Natur, Musik und Märchen

Heideblütenfest in Altenlotheim lockte weit über 1000 Besucher an

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Interessante Insekten: Benjamin Haas (rotes T-Shirt) weiß viel über die glänzend schwarze Holzameise

Altenlotheim – Feinstes Sommerwetter lockte am Sonntag geschätzte zwei- bis dreitausend Besucher zum Heideblütenfest nach Altenlotheim.

Viele drehten erst einmal eine Runde auf dem Festplatz an Bürgerhaus und Mehrzweckhalle, auf dem an 35 Ständen Waren angeboten wurden. Da gab es zum Beispiel genähte Kissen, handgestrickte Socken in bunten Farben und Pulswärmer für kältere Tage, aber auch Kunsthandwerk, Taschen, Schmuck, Honig und Eier vom Bauernhof.

An mehreren Ständen wurde Auskunft zu Themen wie Gesundheit den Aufgaben des Nationalparks gegeben.

Die Besucher konnten bei vielfältigen Angeboten Hunger und Durst stillen. Die musikalische Begleitung bot die Blaskapelle Frankenau.

Ab dem Mittag bestand die Möglichkeit, die blühende Heide vor Ort, also auf der „Koppe“, zu besichtigen. Die etwas ehrgeizigeren Naturfreunde erwanderten die Höhe unter der Führung von Nationalpark-Rangern zu Fuß, doch es stand auch ein Planwagen vom Archehof Finke für den Transport älterer Mitbürger bereit.

Unterwegs erfuhren die Wanderer an verschiedenen Stationen Wissenswertes über die Landschaft. So erzählte Ranger Markus Daume beispielsweise, dass selbst die anspruchslose Heide unter der Hitze und der großen Trockenheit des letzten Sommers zu leiden hatte.

Den zweihäusigen Wacholder, der ebenfalls das Landschaftsbild präge, könne man gut auseinanderhalten, sagte er, denn „der weibliche sieht zerrupfter aus“.

Hinter einem Busch lauerte das Wacholdermännchen, das sich dann als Daumes Bruder Torsten entpuppte und erläuterte, dass Wacholderbeeren unter anderem zu Schnaps und zu Medizin verarbeitet werden. Dass die Büsche bis zu 2000 Jahre alt werden, war sicherlich auch nicht jedem vorher bekannt.

Naturparkführer Christian Haas stellte die Bedeutung verschiedener Blumen, zum Beispiel des blauen Natternkopfes, für Bienen und Hummeln in den Vordergrund seiner Erklärungen. Begegnen könne der Wanderer zudem Schmetterlingen wie dem Bläuling, dem Ochsenauge oder dem Heufalter.

Die faszinierende Welt der Ameisen ist das Spezialgebiet von Benjamin Haas, der gerade sein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert und keine Frage zu den Insekten unbeantwortet ließ. Das Wirken der glänzend schwarzen Holzameise demonstrierte er an herumliegenden Holzstücken und informierte zudem über die wohlorganisierten Staaten der kleinen Tiere.

„Wir sind in der Verantwortung, etwas zu tun“, sagte Kräuterexpertin Annerose Schmid, die ihren Zuhörern empfahl, sich im eigenen Garten eine Wildkräuterecke zuzulegen. „Wir müssen lernen, dass das, was bei uns wächst, schön ist“, fasste sie ihre Meinung zusammen.

Heideblütenprinzessin Laura, die auf der Koppe Märchen vorgelesen hatte, war inzwischen wieder ins Dorf geeilt, wo sie mit Vertretern aus der Politik die Besucher begrüßte. Auch des ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke wurde gedacht – er hatte noch im vergangenen Jahr das Fest besucht. zmm

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