Kniefall vor Napoleon: Hatzfelder spielen historisches Theater

Die entscheidende Szene: Der zweite – und erfolgreiche – Kniefall: Die Fürstin (Vanessa Miß) bittet Napoleon (Nicolai Schmidt), ihren Mann nicht hinzurichten. Foto:  Gröne

Hatzfeld. Die Premiere des Bühnenstücks „Die Kniefall-Fürstin von Hatzfeldt" am Freitagabend war ein voller Erfolg. Im nahezu ausverkauften Hatzfelder Bürgerhaus legten die Laienschauspieler eine Vorstellung ab, die ihresgleichen sucht.

Heinz K. Friedrich, der Schöpfer des Stückes mit historischer Vorlage war den Tränen nahe, als er am Ende des Stückes „mit einem Klos im Hals“ die Bitte äußerte, dass es ihm „gestattet sein soll, sich vor dieser Truppe zu verneigen“.

Bereits während der gut 70- minütigen Vorstellung nutzte das Publikum immer wieder kurze Szenenwechsel für tosenden Applaus. Auch in der Pause zwischen den zwei Akten hörte man mehrfach begeisterte Stimmen aus den Reihen der Zuschauer. Andrea Schreiner vom Hatzfelder Burgverein, die durch das Programm führte, hatte also gleich zu Beginn nicht zuviel versprochen, wenn sie das Publikum einlud „mit der Theatergruppe zu lachen und zu bangen und gemeinsam ein Stück Geschichte lebendig werden“ zu lassen.

Bedenkt man die kurze Zeit, in der das Stück um die historische Figur der Friederike Karoline Sophie Fürstin von Hatzfeldt zu Trachenberg einstudiert wurde, nämlich „innerhalb von nur drei Monaten“, wie Andrea Schreiner erläuterte, dann erstaunt die Leistung der 14 Laienschauspieler umso mehr. Wenn es an sehr wenigen Stellen auch etwas holprig war, so wirkten alle Beteiligten doch außerordentlich gut vorbereitet. Die Freude am Schauspiel und der greifbaren Geschichte der Stadt gaben der „Kniefall-Fürstin“ einen einzigartigen Charme. Motivation und Enthusiasmus standen den Darstellern ins Gesicht und in ihre Vorführung geschrieben.

Theaterstück "Kniefall-Fürstin" in Hatzfeld

Verena Schneider vom Festkomitee „675 Jahre Stadtrechte Hatzfeld“ betonte, „wie wunderbar die Vorstellung war und wie gut diese ins Programm des Jubiläumsjahres passt“. Sebastian Graf von Hatzfeldt-Trachenberg, Nachfahre der Kniefall-Fürstin, konnte aus terminlichen Gründen zwar nicht zur Premiere in Hatzfeld sein, die finale der drei Vorstellungen am Sonntag ließ er sich aber nicht entgehen. (ga)

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