Für September/Oktober ist eine Bürgerversammlung zu dem Projekt geplant.

Die Umbaupläne

Neben den Pflichtaufgaben Brandschutz und Statik und der energetischen Sanierung soll das Hatzfelder Bürgerhaus für ein neues Nutzungskonzept grundlegend im Bestand saniert und umgebaut werden. Das Nutzungskonzept soll unter Federführung des Ortsbeirates Hatzfeld auf Grundlage der erfolgten Bürgerbeteiligung konkretisiert werden. Dafür gibt es unter anderem folgende Ideen:

Gaststätte im Kellergeschoss mit Biergarten (betrieben durch einen Pächter oder einen Bürgerverein wie im DGH Röddenau); öffentliche Toiletten; Mediathek; Co-Working-Space (Büros, die man beruflich oder für Vereinsarbeit mieten kann); Technik für Konferenzen von Firmen, Vereinen usw.; Trennwände im Saal;

Auch interessant

Kommentare