Hatzfelder Historiendrama kommt zur Aufführung

Ein Mann, zwei Mützen: Christian Klos spielt im Theaterstück „Die Kniefall-Fürstin von Hatzfeldt“ einen preußischen (Mütze auf dem Kopf) und einen französischen Soldaten. Foto:  Skupio

Hatzfeld. „Das Theaterprojekt ist zu wichtig, um es scheitern zu lassen", sagt Christian Klos. Der 46-jährige Hatzfelder hat sich vor wenigen Wochen dazu entschieden, bei dem Theaterstück „Die Kniefall-Fürstin von Hatzfeldt" mitzuwirken.

Wie berichtet, drohte die Aufführung des Historiendramas zu scheitern, da vier der 17 Rollen nicht besetzt werden konnten. Händeringend suchte Autor und Regisseur Heinz K. Friedrich nach Darstellern für die vakanten Soldatenrollen.

„Eigentlich bin ich beruflich stark eingespannt und habe wenig Zeit, doch ich hätte es schade gefunden, wenn das Projekt gescheitert wäre“, sagt Klos, der Bankkaufmann ist und im Nebenerwerb noch eine Landwirtschaft führt.

Er habe das Ganze schon länger verfolgt und Friedrich schließlich zugesichert, dass er einspringen würde, wenn sich niemand finde. „Es gehört zu Hatzfeld dazu, ist Hatzfelder Geschichte und dann ist auch jeder gefordert, mitzumachen.“

In dem historisch belegten Stück, das im Dezember anlässlich der Feierlichkeiten „675 Jahre Stadtrechte Hatzfeld“ aufgeführt werden soll, spielt Klos gleich zwei Rollen: Einen preußischen Soldaten im ersten und dessen französisches Pendant im zweiten Akt.

„Dafür tausche ich einfach die Mütze und hänge noch eine Schärpe um“, erklärt der Hatzfelder, der 1996 bei den Stachelbeeren mit dem Theaterspiel anfing. Auch andere Darsteller schlüpfen in mehrere Rollen, um den Darstellermangel aufzufangen. „Es ist eine bunte Truppe, von Anfang 20 bis Ende 60, darunter einige bekannte Gesichter von den Stachelbeeren“, sagt Klos über die Darsteller. Einige seien jedoch Neulinge im Theaterbereich. „Bei den Stachelbeeren hatten wir immer ein Männerproblem, die machen sich ungern zum Kasper, daher freut es mich umso mehr, dass die 14 männlichen Rollen des Stücks besetzt werden konnten.“

Die Sätze zu lernen sei die eine Sache, am schwierigsten und zugleich am interessantesten sei jedoch, Authentizität auf der Bühne rüberzubringen. „Es ist noch mal was ganz anderes, ob man einen Bauernschrank oder etwas Historisches spielt“, sagt Klos im Hinblick auf seine bisherigen Theatererfahrungen.

Da das Stück vor und während der Besetzung Berlins durch Napoleon spielt, sei auch der ein oder andere französische Satz dabei. „Es wäre schließlich blöd, wenn die Franzosen plötzlich Deutsch könnten - das machen sie nur bei Rosamunde Pilcher.“ Angst haben, dass man etwas nicht versteht, bräuchten die Zuschauer allerdings nicht: „Das Wort Verrat fällt beispielsweise auf Deutsch und Französisch und ist somit selbsterklärend.“

Aufführung:  11. und 12. Dezember, 20 Uhr, und 13. Dezember, 16 Uhr, im großen Saal des Bürgerhauses in Hatzfeld. Karten für 9 Euro (bis 16 Jahre 5 Euro) unter Tel: 0 64 67/83 21 oder 01 71/8 33 39 77.

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