Brandschutz und Statik problematisch

„Massive Probleme“: Festhalle Reddighausen muss dringend saniert werden

Die Festhalle Reddighausen auf einem Archivfoto vom November 2019 bei einem Konzert der Haderlumpen. Damals waren rund 500 Besucher in der Halle. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass Brandschutz der Halle und die Statik des Daches dringend erneuert werden müssen. archiv
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Die Festhalle Reddighausen auf einem Archivfoto vom November 2019 bei einem Konzert der Haderlumpen. Damals waren rund 500 Besucher in der Halle. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass Brandschutz der Halle und die Statik des Daches dringend erneuert werden müssen.

Die Festhalle in Reddighausen soll als ein Projekt im Dorfentwicklungsprogramm der Stadt Hatzfeld zu einer Multifunktionshalle werden. Bei der Planung hat der beauftragte Architekt Ulf Möller aus Frankenberg nun festgestellt: „Es gibt richtig massive Probleme.“

Hatzfeld/Reddighausen - Konkret heißt das: Der Brandschutz der Halle und die Statik der Dachkonstruktion müssen dringend erneuert werden – selbst wenn die Festhalle nicht in der Dorfentwicklung umgestaltet werden sollte.

„Wir waren perplex, dass das Ganze hält“, sagte der Architekt am Dienstagabend in der Stadtverordnetenversammlung über die Holzdecke und das Tragwerk der Halle. „Das kann man nicht so einfach reparieren.“ Auch der Brandschutz sei „ein echtes Thema“. Bürgermeister Dirk Junker merkte an, dass der Betrieb der Festhalle aufgrund dieser Probleme mindestens in den Wintermonaten nicht mehr möglich sei.

Ältestenrat hat getagt

In den vergangenen Tagen hatte es deshalb außerordentliche Treffen gegeben: Die Festgemeinschaft, die die Halle betreibt, und der Reddighäuser Ortsbeirat waren ebenso beteiligt wie Sportverein und Schützenverein, die die Nebengebäude der Halle nutzen. Auch der Ältestenrat der Stadtverordnetenversammlung hatte getagt und „einige Diskussionsfelder“ besprochen, wie der Bürgermeister berichtete.

„Die Festhalle ist emotional mit der Reddighäuser Bevölkerung verbunden“, sagte Junker. Die Halle werde mittlerweile aber nicht nur von den Vereinen genutzt, zum Beispiel zum Tischtennisspielen, sondern auch für größere regionale Veranstaltungen – etwa vom Sängerkreis, für den Kreisschützenball oder für Volksmusik-Konzerte.

Hoffnung auf 80 Prozent Förderung

Aber wie soll es angesichts der baulichen Probleme mit der Festhalle weitergehen? Dazu haben die Stadtverordneten am Dienstagabend einen einstimmigen Grundsatzbeschluss gefasst: Es wird angestrebt, die Sanierung und Umgestaltung der Festhalle noch in diesem Jahr als Projekt der Dorfentwicklung anzumelden. Dann würde die Stadt noch 80 Prozent Förderung vom Land bekommen, nächstes Jahr wären es nur noch 65 Prozent. Bisher war das Projekt mit Kosten von 465 000 Euro vorgesehen.

Und: Architekt Möller soll mit den Akteuren vor Ort einen Alternativvorschlag mit einer „erheblichen Kostenreduzierung“ machen. Zudem sollen die Reddighäuser ein Konzept für Eigenleistung und eine finanzielle Beteiligung erstellen. „Wir müssen die Kosten möglichst niedrig halten. Im schlimmsten Fall droht die Schließung der Halle“, sagte Dominik Schneider als Sprecher der Bürgerliste Reddighausen.

Ein Ziel soll auch sein, so steht es im Beschluss, die Halle für Veranstaltungen zu vermarkten, um Einnahmen zu erzielen. Das sei „Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung“. Zudem sollen die Ortsvorsteher der Stadtteile Konzepte erarbeiten, wie die Gemeinschaftshäuser der Stadt mindestens ihre Betriebskosten erwirtschaften. Zum Konzept für die Festhalle Reddighausen gehört auch, das Dorfgemeinschaftshaus in Reddighausen aufzugeben und zu verkaufen. „So etwas wird vom Land gerne gesehen“, merkte Architekt Möller an.

So könnte die Festhalle umgestaltet werden:

Die Pläne von Architekt Ulf Möller, „die noch nicht in Stein gemeißelt sind“, wie er sagte, sehen für die Festhalle Reddighausen unter anderem folgendes vor:

Statik: Die Stahlkonstruktion soll für den Charakter der Halle erhalten bleiben, aber keine Lasten mehr tragen. Dafür sollen von außen neue Fundamente für Stahlbetonstützen gesetzt werden, die ein neues Ziegeldach tragen. Darauf könnte auch eine Photovoltaikanlage installiert werden, was bisher statisch nicht möglich sei.

Brandschutz: Die Halle hat theoretisch Platz für bis zu 2000 Menschen, aber dafür zu wenig Rettungswege nach draußen. Dafür sollen neue Flügeltüren in Richtung Sportplatz/Parkplatz eingebaut werden.

Raumaufteilung: Da die Toiletten ohnehin saniert werden müssten, schlägt Möller folgendes vor: Für die Toiletten soll es einen Anbau hinter dem Sportlerheim geben. Damit sollen auch der Küchen- und der Thekenbereich der Festhalle umgestaltet werden. In den neuen Anbau könnte auch der Jugendclub einziehen, der bisher noch im DGH seine Unterkunft hat. Die Halle soll weiterhin abtrennbar sein, auch die Bühne soll bleiben.

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