Künstlerin beherrscht 122 Schriften mit etwa 6500 Zeichen

Roma Fromme-Monsees feierte 30 Jahre Kalligrafie in Hatzfeld

Jubiläum im Haus der Buchstaben: Drei Jahrzehnte Kulturarbeit der Kalligrafin Roma Fromme-Monsees (Mitte) würdigten in einer Vernissage (von links) als Laudatoren Stadtrat Gerhard Kerstein, Pfarrerin Eleonore Merkel, Diplom-Pädagogin Doris Sell und Rektor a. D. Karl-Hermann Völker. Foto: bf

Hatzfeld. Das „Haus der Buchstaben" in Hatzfeld hatte den roten Teppich ausgerollt. Viele Gäste aus der Region feierten mit Kalligrafin und Heraldikerin Roma Fromme-Monsees ihr Jubiläum.

„Das Buchstabenmachen in jeder Form ist mir zur Lebensaufgabe geworden, meine Liebe und Leidenschaft“, bekannte die Kalligrafin Roma Fromme-Monsees, als sie mit einer festlichen Vernissage ihre Jubiläumsausstellung „WortGewand“ mit Wortbildern aus unterschiedlichsten Epochen und Stilen eröffnete. Zu feiern waren 30 Jahre Haus der Buchstaben, 20 Jahre Scriptorium und 10 Jahre Schriftmuseum.

Gratulanten, Wegbegleiter und Laudatoren der Künstlerin verteilten sich auf drei Etagen des verwinkelten Gebäudes, per Funkmikrofon untereinander verbunden. „In heimeliger Atmosphäre, einem alltagsfreien Raum“, wie die Diplom-Pädagogin Doris Sell (Schwalmstadt) das Atelier beschrieb. Sie stellte sich als eine der bisher mehr als 3000 Schüler und Schülerinnen aus ganz Deutschland vor, die bei Roma Fromme-Monsees an Schreibkursen teilgenommen und mit ihr auch den Verein „Kielfeder“ gegründet hat.

Auf das neutestamentliche Johannes-Zitat „Am Anfang war das Wort“, als Schriftschmuck auf der Wand der Galerie des Buchstabenhauses zu lesen, bezog Pfarrerin Eleonore Merkel (Dodenau) ihre Laudatio. Roma Fromme-Monsees habe mit ihren Kunstwerken immer wieder die Sicht auf vertraute, religiöse Texte eröffnet, den Horizont erweitert und neue Wirklichkeiten zu entdecken gelehrt.

Reiches Wissen gewürdigt

Die historische Dimension der Schrift als „Herrschaftswissen“, die Bedeutung des Buchdrucks für Luther, das lebendige Bild von Epochen und Menschen in Schriftarten, das die Hatzfelder Kalligrafin in ihrem Museum vermittelt, hob Karl-Hermann Völker vom Frankenberger Geschichtsverein hervor. Er würdigte „das reiche Wissen, die künstlerische Kreativität und die fröhliche Begeisterung“, mit der sie aus den von ihr beherrschten 122 Schriften mit etwa 6500 Zeichen ihre Werke herstelle. Große Museen und Adelshäuser hätten schon ihre Hilfe in Anspruch genommen, sagte Völker.

Für den Magistrat von Hatzfeld stellte Stadtrat Gerhard Kerstein fest, dass die Kalligrafin Fromme-Monsees nicht nur wunderbare Schriftblätter für das Gästebuch und die Partnerschaft mit Cloyes geschaffen, sondern dauerhaft ein Stück Kulturgeschichte der Stadt mitgeprägt habe. „Wir sind stolz auf Sie!“, sagte Kerstein.

Anspruchsvolle Jazzmusik des Linde-Neidel-Duos, Schauspieleinlagen von Barbara Goertz, eine Sonderausstellung „Korkenköpfe“ von Renate Ellereit-Laube und eine Tombola zugunsten der Möllenbachschule bereicherten die Jubiläumsausstellung.

Viele Besucher nutzten das Wochenende für einen Rundgang durch die facettenreiche Ausstellung. (bf)

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