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Freibad-Betreiber im Waldecker Land sind zufrieden mit der Saison

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Freibad in Vasbeck: Der Vorsitzende des Fördervereins, Martin Brücher, spricht mit Blick auf die Besucherzahlen von einer „sehr guten Badesaison“. Auch das 24-Stunden-Schwimmen (
Freibad in Vasbeck: Der Vorsitzende des Fördervereins, Martin Brücher, spricht mit Blick auf die Besucherzahlen von einer „sehr guten Badesaison“. © Hans Peter Osterhold

Durchweg Zufriedenheit mit den diesjährigen Besucherzahlen herrscht bei den Betreibern der Freibäder im Waldecker Land. Aufgrund des guten Wetters und dem Wegfall der Corona-Beschränkungen nutzten viele Menschen die Möglichkeiten, sich in den Becken abzukühlen.

Ins Korbacher Freibad kamen in dieser Saison rund 20 300 Besucher. „Damit sind wir sehr zufrieden“, berichtet Wolfgang Wilhelm, Geschäftsführer der Bäderbetriebsgesellschaft Korbach. Im Corona-Sommer 2021 waren gerade einmal 10 900 Gäste ins Freibad gekommen. Auch im Jahr 2020, das ebenfalls im Zeichen von Corona stand, war die Zahl der Badegäste mit rund 16 000 deutlich geringer gewesen als in den Vorjahren. Zum Vergleich: 2019 hatten 24 400 und 2018 genau 27 500 Menschen das Korbacher Freibad besucht.

In Bad Wildungen endete die Freibadsaison am 16. September. „Es war ein fantastischer Sommer und eine sehr gute Saison,“ zeigt sich der neue Betriebsleiter Roman Schneider zufrieden. Das wird auch an den Zahlen deutlich: Rund 34 400 Gäste wurden im Freibad gezählt.

Das Hallenbad hat seine Pforten bereits wieder geöffnet, diesmal mit neuen Rahmenbedingungen für Badegäste. Wegen der Energiesparmaßnahmen sind die Temperaturen um zwei bis vier Grad gesenkt. Im Schwimmerbecken liegt die Wassertemperatur bei etwa 26 Grad (bislang 28), in den anderen Becken bei 29 Grad.

Das gilt auch für das Warmwasserbecken, das zuvor bis 34 Grad geheizt wurde. Um noch mehr Energie zu sparen, wird auch die Lufttemperatur im Schwimmbad und in den Aufenthaltsräumen der Sauna reduziert. Weitere Maßnahmen: Wasserattraktionen wie Düsen oder Rutsche sprudeln nur noch bei Bedarf. Licht wird reduziert, wo immer es möglich ist. Das Heloponte-Logo an der Außenfassade wird zwischen 22 Uhr und sechs Uhr ausgeschaltet.

Das Wildunger Schwimmbad bleibt sechs Tage pro Woche geöffnet, aber bei einer Nutzungszeit von nur noch sieben Stunden täglich. Zwei Saunatage werden komplett gestrichen. Das reduzierte Angebot ist aber nicht allein den höheren Energiepreisen geschuldet, sondern zum Teil auch dem Personalmangel, erinnert Schneider. Der spitzt sich zum Ende der anvisierten Laufzeit und den aktuellen Plänen für einen Neubau zu.

Dieter Oderwald
Dieter Oderwald, Erster Stadtrat in Diemelstadt © PR

Das städtische Steinbergbad Wrexen besuchten in der Saison 2022 rund 14 000 Badegäste. An Spitzentagen waren es 600 Besucher. Das Freibad ist eine Woche früher als sonst, Anfang September geschlossen worden. Dadurch konnte laut Erstem Stadtrat Dieter Oderwald Gas gespart werden. Die Heizanlage ist älter als das 2004 generalüberholte Freibad und müsste ausgetauscht werden. Das gesamte Gebäude ist in die Jahre gekommen, ein Neubau wird aber wegen der Kosten noch zurück gestellt. Nun wird geprüft, inwieweit Sonnenenergie für die Beheizung genutzt werden kann.

Ein weiterer Blick in die Freibäder des Waldecker Landes

Heringhausen

Im Familien- und Erlebnisbad in Heringhausen sei der Besuch in den Sommermonaten „sehr gut“ gewesen – obwohl der Diemelsee gleich nebenan liege und zum Baden einlade, berichtet Rainer Fischer von der Gemeindeverwaltung. Von Juni bis August seien rund 10 000 Besucher gekommen – 1000 mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019.

Vasbeck

Auf eine „sehr gute Badesaison“ blickt der Vorsitzende des Fördervereins fürs Vasbecker Freibad, Martin Brücher. „Bei anhaltend gutem Wetter mit viel Sonnenschein sind doch sehr viele Gäste öfter erschienen.“ Er zählt bislang mehr als 7000 Besucher. Nach zweijähriger Corona-Zwangspause habe es auch das 24-Stunden-Schwimmen wieder gegeben, außerdem hätten vier Schwimmkurse stattgefunden. Wenn es das Wetter zulässt, wollen die Vasbecker ihr Bad bis 2. Oktober geöffnet halten – allerdings nur zu den Sauna-Zeiten am Mittwoch, Freitag und Sonntag.

