Entwicklung entgegen dem Bundestrend

HIV-Diagnosen in der Region gehen zurück

Symbol: Die rote Schleife ist weltweit als Zeichen der Solidarität mit HIV-Patienten und AIDS-Kranken bekannt. Foto: dpa

Waldeck-Frankenberg. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen in der Region wird gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich leicht zurückgehen. Das belegen aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts.

Bis zum 26. November vermeldeten die Testlabore für das vergangene Jahr 16 Neudiagnosen an das Institut. Im Vorjahr waren es 20 gewesen und im Jahr 2010 und 2011 jeweils zehn. Die Zahlen beziehen sich auf die „Gebietseinheit Kassel ohne Großstädte“, zu der auch Waldeck-Frankenberg gehört.

Die Region entwickelt sich damit entgegen dem Bundestrend, nach dem die Zahl der Neudiagnosen um rund 300 auf 3286 angestiegen ist. Hessenweit stieg die Zahl von 234 Neuinfektionen im Jahr 2012 auf 276 im Jahr 2013.

Die Zahl der mit dem HI-Virus infizierten Menschen, die noch nicht von der Infektion wissen, schätzt das Robert-Koch-Institut auf rund 14 000 Menschen in Deutschland. Laut dem Institut könne zwischen Infektion und Diagnose viel Zeit vergehen.

Die Zahlen zeigen auch, dass Männer deutlich gefährdeter sind, an HIV zu erkranken, als Frauen. Von allen Ende 2013 erkrankten Personen machen sie nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts mehr als 80 Prozent aus. Besonders gefährdet sind Männer, die mit anderen Männern Geschlechtsverkehr haben. Andere Infektionswege sind heterosexuelle Kontakte, eine Erkrankung im Zuge von Drogenkonsum und eine Mutter-Kind-Übertragung.

Mitte der 1980er-Jahre erreichte die Zahl der HIV-Neuinfektionen laut Robert-Koch-Institut in Deutschland ihren Höhepunkt. Bis Ende der 1990er-Jahre nahm die Menge der Neuerkrankungen in allen Altersgruppen deutlich ab. Bis Mitte der 2000er-Jahre erfolgte wieder ein Anstieg auf ein Niveau von etwa 2700 Neudiagnosen. Diese Zahl blieb in den Folgejahren konstant, bis sie im Jahr 2013 auf rund 3300 anstieg.

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