Windräder bei Holzhausen: „Wir haben massive Bedenken“

Nun auch Thema in Hatzfeld: Das Parlament hat sich mit einer Vorrangfläche für Windräder bei Holzhausen beschäftigt. Archivfoto:  nh

Hatzfeld. Das Hatzfelder Parlament hat der im Teilregionalplan Energie des Regierungspräsidiums Kassel dargestellten Vorrangfläche für Windräder zwischen Laisa, Frohnhausen und Holzhausen grundsätzlich zugestimmt.

Das heißt aber nicht, dass dort in absehbarer Zeit Windräder gebaut werden.

Beschlossen wurde zudem, dass der Magistrat nach Alternativflächen zu diesem Gebiet suchen soll. Den Antrag zu diesem zweiten Beschluss hatte die Bürgerliste Reddighausen in der Parlamentssitzung am Mittwochabend in Reddighausen gestellt. Wie Mario Belz von der Bürgerliste erläuterte, wären mögliche Windräder in diesem Bereich des sogenannten Dreiländerecks zwischen Laisa, Frohnhausen und Holzhausen „ein prägnanter Eingriff in das Landschaftsbild“. Zudem gebe es naturschutzrechtliche Bedenken, und das Gebiet sei wegen des früheren Erzabbaus stark mit Stollen unterhöhlt. „Wir haben massive Bedenken, dass man da überhaupt was errichten kann“, sagte Mario Belz.

„Wir halten die Fläche für problematisch, eine kommentarlose Zustimmung ist nicht zielführend“, so der Vertreter aus Holzhausen. Deshalb solle der Magistrat nach einer Alternativfläche suchen, die weniger Konfliktpotential biete. „Und wir müssen den Bürgern in einer Bürgerversammlung klar sagen, mit welchen Auswirkungen zu rechnen ist.“

Man müsse erstmal abwarten, ob dort überhaupt jemand ein Windkraft-Projekt realisieren wolle, erst dann sollte eine Bürgerversammlung stattfinden, sagte Marcus Bettelhäuser, der als Sprecher aus der Ausschusssitzung berichtete. Auch Bürgermeister Dirk Junker erläuterte, dass ein Investor zunächst eine Reihe von Gutachten vorlegen müsse - zum Beispiel zum Wind und zum Naturschutz. Und der Abstand von Windrädern zu Siedlungsgebieten muss mindestens 1000 Meter betragen. „Die Messlatte ist sehr hoch“, sagte Junker.

Im Übrigen, so der Bürgermeister, sei die Stadt sehr verblüfft gewesen, wie es zur Aufnahme dieser Fläche in den Teilregionalplan gekommen sei. Nun sei die Stadt aber in der Pflicht, ihren eigenen Flächennutzungsplan an diesen Regionalplan anzupassen, um Rechtssicherheit zu haben.

Marcus Bettelhäuser berichtete, dass ursprünglich vier Flächen im Gebiet der Stadt Hatzfeld für Windkraft in Frage gekommen seien: Zwei bei Reddighausen seien wegen des Rotmilans und des Schwarzstorchs verworfen worden, eine bei Lindenhof sei zu klein. So sei nur die nun diskutierte Fläche „KB70“ übrig geblieben.

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