Trinkwasser knapp: Hatzfeld baut Notleitung mit Schläuchen

Am Brunnen: Hatzfelds Bürgermeister Dirk Junker ist derzeit damit beschäftigt, die Trinkwasserversorgung für die Kernstadt zu organisieren. Die Stadtteile haben eine eigene Versorgung. Foto:  Adel

Hatzfeld. Der Stadt Hatzfeld geht das Trinkwasser aus: Nach dem trockenen Frühjahr sind die Brunnen leer. Jetzt soll eine provisorische Leitung aus Schläuchen helfen.

Die Knappheit ist seit Jahrzehnten ein Problem, „aber so fatal war es noch nie", sagt Bürgermeister Dirk Junker. Eine neue Leitung soll bald Abhilfe schaffen. Wird sie allerdings nicht mehr in diesem Jahr gebaut, droht ein trockener Winter.

Vor einer Woche hat Bürgermeister Dirk Junker den Einwohnern der Kernstadt verboten, Wasser zu verschwenden: Das Bewässern von Gärten, das Befüllen von Planschbecken, der Betrieb von Springbrunnen - all das ist bis auf Weiteres untersagt. Duschen dürfen die Bürger noch, doch Junker bittet auch dabei um Sparsamkeit.

So soll verhindert werden, dass die Wasservorräte weiter schwinden. Fallen sie unter 200 Kubikmeter, die als Löschwasservorrat vorgehalten werden müssen, dreht die Stadt den Wasserhahn komplett zu - theoretisch. Denn so weit soll es nicht kommen: „Wir verlegen eine drei Kilometer lange Schlauchleitung von Beddelhausen bis zum Tiefbrunnen“, sagt Junker. „Aber erst am Montag haben wir ausreichend Schläuche. Dann wird mit dem Bau der Notversorgung begonnen. Wenn sie steht, muss das Wasser einen Tag lang desinfiziert werden, bevor es in unseren Hochbehälter eingespeist wird.“ Danach bekommen die Hatzfelder einen Wassermix aus ihren eigenen Quellen und aus der Obernau-Talsperre. Die Stadt Bad Berleburg unterstützt die Hatzfelder. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, erklärt Achim Vorbau, Technischer Leiter der Stadtwerke.

Dies sei eine kostengünstige, aber keine dauerhafte Lösung, sagt Dirk Junker. Vor Jahren war schon mal auf ähnliche Weise eine Schlauchleitung von Reddighausen nach Hatzfeld gelegt worden - doch die Entfernung ist viel größer und das Pumpen aufwendiger.

Positiv bemerkbar gemacht haben sich bereits die Regenfälle der vergangenen Tage. Außerdem wurde der Bach Elsoff leicht angestaut, um den Flachbrunnen zu versorgen. Ohne den wäre die Trinkwasserversorgung schon längst zusammengebrochen, sagt Dirk Junker: „Der rettet uns.“

Denn der direkt danebenliegende Tiefbrunnen liefert immer weniger Wasser. In den 1990er-Jahren seien es 16 Kubikmeter pro Stunde gewesen, heute vier Kubikmeter - am Tag. Inzwischen ist die Situation so prekär geworden, dass der Bürgermeister nicht länger warten will: Die Trinkwasserversorgung in Hatzfeld soll neu aufgebaut werden. Das Problem der Wasserknappheit bestehe schon seit den 60ern, sagt Junker. Das habe sich verschärft, weil der Verbrauch gestiegen sei. (da)

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