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Hochwasser in Waldeck-Frankenberg: Wiesen überflutet, Wege gesperrt

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Von: Jörg Paulus, Thomas Hoffmeister, Marianne Dämmer

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Die Eder ist im Frankenberger Land nach Regen und Schnee an einigen Stellen über die Ufer getreten, wie hier am Sportplatz bei Battenfeld.
Die Eder ist im Frankenberger Land nach Regen und Schnee an einigen Stellen über die Ufer getreten, wie hier am Sportplatz bei Battenfeld. © Kira Müller

Mit den Stürmen der vergangenen Tage ist auch viel Regen nach Waldeck-Frankenberg gekommen, in höheren Lagen auch Schnee. Das Wasser hat die Pegel der Flüsse und Bäche im Landkreis ansteigen lassen. 

Waldeck-Frankenberg - Das Hochwasser der Flüsse und Bäche in Waldeck-Frankenberg in diesen Tagen ist unübersehbar: Etliche Auen sind überflutet, einige Wege gesperrt. Vor allem die Eder ist an vielen Stellen über die Ufer getreten.

Auf den Internetseiten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) kann man die aktuellen Pegelstände der Flüsse in Hessen nachschauen. Die Eder lag seit Montagmittag an der Messstelle am Auhammer bei Battenberg über Meldestufe 1, also über 2,20 Meter. Der Pegel war dort seit Sonntagnacht gestiegen und fiel am Dienstagnachmittag wieder unter die Meldestufe. Flussaufwärts bei Schmittlotheim hatte die Eder am Montagabend die zweite der drei Meldestufen erreicht (über 2,60 Meter), aber auch dort sank der Pegel ab Dienstagmittag wieder.

Die Messstation für den Eder-Pegel am Auhammer bei Battenberg. 
Die Messstation für den Eder-Pegel am Auhammer bei Battenberg.  © Klaus Jungheim

Allendorf: „Im Augenblick unproblematisch“

„Da habe ich schon ganz andere Sachen erlebt“, sagte am Dienstag Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn zu den Hochwasser-Ereignissen in seiner Gemeinde. Der Linspherbach habe am Montag etwas mehr Wasser geführt. An der Bahn-Unterführung in Battenfeld habe sich zwar Wasser angestaut. „Da kann man aber mit dem Auto durchfahren.“

In der Ederaue gab es „ein paar Überflutungen“, so Junghenn. „Die Eder an sich ist aber noch komplett in ihrem Bett.“ Wenn es tatsächlich Hochwasser gäbe, träfe es immer erst den Sportplatz in Battenfeld. Doch auch dort und im Ortsteil Haine sei momentan noch alles in Ordnung. „Im Augenblick betrachte ich die Situation als unproblematisch“, bilanzierte der Allendorfer Bürgermeister am Dienstag.

Frankenberg: Neuer Radweg ist überflutet

Ähnlich sah es ederaufwärts in Frankenberg aus. „Die Hochwasserlage im Stadtgebiet entspannt sich, die Pegelstände sinken bereits wieder“, lautete gestern Vormittag die Einschätzung der Stadtverwaltung. Gesperrt waren am Dienstag im Stadtgebiet nur der Radweg von der Ruhrstraße zur Wehrweide im Bereich der Eisenbahnbrücke sowie die beiden Schwimm-Pontons im Ederuferpark, berichtete Pressesprecher Florian Held.

