Waldecker Bank unterstützt mit Spende

Rettung vor Mähtod: Verein will Rehkitzen in Waldeck-Frankenberg helfen

Neue Technik für die Kitzretter: Karl Oppermann (Mitte), Vorstand der Waldecker Bank, übergibt das Wärmebildgerät an die Vereinsvorsitzende Constanze Schöttler. Hinten: (von links) Jagdpächterin Anna-Maria Hausmann, Stephanie Wetekam (Geschäftsführerin Kreisbauernverband) und Stefanie Walter (2. Vorsitzende Kitzretter).
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Neue Technik für die Kitzretter: Karl Oppermann (Mitte), Vorstand der Waldecker Bank, übergibt das Wärmebildgerät an die Vereinsvorsitzende Constanze Schöttler. Hinten: (von links) Jagdpächterin Anna-Maria Hausmann, Stephanie Wetekam (Geschäftsführerin Kreisbauernverband) und Stefanie Walter (2. Vorsitzende Kitzretter).

Die erste Mahd im Jahr: Leider kommt es in dieser Zeit auch zu vielen Unglücken. Junge Rehkitze müssen sterben, weil sie „mitgemäht“ werden. Der Verein "Kitzretter" will helfen.

Gerade für Milchviehbetriebe ist die erste Mahd im Jahr entscheidend. Ab Mai geht es darum, den richtigen Schnittzeitpunkt zu finden, denn die Gräser tragen nach der langen Erholungsphase über den Winter hinweg besonders viele Nährstoffe und Energie in sich. Leider kommt es in dieser Zeit jedoch auch zu vielen Unglücken. Denn in den Wiesen liegen die jungen Rehkitze, die dort zuvor von ihren Müttern abgelegt wurden. Ihnen droht ein grausames Ende.

Dies zu verhindern, hat sich der Verein „Kitzretter“ auf die Fahnen geschrieben. Die Initiative ist seit 2018 landkreisweit im Einsatz und unterstützt Landwirte dabei, die Rehkitze vor der Mahd aus den Wiesen zu vertreiben. „Wir sind im flächenmäßig größten und einem der grünsten Landkreise Hessens unterwegs. Da geht ohne technische Hilfsmittel natürlich gar nichts“, erklärt die Vorsitzende der Kitzretter, Constanze Schöttler.

Bislang zählten rund 270 sogenannte Vergrämungsgeräte sowie eine Drohne mit Wärmebildkamera zur Ausstattung der ehrenamtlichen Helfer. Nun wurde das Equipment erweitert um ein professionelles Wärmebildgerät. Ermöglicht wurde die Anschaffung durch eine Spende der Waldecker Bank. „Wir verfolgen das Engagement der Kitzretter ganz genau und finden, dass sie wichtige und gute Arbeit leisten. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, sie zu unterstützen“, sagte Bankvorstand Karl Oppermann bei der Übergabe.

Rund 2600 Euro kostet das neue Gerät. Mit ihm können die Kitzretter Wärmequellen im hohen Gras ausmachen und so die Kitze aufspüren. Es wird hauptsächlich dann zum Einsatz kommen, wenn schnell reagiert werden muss und wo eine Drohne nicht zum Einsatz kommen darf. In sogenannten FFH-Gebieten, also Schutzgebieten für Flora, Fauna und Habitate, dürfen Drohnen nur mit Genehmigung durch das Regierungspräsidium eingesetzt werden.

In der Regel melden sich Landwirte ein bis zwei Tage vor der Mahd bei den Kitzrettern und können dann an einer von neun Stationen im Landkreis die für die Fläche benötigte Anzahl an Vergrämungsgeräten abholen. Diese werden am Abend vor der Mahd gesteckt und vertreiben die Kitze mittels Licht- und Tonsignalen.

„Manchmal muss aber schnell reagiert werden, weil das Wetter doch anders ist als vorhergesagt. Dann wird die Wiese kurzfristig nach Kitzen abgesucht. Dafür stellt das neue Wärmebildgerät eine echte Unterstützung dar“, sagt Kitzretterin Stefanie Walter. Immerhin haben die Kitzretter im vergangenen Jahr eine Fläche von rund 4000 Hektar vergrämt.

„Für viele Landwirte ist das Verfahren bereits Standard. Sie freuen sich über die Unterstützung durch den Verein“, erklärt Stephanie Wetekam, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands. Gerät ein Tier in das Mähwerk, ist das nicht nur ein schrecklicher Anblick. Landen Teile des Kadavers im Heu, kann das auch für das Milchvieh böse enden. Rinder können an dem verseuchten Futter sterben.

In Northeim hat die Polizei der Natur einen Dienst erwiesen: Die Polizeibeamten vor Ort befreiten ein Rehkitz aus einem Maschendrahtzaun.

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