Mengeringhausen

Der Walmebad-Verein Mengeringhausen hatte 100 Tage geöffnet und „eine gute Zahl von 12 000 Besuchern“, so Sprecher Wolfgang Riehl. Vier Schwimmkurse mit 45 Teilnehmern ab vier Jahren seien absolviert worden. Die Betreiber sahen sich gezwungen, die Wassertemperatur auf 22 Grad zu beschränken, waren aber in der Lage, wegen der erneuerten Solaranlage auch 25 bis 26 Grad warmes Wasser anbieten zu können. „Trotzdem haben wir fast 200 Prozent höhere Energiekosten“, sagt Riehl.

Twistetal

Die Besucherzahlen liegen in diesem Jahr laut Bürgermeister Stefan Dittmann bei 11 500 in Berndorf und 4 500 in Twiste. Sie seien nach den Corona-Einschränkungen in den beiden vergangenen Jahren „erfreulicherweise wieder angestiegen“. Um Energie einzusparen und die Technik funktionsfähig zu erhalten, sollen diverse, auch ins Alter gekommene Pumpen getauscht werden. So könne künftig Strom gespart werden. Die Becken werden auf ihre Dichtigkeit hin noch einmal untersucht, um Wasserverluste zu vermeiden. Die Wärme für die Becken wird in beiden Bädern seit geraumer Zeit mit thermischen Anlagen ausschließlich über die Sonnenenergie gewonnen.

Volkmarsen

Das Burgschwimmbad Volkmarsen verzeichnete zwischen Mitte Mai und Anfang September 12 500 Besucher. „Vor Corona waren es im Schnitt 14 000. Wegen der Einschränkungen in der Pandemie waren es 2021 nur 7000 Besucher“, berichtet Tim Pohlmann von der Stadt Volkmarsen. Bei der Umgestaltung und Sanierung setze die Stadt auf die Sonnenenergie zur Beheizung des Wassers. Dadurch könne Volkmarsen viel Geld sparen, besonders bei steigenden Gaspreisen. Lediglich das Wasser für die Duschen werde mit einer Gasheizung erwärmt. Hier soll laut Pohlmann geprüft werden, ob auch dafür Solarthermie genutzt werden könne.

Rhoden

Der Förderverein Walmebad Rhoden begrüßte in den rund 100 Tagen bis kurz vor Viehmarkt 11 000 Besucher – mehr waren es nur einmal in den 16 Jahren, in denen der Schwimmbadverein das Bad betreibt, so Vorsitzender Helmut Butterweck. Veranstaltungen – wie etwa die Italienische Nacht oder der Brunch – brachten Geld in die Kasse. Davon finanziert der Verein den Betrieb des von der Stadt übertragenen Freibads mit. Mit 100 ehrenamtlichen Kräften gelingt das, vom Kassendienst bis hin zum Betrieb des Kiosks und den vielen Arbeiten außerhalb der Saison reicht deren Einsatz. In diesem Jahr haben sich auch ukrainische Flüchtlinge beteiligt. Einzig die Aufsichtskräfte müssen eingekauft werden. Schwimmkurse, DLRG-Ausbildung mit Rettungsschein und Bronze-Abzeichen wurden absolviert.

Die Rhoder waren damals ganz froh, als sie die alte Heizung aus dem inzwischen abgerissenen Arolser Freibad kaufen konnten. Die Heizung wurde 2016 auf Gas umgestellt, der günstige Preis ist daher nun Geschichte. Der Gasverbrauch wurde durch das Abschalten der Heizung um 74 Prozent reduziert. Für Kurse oder nach besonders kühlen Nächten wurde das Wasser aber erwärmt. Vorsitzender Butterweck hat sich in der Schweiz ein alternatives Konzept mit erneuerbaren Energien angeschaut. Doch entschieden ist noch nichts.

Freienhagen

Sehr gut besucht war im Sommer 2022 das Freibad im Waldecker Stadtteil Freienhagen. Rund 14 000 Besucher kühlten sich ab in dem idyllisch gelegenen Bad am Stadtrand. „Davon waren 5050 Besucher Kinder und Jugendliche, denen in dieser Saison freier Eintritt gewährt wurde“, sagt Bernd Lohaus von der Stadtverwaltung. In der Freibadsaison 2021 verzeichnete die Nationalparkstadt etwa 11 000 Besucher in ihrem Freibad in Freienhagen.

Usseln

Angesichts des geschlossenen Lagunenbads wurde das Angebot im Usselner Freibad trotz Energiekrise nicht eingeschränkt, abgesehen von der Absenkung der Temperatur um zwei Grad. Derweil kommt das Problem hinzu, dass der Heizkessel des Freibads in die Jahre gekommen ist. Der Plan ist nun, die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Turnhalle neu aufzubauen – in Kombination mit dem Heizkessel des ans Freibad angrenzenden Gebäudes bestehe so die Hoffnung, eine Neuinvestition unnötig zu machen.

Mit den Besucherzahlen im Usselner Freibad zeigt sich Kurbetriebs-Leiter Norbert Lopatta zufrieden: 14 000 Gäste kamen zwischen 26. Mai und 4. September. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber den beiden Vorjahren, in denen bei Corona-Auflagen erst 11 000, dann 8700 Besucher kamen. 2019 waren es noch 19 000 gewesen, Lopatta hält aber fest: „Insgesamt sind wir mit der Auslastung im Freibad sehr zufrieden, da die Vollsperrung der B 251 genau in unsere Freibadsaison gefallen ist und wir deutlich weniger Gäste aus Willingen hatten.“

Von unseren Redakteuren

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