Frankenberg: Die Stadt hat den neuen Radweg zwischen Ruhrstraße und Wehrweide an der Eisenbahnbrücke wegen Hochwasser gesperrt. 
Frankenberg: Die Stadt hat den neuen Radweg zwischen Ruhrstraße und Wehrweide an der Eisenbahnbrücke wegen Hochwasser gesperrt.  © Jörg Paulus

Wie könne es aber sein, dass der neue Radweg, den die Stadt vom Ederdorf zur Wilhelmstraße angelegt hat, im Hochwassergebiet liegt?, hat eine HNA-Leserin gefragt, die den gesperrten Radweg am Montag gesehen hatte. Dazu antwortet Florian Held: „Die gesamte Ederaue ist Überschwemmungsgebiet, damit liegt auch der Radweg komplett im Überschwemmungsgebiet. Das war auch schon vor dem Neubau des Radwegs der Fall. Dass der Weg dadurch eventuell an wenigen Tagen im Jahr nicht nutzbar ist, hat die Stadt beim Bau bewusst in Kauf genommen.“

Und weiter: „Für den Weg ist das kein Problem, er nimmt keinen Schaden. Es gab allerdings auch keine Alternative, denn der sogenannte Zwangspunkt an dieser Stelle ist die Eisenbahnbrücke. Um weiterhin sicher und komfortabel darunter durchfahren zu können, durfte der Weg nicht höher gebaut werden.“

Lichtenfels: Viel Wasser auf Wiesen

Bislang blieb auch Lichtenfels von Hochwasserschäden verschont. „Nur auf einigen Wiesen hat sich viel Wasser in Senken gesammelt“, berichtet Bürgermeister Henning Scheele. Der kleine Bach, der an der Kirche in Dalwigksthal vorbeiläuft und dann unterirdisch weiter in die Orke führt, werde von Mitarbeitern des Bauhofs regelmäßig von Hölzern und anderem Unrat befreit, um Überschwemmungen und Schäden zu verhindern.

Der Pegel der Nuhne ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen – hier der renaturierte Bereich zwischen Schreufa und Sachsenberg.
Der Pegel der Nuhne ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen – hier der renaturierte Bereich zwischen Schreufa und Sachsenberg. © Susanna Battefeld

Mit Blick auf den hohen Wasserstand der Orke – er lag in Dalwigksthal am Dienstag um 7.15 Uhr bei 1,85 Metern – habe es sich als richtig erwiesen, dass der Bauhof im vergangenen Herbst für freie Bahn in der Orke gesorgt haben: Hinter der Orke-Brücke in Dalwigksthal ist im Laufe der Jahre eine Insel entstanden, auf der auch Bäume und Büsche gewachsen sind. Bei höherem Pegel verfingen sich in dem Gestrüpp in den Vorjahren immer Hölzer und andere Gegenstände und sorgten für Stauungen – eine Gefahr für den Ort. Die ist durch die Wegnahme des Gestrüpps nun deutlich minimiert geworden.

Nach der Hochwasserkatastrophe an der Ahr im vergangenen Jahr hatte die Stadt kritische Stellen in ihrem Gebiet unter die Lupe genommen und entsprechend reagiert. Weitere Schutzmaßnahmen sollen folgen.

Vöhl: Bauhof ist noch mit Sturmschäden beschäftigt

Obwohl Orke und Eder hohe Wasserstände führen, gibt es auch in der Gemeinde Vöhl aktuell keine Schäden durch das Hochwasser, berichteten Bürgermeister Karsten Kalhöfer und Bauamtsleiter Volker Denhof. „Wenn es in den nächsten Tagen allerdings so weiter regnet, könnte sich das ändern“, sagt Denhof.

Aktuell seien die Mitarbeiter des Bauhofs vollauf damit beschäftigt, die Schäden aufzuarbeiten, die durch die Sturmserie am Wochenende entstanden sind. Im gesamten Gemeindegebiet seien an städtischen Liegenschaft wie Dorfgemeinschaftshäusern und Feuerwehrhäusern Schäden an Dächern entstanden. Die Feuerwehren seien am Wochenende immer wieder im Einsatz gewesen, die Mitarbeiter des Bauhofs seien nun für Tage im Einsatz, um die Schäden zusammen mit Firmen zu beheben und weiterhin auch Gemeindewege von umgefallenen Bäumen zu befreien.  

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