Besucher des Nationalparkzentrums möchte, dass Kunststoff aus dem Shop verbannt wird

Plastikspielzeug im Nationalparkzentrum Kellerwald sorgt für Ärger

Herzhausen. Im Shop des Nationalparkzentrums in Herzhausen gibt es Stifte, Wanderkarten und T-Shirts zu kaufen – und Spielzeug aus Plastik. Hartmut Reiser aus Altenlotheim ärgert sich darüber. 

Schließlich stehe das Nationalparkamt in einer besonderen Verantwortung Natur und Umwelt gegenüber, Plastik solle es deshalb nicht verkaufen. Doch der Nabu Hessen springt den Verantwortlichen bei.

„Das ist absolut daneben. Irgendwann landet das im Meer, in Fischen und dann auf unseren Tellern“, ärgert Reiser sich über die Tierfiguren aus Kunststoff. Diese seien speziell für Kinder gemacht, obwohl gerade junge Menschen im Nationalparkzentrum doch etwas über die Natur lernen sollten. Es gebe tolle Alternativen zu Spielzeug aus Plastik, sagt er. „Und wenn es dann etwas mehr kostet, dafür aber sinnvoller für die Umwelt ist, ist das völlig in Ordnung“, findet er.

Schon mehrfach habe er das Nationalparkamt darauf hingewiesen, doch dort wolle man die Produkte nicht aus dem Sortiment nehmen. Doch Reiser will nicht aufgeben und nun die hiesigen Landtagsabgeordneten sowie die Unesco anschreiben und darauf aufmerksam machen.

Dr. Berthold Langenhorst, Sprecher des Nabu in Hessen, sieht Plastik ebenfalls kritisch – zumindest, wenn es als Wegwerfprodukt genutzt wird. Spielzeuge wie die im Nationalparkzentrum seien aber keine Wegwerfprodukte, sie würden vielfach genutzt und das mitunter über Jahre. „Das ist das entscheidende Kriterium.“ Und: „Wird ein Holzspielzeug irgendwann weggeworfen, ist der Umweltaspekt auch nicht besser.“ Plastik komplett zu verteufeln sei nicht der richtige Weg.

Lisa-Maria Kreh, Sprecherin des Nationalparkamts in Bad Wildungen, betont, dass sehr viele Holzgegenstände im Herzhäuser Nationalparkzentrum verkauft werden, aber eben auch einige aus Kunststoff. Die würden bewusst von einem deutschen Hersteller gekauft, der in Deutschland produziere und auf Chemikalien verzichte. Die Tierfiguren, die verkauft werden, „wurden bei Ökotest als sehr gut bewertet und haben das „Spiel gut“-Zertifikat, sagt Kreh.

Dieses Siegel wird von der Verbraucherberatung „Spiel gut e.V.“ verliehen. Dabei wird auch, so die Information auf der Internetseite des Vereins, auf Umweltverträglichkeit, Sicherheit und Haltbarkeit der Spielsachen geachtet. Das Nationalparkamt habe sich deshalb für den Hersteller entschieden, aber auch, „weil die Tiere naturgetreu sind. Ein Fuchs sieht hier tatsächlich aus wie ein Fuchs“, sagt Lisa-Maria Kreh. Die Boggel – vom Nationalparkamt ersonnene urtümliche Waldwesen –, die es ebenfalls aus Kunststoff im Zentrum zu kaufen gibt, seien eine Spezialanfertigung.

Generell wolle man den Besuchern ein Mitbringsel anbieten, das sie an den Nationalpark erinnere, sagt Kreh. „Aber uns ist auch wichtig, dass alles korrekt hergestellt wird.“  

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