Firma für Landtechnik

Reddighäuser Hammer an AG aus der Schweiz verkauft

Der Reddighäuser Hammer – hier die Zufahrt mit dem Werk im Hintergrund.
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Der Reddighäuser Hammer – hier die Zufahrt mit dem Werk im Hintergrund – gehört jetzt der Evoco AG aus Zürich in der Schweiz.

Der Reddighäuser Hammer hat einen neuen Eigentümer. Eine Aktiengesellschaft aus der Schweiz hat die Firma gekauft.

Reddighausen - Die Gesco AG aus Wuppertal hat ihre Anteile an der Frank Walz- und Schmiedetechnik GmbH, wie die Firma in Reddighausen offiziell heißt, an die Evoco AG aus Zürich verkauft. Die Frank GmbH ist nach eigenen Angaben Europas größter Hersteller von Verschleißteilen und Komponenten für die Landtechnik. Sie gehörte seit 2006 zur Gesco AG.

Evoco ist eine eigentümergeführte Beteiligungsgesellschaft, die vornehmlich in mittelständische Unternehmen in Deutschland, Frankreich und umliegenden Ländern investiert, teilte Michel Galeazzi, Mitgründer und Partner bei Evoco, auf Nachfrage mit. Der Fokus liege auf Mehrheitsbeteiligungen in der produzierenden Industrie, im Dienstleistungssektor sowie in konsumnahen Branchen.

„Die Frank-Gruppe überzeugt uns dank des großen technologischen Entwicklungspotenzials, des stabilen Basisgeschäftes und der Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die wir gerne unterstützen werden“, so Galeazzi.

„Ein besonderer Fokus liegt auch auf der Sicherung der Arbeitsplätze sowohl am deutschen wie auch an den drei internationalen Standorten.“

Michel Galeazzi, Evoco

Und was bedeutet das für den Reddighäuser Hammer und die Mitarbeiter dort? „Das gemeinsame Ziel von Evoco und der Geschäftsführung ist es, das weitere Wachstum der Frank-Gruppe intensiv zu fördern. Dieses soll insbesondere durch erhöhte Investitionen in die Frank Gruppe und den Fokus auf eine nachhaltige Profitabilität erfolgen“, sagte Michel Galeazzi.

Evoco möchte die Frank-Gruppe längerfristig unterstützen und stelle für Investitionen auch weitere Kapitalmittel zur Verfügung. Für 2021 seien bereits Investitionen in siebenstelliger Höhe in die Produktionslinien am Reddighäuser Hammer vorgesehen. Das Augenmerk gelte in den nächsten Jahren der technologischen Weiterentwicklung von Prozessen und Produkten.

„Sicherung der Arbeitsplätze“

„Ein besonderer Fokus liegt auch auf der Sicherung der Arbeitsplätze sowohl am deutschen wie auch an den drei internationalen Standorten“, sagte Galeazzi. Die drei Standorte neben Reddighausen sind in Ungarn, Ukraine und Russland.

Außerdem sei eine Ausdehnung der Geschäftstätigkeit in neue Regionen und Länder sowie die Weiterentwicklung des Produktportfolios angedacht. In jüngster Zeit seien bereits einige neue Patente angemeldet worden. Die Einführung der neuen Marke „HardLine“ (hartmetallverstärkte Verschleißteile) und der Gewinn der „Systems & Components Trophy“ bei der letzten Agritechnica, der Weltleitmesse für Landtechnik, seien Belege „für die Kompetenz der Frank-Gruppe“, heißt es in der Pressemitteilung.

Frank Grote bleibt Geschäftsführer am Reddighäuser Hammer

Grote soll Geschäftsführer bleiben

Dr. Frank Grote, seit 2012 Geschäftsführer am „Hammer“, werde für die operative Leitung verantwortlich bleiben: „Dank der Gesco konnten wir in den vergangenen Jahren unsere Marktposition verteidigen. Mit den eingeleiteten Projekten werden wir kurz- bis mittelfristig die Profitabilität auf ein nachhaltiges Maß anheben“, wird Grote in der Pressemitteilung zitiert.

„Ich freue mich über das klare Bekenntnis der Evoco, den Weg weiterzuführen und das Wachstum auch durch die Förderung der technologischen Entwicklungen zu verstärken und zu beschleunigen.“

Gesco hat sechs Tochterfirmen verkauft

Die Gesco AG hat kurz vor Weihnachten neben der Frank GmbH noch fünf weitere Tochterfirmen an die Züricher Evoco AG verkauft. Der Verkaufspreis liegt laut Gesco bei insgesamt 27 Millionen Euro, zudem seien vom Käufer Schulden und Pensionsverpflichtungen im Volumen von 28 Millionen Euro übernommen worden.

Die Gesco AG haben sich damit „von niedrigmargigem Umsatz“ getrennt, sagte Geschäftsführerin Kerstin Müller-Kirchhofs in einer Pressemitteilung. „Damit werden bei Gesco Schulden abgebaut, das Geld soll aber auch für Zukäufe genutzt werden.“ Laut Gesco dürften die jetzt verkauften Tochtergesellschaften im Jahr 2020 einen Umsatz von rund 90 Millionen Euro machen.

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