Hohe Kosten: Nicht alle Kirchen können erhalten werden

Sandstein bröckelt: Bei der Liebfrauenkirche Frankenberg, einem Denkmal von nationalem Rang, steht in diesem Jahr die Sanierung der Kirchturmfassade an. Es ist nur eines von vielen Kirchensanierungsprojekten in den Kirchenkreises Eder und Twiste-Eisenberg, die Heinrich Jammer vom Bauausschuss des Kirchenkreises Eder im Blick hat. Foto: Biedenbach

Waldeck-Frankenberg. Die Kosten für Kirchen-Sanierungen stellen Kirchengemeinden vor Probleme. Nicht alle Kirchen können auf Dauer erhalten werden.

An der Liebfrauenkirche in Frankenberg bröckelt die Sandsteinfassade, an der Stadtkirche Bad Wildungen muss das Dach saniert werden, in Korbach und Adorf stehen Innen-Sanierungen der Kirchen an. Das sind nur einige der Projekte zur Unterhaltung der 150 Kirchen der evangelischen Kirchenkreise Eder und Twiste-Eisenberg.

„Im Großen und Ganzen ist der Zustand der Kirchen zufriedenstellend. Allerdings gibt es auch Gebäude mit größerem Sanierungsbedarf“, sagt Heinrich Jammer. Der ehemalige Röddenauer Pfarrer ist seit seinem Ruhestand im Bauausschuss des Kirchenkreises Eder aktiv und kennt sich aus mit der Thematik in beiden Kirchenkreisen.

Neben der Sanierung an sich stellen zudem gesetzliche Auflagen im Bereich Gebäudetechnik Kirchengemeinden vor die Frage, wie sie dies finanzieren können, sagt Jammer und nennt Beispiele: Wegen Sicherheitsbestimmungen bei Elektroanlagen muss in einigen Kirchen die gesamte Heizung erneuert werden. Aus Gründen der Arbeitssicherheit für Organisten muss die Brüstung der Emporen auf einen Meter erhöht werden. Für Kirchenbesucher reichen die üblichen 90 Zentimeter.

Jammer schließt nicht aus, dass aufgrund solcher teuren Bauarbeiten künftig sogar Kirchen aufgegeben werden. „Wenn in kleinen Orten nur noch vier, fünf Leute den Gottesdienst besuchen, machen Ausgaben von 250.000 Euro nur für die Betriebssicherheit wenig Sinn“, sagt er. Konkrete Kirchen, die betroffen seien könnten, nennt er aber nicht.

Hilfe von der Landeskirche Kurhessen-Waldeck sei nur begrenzt möglich. Nur drei Millionen Euro stünden pro Jahr für die Sanierung kirchlicher Gebäude - darunter allein 1089 Kirchen - zur Verfügung. Deshalb habe die Landessynode beschlossen, Prioritäten festzulegen und dafür die Kirchen in Kategorien einzuteilen.

Ein Interview zum Sanierungsbedarf der Kirchen, zu eventuell bevorstehenden Kirchenschließungen und zu möglichen Alternativen sowie einen Kommentar und eine Stellungnahme der Landeskirche lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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